Band 
Propaedeutik der Mineralogie
Seite
32
JPEG-Download
 

7 £L

vnrrrru*

Vorbereitender Tlieil der Oryktognosie,

I. Ae ufsere'Kennzeichen.

A. Die Krystalle. Haüys Methode.

Dreiseitige Doppel-Pyramide: Qnarz, irmschlicher Hornstein (über einemKalkspathkerne gebildet) splitteriger Hornstein, Feuerstein , späthiger Braunkalk;die Sükenilächen der einen auf die Seitenkanten der andern aufgesezt und die Eckender gemeinschaftlichen Grundfläche stark abgestumpft (über späthigeln Kalksteine),dichter Malachit. -

Vierseitige Doppel-Pyramide: splitteriger Hornstein, Quarz; die Endspizzeabgestumpft, dichter Braun - Eisenstein.

Einfache sechsseitige Pyramide: späthiger Braunkalk, Speckstein, musch-licher Hornstein, späthiger Kalkstein, gemeiner Eisenglanz.

Sechsseitige Doppel-Pyramide: Galmei (über Jvalkspath , dichter Botli - Ei-senstein (ebenso), Speckstein, splitteriger Hornstein (bei diesem zuweilen die Eckender gemeinschaftlichen Grundfläche abgestumpft) ; dieselbe Pyramide, die Seitenflächender einen auf die Seitenkanten der andern aufgesezt (dichter gemeiner Eisenglanz).Würfel: Kalzedon, splitteriger Hornstein , dichter Braun - Eisenstein, Quarz (vo.n spä-Uiigem. Flusse) ; mit abgestumpften Ecken, dichter Malachit.

Rhombus : dichter Braun Eisenstein , späthiger Braun kalk, Kalzedon, Speckstein(von Braunspath).

RecluWinkliche vierseitige Säule: Kalzedon.

Geschobene vierseitige Säule: Kalzedon (von Baryt).

Sechsseitige Säule: vollkommen; Kalzedon, splitteriger Hornstein, muschlicherH oiv.stein (von Kalkspat!)), verhärtetes Steinmark; mit dreiflächiger Zuspizzung:muschlicher Hornstein (über Kalkspath), Fetierstein und Kalzedon (ebenso); mitsechsflächiger Zuspitzung : Speckstein (von Quarz).

Rechtwinkiiclie vierseitige Tafel: etwas länglich und die längeren End-flächen stark zügescliärft, die Ecken aber abgestumpft, faseriger Braun - Eisenstein(über Weifs - Bleierz).

Sechsseitige Tafel: splitteriger Hornstein , Quarz (von Baryt).

Achtseiti g e Tafel: Quarz (über Baryt).

Dodekaeder: dichter Brauneisenstein (aus einer natürlichen Entmischung des ge-meinen Schwefelkieses entstanden).

Linse: dichter Braun - Eisenstein , schwefelsaurer Strontian.

| 18. II A Ü Y S k r y s U 1 1 o t o m i s c h e und krystal-1 o m e t r isclie Sletliode.

I. Theorie der krystall-inischen Struktur .

Alle regelmäfsig geformten Miuefalkörper von blätterigem Gefüge' undmehrfachem Blätter - .Durchgänge lassen sich, nach der Richtung jener Durch-gänge , mechanisch zerlegen. Die Richtungen, nach welchen sich Krystalle

I spalten lassen, sind nicht bei allen regulären Körpern gleich. Man findet sietheils den Flächen derselben parallel laufend, tlieils schneiden sie diese. Imersteren Falle bestimmen entweder alle Flächen des ICrystalles oder nur einigederselben die Richtung der Spaltungslinie. Bei der mechanischen Zerlegungerhält man neue regelmäfsige Körper, Kerne ( noyaux ), welche, was ihreGestalt- betrifft, der des getheiiten Krystalles entweder durchaus ähnlich sind,oder sich mehr oder weniger' verschieden geformt darstellen. Die Gestalt desKernes zeigt sich im ganzen Umfange einer Gattung konstant, wie sehr sieauch unter anderen Gestalten verborgen seyn;e.

