Band 
Zweyter Theil [3].
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riet; äusserst natürlich, sanft und gutmüthig.Morgenstern setzt hinzu.- »Sehr fleißig, rundund sicher: im Profil mit Haarflechten". 76.

12. Studien von Pferden, nach antiken Denk-malen. Morgenstern sagt: »Flüchtige kräftigeFederzeichnung: Pferde, und der Führer eines nack-ten Pferdes, ohne Kopf". 54.

Somit hatten wir Zz. Zeichnungen aus demkostbaren Schatze dieser Kunstjuweelen genannt.Noch fügt Meyer folgendes im Allgemeine» hinzu:»Raphael bediente sich, um zu schattiren, fast im-mer gerader Striche, besonders in den Zeichnungenmit Rothstein, welche er vorzüglich liebte. DieseWeise, Schatten anzugeben, scheint gewählt, da-mit die Massen gut sich auseinandersetzen, und dieUmrisse, oft sehr ausgesucht und zart, deutlicherbleiben sollen. Doch nicht allein mit vorzüglichenEigenschaften in Form und Gestalt sind diese Zeich-nungen ausgestattet; sondern es waltet auch in dengeringsten Entwürfen, so wie in des Künstlers gro-ßen Werken durchgängige Gesundheit und Tüchtig-keit der Gedanken; nie ist das Rechte, dasSchickliche von ihm verfehlt worden. In jedemProdukte seiner jünger» Jahre wohnt unaussprech-lich holde Unschuld, und spather begleitet ihn einekräftige, männliche Grazie, und erhabnere Gesin-nungen sprechen sich alsdann in größer» Formenaus. Kein Anderer hak sich die Kunst so zu un-terwerfen gewußt, und bey äusserst kühnen Zügenden Schein von Künstlichkeit so beständig und glück-lich vermieden. Der eben angezeigte Band ist da-her, wenn man dieselben auch nicht als Seltenhei-ten, sondern bloß nach ihrem reinen innern Kunst-werth anschlage» will, schon ein sehr großer Ge-winn für Kunstfreunde; und noch so manche an-dere treffliche Stücke finden sich zerstreut apch inandern Bänden, u. s. f.

Desjenigen, was Richards»«! zu seiner Zeitnoch in Florenz fand, hier zu erwähne», ist ganzunnütz, da das Meiste in unsern neuern Tagennach Paris gewandert, des klebrigen aber schongleich oben gedacht ist. Nur dieses Einzige. ImPallaste Pitti sah er das Bildniß eines Kardinalsim Franziscaner-Habit, mit dem Seil umgürtet,sonst in Roth gekleidet, und ohne Mönchskappe,was aber leicht dasjenige des Kardinals Jnghiramiseyn kann, welches ebenfalls als Kunsteroberungnach Paris gieng. Wenigstens findet sich letzteresnicht minder roth gekleidet, und ohne Mönchskappe;aber (wenigstens in einem Umrisse im ManuelFran<,ois IV. Nr. 19.) nicht (wie der Kardinalvon Richards»»!) mit dem Seil umgürtet 220).

Von Bildern in Florentmische»! Privathändensah der schon mehrmals erwähnte Schweitzer-Künst-ler, H. Vogel aus Zürch , noch 1813. in demHause des Marchese Tempi, in dessen Schlafzim-mer, wo sonst nichts von andern Kunstwerken be-findlich ist, das Kleinod einer der herrlichsten Ra-phaelischen Madonnen, aus des Künstlers mittle-rer Zeit: »Die ich" (sagt er) »hätt' ich die Wahl,derjenigen (?) in der Tribuna noch weit vorziehenwürde. Madonna halb Lebensgröße bis an dieKniee, halt das Kindchen auf der linken Hand sitzend,und drückt es mit der Rechten gegen ihr Herz.Das Kind wird vom Rücken gesehen, und nurdas Köpsgen sieht auswerts. Maria neigt ihreWange an das Gesicht des Sohns; ihr halb offe-ner Mund scheint zu athmen; man kann sich nichtsNaiveres, und zugleich Seeleuvolleres denken. DasKolorit ist so süß wie möglich, und hat etwas an-genehm Düsteres, so wie auch die blaue Luft hin-ten in. Bilde, das uns, obiger Beschreibung nach,viele Aehnlichkeit mit der unten vorkommenden

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Madonna della Sedia in Spanien , und einemBlatte von van Schuppen zu haben scheint".

