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Propaedeutik der Mineralogie
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E i n 1 e i t u n g.

Entwicklung allgemeinerBegriffe.

Di

he natürlichen Körper lassen eine sehr wesentliche Verschiedenheit bemer-ken, deren Haupt - Momente Entstehung, Struktur und Waclistlium find.Man hat hierauf eine Abtheilung derselben in belebte (organisirte) und in.leblose (unorganisirte) Kör-per begründet. Beide sind durch scharfeGrenzlinien getrennt und vergebens ist man bemüht gewesen, Übergänge ausdiesen in jene aufzufinden.

Die belebten natürlichen Körper, Welche durch Ernährung >Wachsthum, Fortpflanzung, durch die Thätigheit ihrer Organe bezeichnetsind, bilden die erste der beiden grofsen iieilten. In der Zusammensezzungderselben waltet, was die Organe betrifft, d. h. die festen und flüssigenTheile, wovon der eine um des anderen willen vorhanden ist, eine sehrbedeutende Heterogenität ob. Zwecke dieser Theile, dieser Gefäfse, odermip-'destens ihrer gröfseren Hälfte sind: Aufnahme von Stoffen, den Körpern mehroder weniger ähnlich, Zersezzung, Modifikation, Verbreitung und Assimilirungderselben. So entstellt Beförderung des Wachs th um es, der Zunahme vonInnen nach Aufsen. Die belebten natürlichen Körper sind Erzeugnisse vonWesen ihrer Art und pflanzen sich auch selbst fort. Die Lebenskraft ist dasmächtige Vehikel, durch welches alle jene Funktionen ausgeübt werden. Mitdem Schwinden der Lebenskraft, mit dem Aufhören der steten Bewegung,tritt die Periode der Auflösung , der Zerstörung ein.

Nach der Art des Zusiclinehmens der Nahrung, nach der Verarbeitungs-Weise derselben, sowie nach der Willkiilu'lichkeit der Bewegung, zerfallendie belebten natürlichen Körper in beseelte (Thier e) und in unbeseelte1 Ff lanze n),

I Bei den leblosen natürliche n Körpern zeigt die Zusammen-

, sezzung keine heterogene Organe, sondern nur gleichartige Theilchen.Ihnen gebricht es an innerer Bewegung, an Lebenskraft. Entstehung undI Waclistlium sind nicht Resultate der Erzeugung und der Erweiterung ausdem Inneren, sondern des An- und Übereinandersezzcns homogener Theil-chen von Aussen. Es ist Verbindung durch Kohäsion, ohne dafs das Ge-mische eine Änderung erleidet. Der Zustand der leblosen Körper bleibtnach ihrer Bildung unverändert derselbe. Nur die Einwirkung fremderKräfte führt für sie eine Zersezzung, oder eine Verwitterung herbei.

- Einige unorganische Körper, die Braunkohle, der Holzstein u. s. w.

sind unleugbar organischer Entstehung. Allein mit ihrer, durch NaturkrliFtebewirkten, Umwandlung in Fossilien, ist ein Verlust der wesentlichem Hälfteihrer Organität verknüpft gewesen.

Die leblosen Körper tlieilen sich, nach der Art ihres Seyns, in Mine-ralien für sich bestehende Natur - Produkte , welche die feste Masseunseres Planeten ausmachen und während der Entstehung desselben oderspäter, in seinem Innern oder an der Oberfläche, gebildet sind und in-Atmosphärilien, welchen am gewöhnlichsten und ursprünglich stets eineflüssige Form eigen, und von denen die feste Erdkugel nicht nur nach allenSeiten hin umgeben , sondern häufig auch in ihrem Innern durchdrungen ist.

In Deutschland gelten Mineral und Fossil als Synonyme (auch indiesem Weike sind sie gleichbedeutend gebraucht) ; nicht so imAuslande, namentlich in Frankreich , wo man mit dem lezterenAusdi ucke diejenigen organischen Körper bezeichnet, welche durch dasIlmzutreten mineralischer Substanzen eine größere oder geringereVeränderung erlitten haben.

Plios phorsäitr e ist kein Mineral als Gegenstand der Oryktognosie , weilsie nicht für sich bestehend vorkommt, ob sie gleich im Apatiteeinen llestandtheil ausmacht.

A e r o 1 i t li e gehören in gewisser Hinsicht so wenig in die Oryktognosie alsWasser, Luft, Hagel.

schäften untergeordnet: Naturlehre (Physik) , Naturgeschichte und Scheidekunst(Chemie). Mit den Eigenschaften der Körper im Allgemeinen befafst sichdie Naturlehre. Sie macht uns vertraut mit den Erscheinungen, welcheResultate des Individuellen der Körperkraft sind und Hxirt Gesezze über dasRelative ihrer Wirksamkeit.

