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Vorbereitender Theil der Oryktognosie.
I. Aeufsere
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A. Die Krystalle
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e t h o d e.
. Die integrirenden Theilclieu sind wegen ihrer unendlichen Kleinheit,selbst unter dem Suchglase nicht sichtbar. Aber an ihrem Daseyn , an ihrerFormen - Gleichheit bei jeder Gattung, läfst sich nicht zweifeln. Wir rhiissen,ohne die Überzeugung von ihrer physischen Existenz zu haben, annehmen,dafs sie als. in sich selber bestehend können angesehen werden. Die kleinstenwahrnehmbaren gelten als Repräsentanten der noch kleineren, so wie derChemiker die aufgefundencn einfachen Stoffe als Urstojfe betrachtet.
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V. Hie El e m en t ar - Theil chen.
Aufser den integritenden Theilchen gibt es noch Elementar - Theilchen.
Wenn man z. B. bei dem Kochsalze, das aus Natron und Salz-säure zusammengesezt ist (welche Bestandteile stets in gewissenVerhältnissen in ihren kleinsten Theilchen bis ins Unendliche che-misch verbanden sind), diese Theilung so weit verfolgt, bis diekonstituirenden Prinzipien sich isoliren , so darf man auch Theil-clien von zweierlei Art annehmen. Die ersten, welche die Ele-mentar - Theilchen begreifen, bestehen in diesem Falle aus Säureund Natron, die zweiten, die integrirenden Theilchen, bezeichnendie kleinen Würfel, welche man abgesondert erhalten kann, ohnodafs die Natur des Kochsalzes eine Zerstörung erleidet.
Es- ist aufser Zweifel, dafs die Elementar - Theilchen auch konstanteund bestimmte Formen haben und dafs die der einen Gattung sich an dietler andern fügen, indem sie kleine Abteilungen bilden, woraus die inte-grirenden Theilchen bestehen.
VI. Formen der integrirenden Theilchen.
Die Formen der integrirenden Theilchen aller Krystalle lassen sich,nach ihrer gröfsten Einfachheit, auf drei zuriickfiihren, auf das Tetraeder,auf das dreiseitige Prisma und auf das Parallelepipcdon. Mithin wird allesauf Räume reduzirt, die von vier, fünf oder sechs Flächen eingeschlossenwerden. Nach der inannichfachen Verschiedenheit 'der Substanzen ändertjede Form der integrirenden Theilchen in ihren Dimensionen oder Winkeln.Das Prisma ist rechtwinklich, oder schiefwinklich, gerade oder schief,jj gleichseitig oder ungleichseitig, von verschiedenen Graden der Höhe gegenl die Grundfläche u. s. W. Man findet indessen bei Mincralkörpern von ganzI verschiedenartiger Natur dieselben integrirenden Theilchen, dieselben Primi-| tiv - Gestalten.
Das Steinsais und der Schwefelkies haben einen PViirfel zur Pri-mitiv - Gestalt. Bei dem Spinell und beim Gediegen - Wismuthfinden wir ein Oktaeder.
Die Elementar - Theilchen dürfen in solchen Fällen verschieden seyn undsich in eine I orm ordnen, wie man z. B« ein Quadrat aus mannichfacheuStücken zusammensezzen kann.
Diejenigen integrirenden Theilchen, welche verschiedenen Mineralien ge-meinschaftlich angehören, a,eigen sich stets sehr einfach. So der Würfel, dasregelmäfsige Oktaeder und das Obdekaeder mit gleichen Rhomben. Man mufsdiese Fermen wie Grenzen betrachten, zu welchen die Krystallisation aufverschiedenem Wege gelangt.