X. Vall-Ombr-ofä.

Im Sanctuarium dieses Klosters sah noch 1815.eben dieser Künstler, zwey in Oel auf Holz gemalteMönchsköpse, welche von Benvenut« u. a. Kennernin Florenz säst allgemein für Raphaels Arbeit ge-halten werden, und so wie die Köpfe in der Dis-puta behandelt sind. Von einem derselben (mankann sich nichts Geistvolleres denken) hat unserFreund auf der Stelle eine Kopie genommen. Undwieder ebenderselbe berichtet uns. »In einem nahebey Florenz gelegenen Dörfchen ist im vergangene»Jahr (1813.) ein neuer (nach einstimmige» Urtheilaller dortigen Kenner) unstveitiger Raphael entdecktworden, dessen Gegenstand mir entfallen ist. Erkam sogleich in die Hände eines Französischen Beam-ten; und die Entfremdung soll allgemeinen Lern,in der Toskanischen Kunstwelt erregt haben".

XI. pisa.

Aus dem dortigen Dome nennt Volkmann (I.676.) auf dem ersten Altare, wenn man auf dielinke Seite wieder zurückkehrt, ein Bild von Ra-phaels erster Manier: Verschiedene Heilige, wel-che die Maria anrufen. Die Zusammensetzung(heißt es dann dort) sey zu symnictrifch; sonstfehle es dem Bilde nicht an andern Schönheiten.

Eden daselbst befand sich zu Volkmanns Zeitenim Pallaste Scta eine kleine Madonna mit demKinde (!. c. 692.).

XII. Siena .

In Pacci's: Kistretto etc. (12°. 759.) S. 48.wird behauptet, daß sich damals noch in einemeinst seiner Familie, bann dem Staate zugehöri-gen Pallaste ein ( ungenanntes ) Bild vv» Raphaelbefinde, so wie (S. Z8.) in der Sakristei derKirche St. Paul ein anderes (ebenfalls ungenann-tes) das Einige ihm, Andere aber mit mehrermRechte dem Sienenser Riceio zuschreiben.

XIII. Perugia .

In der dortigen Kirche St. Domenico soll dasSchnitzwerk der Chorstühle, nach Raphaels Zeich-nung seyn.

- In derjenigen al Carmine dann erblickt man aneinem Seiten-Mar eine in Oel auf Holz gemalte,zwar übel erhaltene, aber in allem Wesentlichenherrliche H. Familie, mit ausgezeichnetem Schön-heitsgesühl, in sehr Hellem Tone, die man als ein.Werk von Perugino taust; allein, nach dem Zeug-niß eines einsichtigen Künstlers, der das Bild nochvor kurzer Zeit sah, gleicht der Styl keineswegsdemjenigen von Pietro, weit eher einem ausRaphaels erster Zeit: Die ernst, doch sanft lä-chelnde Mutter, in Haltung und Miene voll Adel,so rein wie möglich gezeichnet, und, gleich demKinde, ganz einfach und licht gemalt; Anna, diehinten ihr steht, lächelt munter. Joseph nämlichreicht bei» Kind einen Granatapfel; dieses, in derschönsten Wendung, gelüstet und langt darnach mitbeyden Händchetk und offenem Munde. Der kleineSt. Johann steht hinter ihm mit dem Kreutze,und deutet auf den der da kommen soll". HinterJoseph findet sich noch eine ältliche männliche Figurmit Gcdchrden der Bewunderung. Im Hinter-grund eine Landschaft; in den Lüften eine Glorie,und auf einem Zeddul die Zueignung (wahrschein-lich des Schenkers): Oivoe -lnnoe clicatum. DieFiguren sind über halb lebensgroß. Den Kopf

-ro) Noch bemerken wir, daß sich in der Gallerie zu Florenz eine H. Familie befinden soll, wo die Mutter, vonJoseph begleitet, den, vor ihr auf einem Kiffen sitzenden Kind ein Buch reicht, und daß dieses Bild (dochunsicher) ebenfalls Kaphnel zugeschrieben wird. Gestochen hat solches in älter» Tagen Sebast. a Negibus,ohne des Malers Namen, mir der Unterschrift: veu; qui Saimi-i em. in neuer», genauer und richtigerfür das Galleriewerk, C. Mogalli, aber hier vollends bezeichnet: Hucwrs

Asch. zum VlI. Heft. 12