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lerey bis jetzt hervorgebracht hat, indem man in ausgestellt 194), und dann, mit einem feyerlichenihm, außer der Erhabenheit in der Behandlung Leichenbegleite, von da in die Kirche St. Mariades Gegenstands selbst, eine Vereinigung aller vor- Rotunda (das alte Pantheon) zur ewigen Ruhezüglichern mechanischen Eigenschaften antrifft, die gebracht. Dort liegen seine Gebeine noch jetzt,Capitalwcrke dex bildenden Kunst bezeichnen. AI- bis auf seinen Schädel, der späterhin in die Aka-lcs in ihm, bis auf einigö Gewänder, wie man demie von St. Lucas versetzt wurde. Sein vonsagt, hatte er mit eigner Hand ausgeführt; der Hannibal Caracei 195) hier ausgestelltes Brustbild,Kops des verklärten Heilandes war seine letzte nebst der bekannte» Jnnschrist des KardinalArbeit daran 191). In diesen hat er die ganze Bembo 196), bezeichnen den Ort seiner Grab-Stärke seiner Empfindung im Ausdruck des Cha- statte 197)."
rakters des moralischten, göttlichen Wesens, der Und nun, aus vasarss Nekrolog, von Ra«dem Christusideal zukömmt, niedergelegt. Mit phael dem Menschen, neben Andern,, was folgt:seiner Vollendung war sein Künstlerlebcn beschlossen; „Kein Mensch wußte besser, nls Er, mir Hoheneine Fieberkxankheit überraschte ihn; und so wie und Niedrigen umzugehn. Besonders verstand erer als erster christlicher Religionsmaler, in seiner die Kunst, unter seinen Schülern die größte Einig-Kindheit, mit Jesus dem Kind, im Schooße der keit zu erhalten; sie sahen aber auch sein eigenesMadonna, aufgetreten war, also trat er mit Je- schönes Beyspiel. Kein niedriger Gedanke von Neid,sus, dem verklärten Sohne der Gottheit, selbst aus Undienstfcriigkeit, n. dgl. durste ihnen nur zu Sinndem irdischen Leben in ein ewiges über. Sein steigen. Die hohe Achtung, welche sie für seineTod erfolgte am Charfreytage in der heiligen Woche Kunst hegten — noch mehr aber der Genius seineriZro. dem Tage seiner Geburt 192), im 37, Jahr vortrefflichen Natur überwand sie Alle, bey der ge-feiltes Alters 193)." ringsten Versuchung, zu fehlen. Ein Ausbund von
«Unnennbar war der Schmerz" (fährt dann Güte, liebten und ehrten ihn — selbst die Thiere,der eben erwähnte Schriftsteller sehr schon fort) Alle seine Zöglinge unterwies er, wie eigene Söhne,„in den ganz Rom bey der Nachricht von dem Aber nicht bloß Bekannten, sondern auch Unbe-Tode dieses ausserordentlichen Mannes versank; kannten zu lieb, verließ er oft seine eigenen Arbci-gränzenlos besonders der seiner Schüler. Diese ten, um ihnen mit einer Zeichnung, deren sie ebenverloren in ihm ihren Vater und Freund, der sie bedurften, beholfcn zu seyn; auch harte er, wennbisher zu eignen trefflichen Werken begeistert, und er nach Hof ging, immer ein freywilliqes Ehren-desten wohlwollendes Herz das Band gewesen war, gesolgc von ein Fünfzig wackern Künstlern. Undweiches fie Alle zu einem und demselben Streben kurz, er lebte nicht als Maler, sonder als Fürst"!vereinigte." Noch ein anderes höchst merkwürdiges Zeugniß
„Seine entseelten Ueberrcsie wurden auf einem über Raphael ist dasjenige von einem Zeitgenossen,prächtigen Catafalk in seinem Studiensaale im An- Eoelius Ealcagniiii, in einem Schreiben an Ja-gesichte des Bildes seiner Verklärung öffentlich cob Ziegler 193), worin er demselben Nachricht
191) Woher namentlich diese Notkzz gezogen ftp, die wir schon oben auch aus dem NTanuel vernommen haben,ist uns unbekannt.
Igr) Was sich denn doch schon zum öfter» mit millver wichtigen Menschen ereignet hat.
