Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
43
JPEG-Download
 

getuscht, weiß gehöht. Das Gemald ist nicht mehrvorhanden (B. LEXXXII. Nr. 27.)

4. Studium zum Johannes in der N)üste inder Gallerte. Sehr ausgeführt, aber der Kopfhalb verwischt. Auf grauem Papier mit Rothstein,weiß gehöht. 94. Diese Zeichnung mit dem Me-diceischen Stempel. Meyer setzt hinzu: „Ganzleicht nach dem Modelle gezeichnet."

5. Aus der Strage degli Innocenri. Braunauf blau Papier, mit Weiß gehöht. 87. Meyernennt es nicht.

6. Studium zur Madonna in der berühmten H.Familie zu Paris ; nämlich nur die Mutter undder Knabe; dieser schon vollkommen, wie im Bilde;jene ist in der Ausführung schöner und zarter ge-worden. In Rothstein. 77. Vorzüglich Meyerspricht von einem doppelten Studium dieser Ma-donna unter derselben Nummer.

7. Den ziemlich ausgeführten Entwurf zu derGrablegung im Pallasie Borghese. Federzeich-nung von sieben Figuren. 36. Meyer zahlt es wieMorgenstern nicht zu dem Vorzüglichen.

8. Studium zu ein Paar (weiblichen) Figurenim Spastmo dt (7icilia. In Rothstein. 78.Bey Meyer vortrefflich genannt.

y. Studium zum Petrus im Gefängniß,und von» Engel befreyr. Federzeichnung, aus-getuscht, und mit Weiß gehöht. 79. Meyerzahlt es wie Morgenstern nicht zum Vorzüg-lichsten. ,

io. Die Waffertragerin und eine andere halbeFigur zu dem Incendio del Borgs. In Roth-stein. 66. Vorzüglich. Nach Meyer vollendsdas Schönste in diesem Band: »Mächtig, groß,voll lebendiger Bewegung- und wunderbarlich kühnbehandelt."

n. Engelkinder zur Dispute. In Rothstein.67. Meyer nennt es vortrefflich.

12. Merkwürdige Zeichnung zu einem der gro-ßen Gemälde in der Sakristei) des Doms zu Siena ,die plmuricchio dort ausgeführt hat, also einevon Raphaels frühesten Arbeiten. Ein Prälat,der auf der Reise nach der Kirchenversammlungzu Basel dem Sturm entging, zieht zu Genua ein. Viele Figuren, von denen ganz gilt, wasschon in den Propilaen (I. 1. 104.) darüber er-innert ist: »Die Erfindung ist reich und natürlich,aber ohne Kunst geordnet; die Formen sind schmäch-.tig und beynahe hager, haben aber dabey etwasFeines und Zierliches; es athmet im Ganzen einGeist der Liebe, des Gefälligen, Sanften, weither denBeschauer erfreut und gewinnt". Braun, mit Fe-der und Pinsel, weiß gehöht. 92. Meyer zähltes übrigens, wie Morgenstern, nicht zum Vor-züglichsten.

13. Eine heranschwebcnde weibliche Figur, eineMaske in der Hand. Zum Parnaß. Ganz sofindet sich dieselbe dort nicht; aber sie schwebt garherrlich heran. Diese Feder-Zeichnung war einstim Besitze von M poussin (B. LLXXXII. Xr.60.) vorzüglich.

8. Gedanken zu Heiligen Familien.

Von zehen derselben nennen wir viere.

r. Madonna mit den beyden Kindern. Johan-nes bringt ein Lammchen, und der Christusknabeaus der Mutter Scbooß streckt die Händchen in desLammes Mund. Flüchtig mit der Feder, voll Seele.i8. Meyer nennt sie nicht.

2. Madonna, das Kind auf dem Schooß, wel-ches sich niederbeugt nach dem Johannes hin, derabgewandt, i» sich versunken, mit dem einem Beinekniet. Landschaft in der Ferne. UnausgeführteFederzeichnung. 21. Meyer nennt sie nicht.