' Nimmt man ein regelmäfsiges sechsseitiges Prisma des kohlensau-

ren Kalkes (Tafel II. i ig. 1.) ^und sucht es parallel mit dem Rande!des Umrissas der Basis zu theilen, so findet mau, dafs drei dieserRänder , 1 i» c d und b m jene Tlieilung gestatten, die anderen dreihm getreu, f d, b c und in 1, solche nicht zulassen.. Am unterenEnde des Prismas nehme man nicht dieselben, mit den oberen kor-_ respoiuiireiiden Ränder, sondern die zwischen ihnen liegenden d / T,b c', V nF. D.e sechs Abschnitte entblöfseu eben so viele Tra-pezien, welche durch Politur und Glanz zeigen, dafs sie in eineder natürlichen 1. ugeu lallen , die miteinander verbunden das Pris-ma lüden, jeder Versuch, den tlrystall in einer anderen Pachtungtheilen zu wollen, würde vergebens seyn. Sezt man die Tlieilung

auf die angegebene Weise fort, so nehmen die Oberflächen der Ba-

sis stets ab , die Sei-.enwände vermindern sich und wenn zulczt dieBasis ganz verschwindet, so ist das Prisma fn einen Körper vonzwölf i lachen (nicht reguläres Dodekaeder") verwandelt (Fig. 2.).Bei noch weterer Zerlegung, bleibt die Basis dieselbe, aber ausden Fünfecken au den Seiten werden Dreiecke (Fig. 3. ), undwenn endlich auch diese verschwunden'-sind und keine, Spur desPrisma», mehr vorhanden ist, so erhält man den Kern (Fig. 4-) >'weicher ein stumpfes Rhomboeder,, d. li. ein ParalleJepipedon ist, wei-ches gleiche Rhomben als Flächen hat, deren gröfster Winkel lOlA32'. l3 // ist.

Um bei der Spaltung eines Krystalles Theile von regelmäßiger Ge-stalt und glatter Oborfl 'che zu gewinnen, nnifs man der Schärfe destrennenden Instrumentes eine bestimmte Richtung .geben. Wird diesoverfehlt, so ist nicht nur der Widerstand bei weitem grüfser, sondernmau erhält auch Theile von unbestimmter Form und raulier Oberfläche.

Auf) diesen Umstand der Kern - Verschiedenheit und seiner Analogien oderAnomalien mit der von der Natur gegebenen Form des regelmäfsigen Körpers,welchem er angch-ört, ist die wesentliche Abtheilung der Krystalle in Primi-tiv- und Sekundär - Gestalten begründet. 1

II. Die Primitiv-Gestalten.

I Primitiv-Gestalten sind feste Körper von bestimmter Form, de-| reu Flächen der Richtung der Blättchen folgen, aus welchen sie gebildet sind

und die folglich nach ihren sämmtlichen Flächen sich parallel theilen lassen.In allen Krystallen von gleicher Gattung, sind unter sich ähnliche Primitiv-Gestalten enthalten, dahingegen Gattungen verschiedener Art sich stets durcheine gröbere oder geringere HeterogeneitUt derselben charakterisiren. Die, nachihred Blätter - Durchgängen bei der mechanischen Zerlegung gemachten, Tliei-lungen vermindern blöfs den Umfang, ohne die Form zu verändern.

Streng genommen gilt dies nur für den Fall, wenn die primitiveForm irgend eine Art von Parallelepiped ist. Spaltet man z. B.einen Blei glanz - Ipürfel nach den Richtungen seiner Haupt-B'ätter-Durchgänge-, so laufen sämmtliehe Theilungen mit den Kry taiJ-Fiä-chen parallel und der Wh: fei wird, durch fortgeseztes gleichmäßi- ;ge's Lostrennen, nach allen Seiten kleiner im Umfange, behält aber ,seine anfängliche Form stets bei. 'Weicht dagegen die primitive Formvon der eines Paralielepipeds ab, wie beim Tetraeder, Oktaeder u. s.w. so führen die Durchgänge der Blätter, aufser der verkleinerten j, primitiven Gestalt, zugleich noch auf andere Fermen.