» 9 Z) Der ehrliche vasari erzählt dann freylich die Geschichte von Raphaels letzten Tagen etwas prosaischer:und (in einer Anmerkung) dürfen wir nun auch ihn hören. Seine Erzählung geht nämlich (auch nicht ohneDeutung!) von dem Anekdoten aus: Wie des Künstlers genauer Vertrauter, der Kardinal Vernarb DivizioBibiena ihn mehrere Male mit der Zumuthung — geplagt, daß er sich doch,verheurathen möchte". Nunschlug zwar Raphael gleich Anfangs seinem Freunde es nicht rund ab, ihm einmal zu Willen zu werden;doch mit dem Beysatze, er wolle noch ein drey bis vier Jahre damit zuwarten. Nach Verfluß dieser Zeit,als Knphael es nicht vermuthete, erinnert ihn der Kardinal an sein Versprechen, und trägt ihm seineeigene Nipotin zur Frau an. Jtzt durfte der höfliche Künstler vollends nicht mehr Nein! sagen. Da er abersolchen Fesseln stets so abhold, wie möglich war, schob er die wirkliche Vollziehung seiner Zusage von einemMonath zum andern auf; und zwar um so viel mehr, da er gewisse Anzeigen hatte, der Papst, welcher nochfür viele Arbeiten sein namhafter Schuldner war, würde bey einer nächstbevvrstehenden Kardinalsschöpfung,auch ihm den rothen Hut ertheilen, dessen er wahrhaftig würdiger war, als mancher, den S. H. in Petrotrug. Mittlerweile aber hing Raphael ingeheim seinen Liebschaften so zügellos nach, daß er eines Tags miteinem heftigen Fieber nach Haus kam, und die Aerzte wohl sahen, daß er sich mir etwas müße erhitzthaben. Da er ihnen nun die wahre Ursache nicht beichten wollte, ließen sie ihm unkluger Weise zu Ader; sodaß, statt stärkender Mittel, die er vonnöthen hatte, ihm bald alle Kräfte schwanden. Somit — machte ersein Testament, und schickte, als ein guter Christ, vor Allem seine Fornarina aus dem Haus, nachdem er ihreinen anständigen Unterhalt zugesichert hatte. Auf dieses theilte er seine übrige Habe zwischen zwey seinerSchüler (Julio Pipl, den er stets »»gemein lieb hatte, und den Fattore) und einen gewissen ihm verwandtenPriester zu Urbino . Hiernächst verordnete er, anf seine Kosten in St. Maria Rotunda ein Tabernqkel undeinen Altar mit der Statüe der H. Jungfrau zu errichten, und wählte sich dorr »eine Ruhestatt aus.Zur Vollziehung dieses seines letzten Willens setzte er den Päpstlichen Datarius, Valthasar da Pescia. Als,dann legte er Beichte ab, starb sehr zerknirrscht, „und" (setzt der gute Giorgio hinzu) «seine Seele-wie wir glauben dürfen, zierte den Himmel, wie er die Erde mit seinen Tugenden geschmückt hatte."(Eine erbärmliche Anmerkung des Monsignvr Dottari will zwar aus christlicher Liebe dies »ucy hoffen, weilGottes Erbarmen unendlich ftp - aber doch nicht ohne Besorgniß, ob eine so spärhe Reue noch angenommenworden?)
»Sä) Vasarl sagt: «Das Bild der Verklärung hing über feinem Haupte. Alles weinte, ihn todt, und diesesWerk so lebendig zu erblicken. Die ganze Künstlerznnft, in die tiefste Trauer versetzt, begleitete seine Leiche.Auch der ganze Päpstliche Hofstaat bedauerte ihn »»gemein; vorderst (?) weil er die Stelle eines — Kam«merbeamten bekleidet hatte, und — dann auch weil er dem Papst so theuer war, daß derselbe über seinenVerlust bittere Thräne» vergoß."
iS 5 ) Nicht H. Caracei, sondern Carl Maxatti,
Tsm eximii viri memoriain vsneratur
perpetuum virtutix exsmplar et lncitsmentum
hatte ihm (1674.) dieses Denkmahl gesetzt. Das Brustbild ist von Paul Naldnir.
1K6) Hie hie «üt Lapha»/, «iinult guo sozpits vilicllierum niagna xsrenx, el inofients mori.
197) S. -Unmnscil sux ftom Igio. 8 . 141-^42. Das Haus, oder vielmehr der Pallast, worinn er verstorben war,und welcher späterhin auch der Königin Charlotte von Cppern zur Wohnung diente, ist gegenwärtig unter dertraurigen Rubrik des Ospizio degli Eretici couvertiti bekannt.
r§ 8 ) S. das höchst seltene Buch: Lo«Ui kalcaxuinl Lpirt» «vlt. «t kam!!, (g -Zmberx 6 ,z>) k„ Vü. Lg.
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