3. Kleine Zeichnung auf perlgrauem gefärbtemPapier, weiß gehöht. Die Madonna sitzt auf der

2'9) In dieser Rubrick Einiges bloß deswegen beinerktkann. Meyer nennt bloß 77. b. und

4Z

Erde, mit gefalteneu Handen; das Kind sanft undruhig links neben ihr ein Buch über den Knien,niedersehend. »Welch ein Geist von Reinheit undStille" ! 41. Meyer hat sie nicht.

4- Joseph sitzt auf einem Quaderstein, und hebtmit beyden Händen die Windeln, worauf das Kindauf der Erde liegt; dieses hebt beyde Aermchenund das Füßchcn frohlockend empor. Die Mutterkniet mit feuriger Andacht und großer Demuth ihmgegenüber, die Rechte aus der Brust, die Linke aufdem Nacken des kleinen Johannes, der mit gebeug-tem Knie und gefalteneu Händchen auf das Jesus-kind schaut. Alles ist mit dem göttlichen Kinde be-schäftigt; das Kind nur mit der Mutter. Sehrausgeführte und ganz vorzügliche Rothstein-Zeich-nung auf gelblichem Papier, weiß gehöht. 42.Meyer sagt davon: »Rücksichtlich auf Formenvom beßten größten Geschmack, doch keine von desMeisters anmuthigsten Vorstellungen."

Q. Gedanke»» zu biblischen Geschichten.

Von zwölfen nennen wir achte.

1. Das Opfer Kains und Abels, und die Er-mordung des letzter», welcher schlief. Braun, mitFeder und Pinsel, weiß gehöht. Darunter geschrie-ben: kntto per la stampa. 98. Meyer nenntes nicht.

2. Gott im feurigen Busche, Moses die Händevor die Augen haltend. Federzeichnung, n.Meyer nennt sie: Entwurf zum Gemälde (inden Bogen), den Schatten mit wenig Strichenangegeben, und zählt sie, wie Morgenstern zudem Vorzüglichen.

3- Moses, Wasser aus dem Felsen schlagend,tritt mit einem Sprung eilend heran. In den bey-gefügten sechs Figuren von Jsraelitcn Staunen,Andacht, Dank, in wenigen Zügen wunderbar aus-gedrückt. Auf braun Papier mit Tusch und Feder,weiß gehöht. 86. Meyer nennt es ein trefflichesBlatt.

4. Petrus , beym Fischzug, und Andreas, wer-den zum Apvstelamte berufen. Auf blau Papier,braun, mit Weiß gehöht. Darauf geschrieben:kstto per bl stampa. 93. Meyer nennt siereinlich getuscht.

5. Christus, der Petern die Schlüssel giebt. Glei-che Manier. 84. Meyer meint, ebenfalls für denStich verfertigt.

6. Drey Weiber, darunter Magdalena, an derErde klagend um die hingesunkene Maria; auch Jo-hannes tritt weinend heran. Federzeichnung mitBister. 80. Auch Meyer zählt sie zu den vor-züglichen.

7. Grablegung Christi, anders als die Vorghe-sische. Federzeichnung mit scelenvollen Strichen,zi. Meyer nennt diese nicht.

8. Paulus predigt zu Athen . Mit der Federund Bister, etwas abgerieben. XL. Lorse knttoper Is stampn, schrieb jemand darunter. 83.Auch diese zahlt Meyer zu den Vorzüglichen.

0. Gedanken zu Mythologischen Dar-stellungen.

1. Gruppen aus einer Lapithen-und Centauren-Schlacht. Geistreiche und kräftige Federzeichnung.15. Meyer nennt sie nicht.

2. Eine sitzende Leda, den Kopf des Schwansauf ihrem Schooß. Unter dem Schwan zwey Amo-rine, der eine schlafend, der andere auf diesen dieArme legend, deren linker das Haupt stützt, nie-derschend. Federzeichnung. 16. Meyer nenntsie nicht.

L. Mannigfaltiges 219).

i. Große geistvolle Composition, bloß mit Fe-dcrzügen. Man hat darunter geschrieben: n ka-

, weil es zu Auffindung ansgeführterer Arbeiten leiten'