Man hat sechs verschiedene Primitiv - Gestalten aufgefunden , welche bei :verschiedenen i ossilien, je nach der Differenz ihrer Dimeusions - Verhältnisse :und der Verbindungs - Winkel der Flächen variiren :

1. Das P ar all el e p ip e ä o n (der l-Dürfll und die vierseitige Säule). - i

2. Das Oktaeder (die vierseitige Doppel - Pyramide).

3. Das Tetraeder (die einfache dreiseitige Pyramide).

4- Das sechsseitige regelmäfsige Prisma (die vollkommene sechs-seitige Säule).

5. Das Dodekaeder mit rhomboidalen, gleichen und äh nl i-chen Flächen {Rhomboidal - Dodekaeder , Granat - Dodekaeder).

6. Das ip y r a m i d al - D o d. e k a e d e r ( Triangulär - Dodekaeder , dasDodekaeder mit dreieckigen FJächen, welches aus zwei Pyramiden bestellt,

' die an der Basis vereinigt sind; die sechsseitige Doppel - Pyramide des ,Quarzes). ' , ;

Zum Parallelepipe don gehören der Würfel, das Fchomhoeiler(Hauts Rhomboid, Wehjvers Rhombus) , das, vierseitige Prisma ( die vier-seitige Säule und Tafel) und zwar das gerade v. P. mit quadratischer Grund'fläche, mit rechtwinhlich parallelogrammatischer, mit schiefwinklich parallelo-grammatischer und mit rhomboidaler Grundfläche, und das schräge Prisma, 'Imit rechtwinklicher, mit rhomboidaler und mit schiefwinklich parallelo gram'matischer\ Grundfläche.

Das Oktaeder tlieilt sich in das reguläre ( gleichseitiges) und in dasOktaeder mit quadratischer Grundfläche {O. mit lauter gleichen und ähnli-chen gleichschenkliehen: Dreiecken), in das Oktaeder mit rechtwinhlich paral-lelogrammatischer Grundfläche (O. mit zweierlei gleichschenkliehen Dreiecken)und in das Oktaeder, mit rhomboidaler. Grundfläche ( O. mit ungleichseitigenDreiecken).

Zusammenstellung der verschiedenen einer Kern - Gestaltzugehörigen Mineralien.

Parallelepipe-

don

( Parallele'pipede).

/' (

Rechtwinhlich es(p-ectangle).

Wolfram,

S chiefivmklich es \ . ... ..

. I Feldspath; Kupfer - Vitriol,

(ob tiquangle).

I

Würfel

(Cube )-

| ' Eorazjt; Steinsalz; Leuzit; Änalzin«Schwefelkies; faseriger Braun-Eigenst«; weifser Speiskobalt; Glanzkobalt.

Bleivbmz ;; Würfel-

Rhombus

(Ilhomboide).

Mit stumpfen End-i Späthiger Kalkstein; Witherit;

Quarz; Schöll; Chabasie; Spinei-s -p i z z e n filan ; Rotligültigerz ; Braun- und

(ahtus\ JGrün- Bleierz; Kupfer - Schma-

(OOlusy tragd; Eisenglanz.

I

JVL it s -p iz z e n End-s V i,,en(aigu). I

(Saphir , Korund, Diamantspath) ;Eisenvitriol.

Vi er s ei ti~ges Pr i s-m a

(JPrisme &quakre pans).

GeradesPrisma( Pr . droit),.

/

Mit quadratischerGrundfläche(a bases carrees).

Bittersalz; Idokras; Meio-nit; Skapolith; faserigerI Zeolitli; Uraxurlimmer »[Rutil. . ö

Mit schiefwinklicher Jparallelogrammadscher fGrundfläche(a bases parallelogram--mea obliquangles)- \

f Späthiger Gyps; AxinitJ\ (Epidot, Zoisit;.