Die Eigenschaften und Verhältnisse der natürlichen Körper im Besonde-ren , und ihre Unterscheidung in Arten, vermittelst dieser Eigenschaften undVerhältnisse, lehrt die Naturgeschichte.

Die Aufsuchung der Bestandteile der Körper, ihrer Grundstoffe, dieBetrachtung ihres Eigentümlichen und des gegenseitigen Aufeinanderwirkens,wodurch, bei veränderten Mischlings'- Verhältnissen, neue Zusammensezzun-genKörper anderer Art, entstehen, ist die Aufgabe der Scheidekunst.

Naturgeschichte.

Theile derselben.

Für die Naturgeschichte hat man so viele besondere Zweige angenom-men, als die natürlichen Körper Haupt-Verschiedenheiten zeigen. Nun sinddiese entweder : Thiere , Pflanzen, Mineralien oder Atmosphärilien. DaherThier geschickte (Zoologie), Pflanzengeschichte (Botanik), Mineralienge-schichte .( Mineralogie ) und Naturgeschichte der Atmosphärilien (Atmo-sphärologie ),

Hierauf ist auch die alte Verteilung der Naturkörper in dreiReiche begründet. Das Reich der Atmosphärilien ist eine Vermeh-rung , welche wir den Naturforschern der neuern Zeit verdanken.Die Idee desselben ist nicht allgemein mit Beifall aufgenommenworden, darum sind wir noch in ihrer Bearbeitung und Ausführungzurück. Die Naturgeschichte scheint die Annahme dieses Reiches zufordern, denn die stets bewegten, stets tätigen atmosphärischenKörper sind eben so wenig zu übergehen, als einem der übrigen Na-turreiche beizugesellen.

Mineralogie.

N at urkunde.

Naturlehre. Naturgeschichte. Scheidekunst.

Die allgemeine Naturkunde umfahrt die nähere Betra ^ t^ a ^"j leblosen und belebten Körper, nach dem Mannichfaltigen ihr anach dem Verschiedenen ihrer Verhältnisse. Ihr sind drei G

M ineralogie ist die Wissenschaft , welche uns die Erzeugnissedes mineralreiches nach ihren Eigenschaften, Bestandteilen, Verbindungen,Verhältnissen , nach ihrer Entstehung und nach ihrem Alter, unter bestimm-ten Benennungen kennen, die mannichfaltigen Arten von einander unter-scheiden und das Ganze in einer angemessenen Reihefolge ordnen lehrt.

Nach der sich so ergebenden verschiedenen Richtung ihrer Untersuchun-gen zerfällt die Mineralogie in vier Doktrinen :

1. Oryktognosie,, Die Erkennungs- und Unterscheidungslehre der ein-fachen d. h. sichtlich nicht gemengten Mineralien, nach ihrem gegenwär-tigen Zustande, durch Sonderung der mannichfaclien Arten und Reihung

derselben nach einem ordnenden Prinzip.

2. Chemische Mineralogie. Die Bestandteile der Fossilien nach ihremqualitativen und quantitativen Verhältnisse, die Art ihrer Verbindung und da$daraus hervorgehende Verhalten der Mineralien bei der Einwirkung chemischer jReagentien sind die Gegenstände dieses Theile der Mineralogie, welcher ein *Resultat der. mineralogischen Chemie eines Zweiges der angewandtenScheidekunst ist.

3. Geognosie. Sie beschäftigt sich mit dem Bau der Erde, mit Entste-hung , Bildung, Vorkommen, Lagerstätten, Verhältnissen und Alter der

Mineralien.

Wenn die Oryktognosie individualisirt, so sucht die Geognosieihre Beobachtungen stets auf allgemeinere, höhere Gesichtspunkte zuerheben.

Die Petrefaktenkunde bildet einen besondern Theil der Mineralogie,der von der einen Seite in das Gebiet der Oryktognosie, von der an-dern in das der Geognosie fällt. Oryktognostisch sind die Petrelaktenwegen ihrer Form ; geognostisch als Urkunden jener mächtigen Erdre-volutionen , bezeichnend die Epochen in der Geschichte der Erdbil-duna', höchst interessante Aufschlüsse für das relative Alter der Ge-birgsformationen, für Eigeuthlimliclikeifen der Vorwelt etc. liefernd.

4- Topographische und geographische IVlineralogie. Kermtnifs des Vorkom-mens der Fossilien iu den verschiedenen Ländern, Gegenden und Oertern der

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