VII. Zu s arnm enr ei hun g der integrirenden Theilchen. i
Die integrirenden Theilchen finden wir in geraden Linien aneinander ge-reihet und die Blättchen sind Lagen von solchen geraden Reihen, die aueinan-dergestofsen und mehr oder weniger lang sind. Bei den Tetraedern und beiden dreiseitigen Prismen waltet hierin ein Unterschied ob. Diese bilden nichtunmittelbar solche Reihen, sondern zwei, vier, sechs oder acht derselbengruppiren sich zu Parallelepipeden und aus den Parallelepipedeu sezzen sich dieReihen zusammen. Man nennt diese, aus integrirenden Theilchen konstruirten,.Parallelepipeden: subtraktive Theilchen.
VIII. Unterschied zwischen Struktur undAnwachs.
Mit dem Kerne beginnt nicht die Bildung des Krystalls. Der kleinsteregelmäßig geformte Körper ist dem größten ähnlich. Man sieht nicht denÜbergang von der Primitiv-Gestalt zur Sekundär - Gestalt. Es gibt nur eineArt, wie man sich die abwechselnden Formen vorzustelleu vermag. JedesTheilchen eines Dodekaeders mit rhombischen Flächen, das wir von einemKubus lierleiten, ist schon wiederum ein kleines Dodekaeder, das einen kubi-schen Kern enthält. Die Sekundär - Gestalten können an Umfang zuuehmenund die Form behalten, die schon in dem entstellenden Krystall skizzirt war.Die Affinität der Theilchen , die Natur der Flüssigkeiten , in denen die Kri-
stallisation bewirkt wird, der Grad der Dichtigkeit, der Temperatur u. s. w.sind Elemente Zu dem Kalkül, welcher das Problem des Abnahme- Gesezzeslösen wird.
IX. G es ezze der Struktur.
Bei der Untersuchung der Frage: auf welche Weise die integrirendenTheilchen in Krystalle von so verschiedener Art eingewickelt werden ? lehrtuns die Beobachtung, dafs diese Hiiile durch Schichten von Primitiv - Gestal-ten gebildet wird, welche regelmäfsig in einer Pachtung, oder von allenSeiten zugleich abnehmen. Diese Abnahme gescliiehet durch Wegfallen eii:oder mehrerer Reihen der integrirenden Theilchen auf jedem Blättchen unddie Theorie lehrt durch Berechnung die Resultate der bereits bekannten Kry-stailisationen nicht nur, sondern selbst derjenigen finden, deren Entdeckungder Folgezeit noch Vorbehalten ist.
X. Dekreszenz .
Bei dem 'Kerne enthält jedes der in ihm über dem andern liegendenBlättchen an sämmtlicheu Kanten eine R.eihe inte^rirender Theilchen mehr,als das Blättchen, welches unter ihm liegt. Mithin umschliefst jede Lagederselben die darunter liegende nach allen Richtungen und der Umfang desKernes wächst mit einer jeden neuen Lage. Bei den Sekundär - Gestaltennehmen im, Gegentlieile die auf den Kern aufgesezten, den Krystall - Umfangvergrößernden, Blättchen bald nach der einen, bald nach der anderen Seitehin an Fieilien von integrirenden Theilchen ab und so werden die mannich-faltigen neuen Flächen gebildet, welche man bei dieser Art von Krystallenfindet.
Dieses allmählige Abnehmen der Reihen bei den übereinanderlieo-enden
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Blättchen ist Dekreszenz. Es walten dabei bestimmte' Verhältnisse ob unddiese geben die Gesczze der Dekreszenz. Man hat eine Dekreszenz an denKanten , wenn die Abnahme, von den Kanten der Blättchen aus, in parallelerRichtung gescliiehet. Dekreszenz an den Ecken , bei welcher die AbnahmeVon den Ecken aus statt hat, so dafs sie den Diagonalen, oder, bei dreiseiti-gen Flachen, den entgegenstehenden Kanten parallel lauft.
Nimmt mau Fig. 9 für die Fläche eines kubischen Kernes, inkleine Flächen der integrirenden Theilchen abgesondert, so kannman die Anordnung nach zwei Richtungen betrachten. Einmal nacha n q i y s / l / v / z / s'' und sodann nach abedefghi, d. li. in derDiagonale , endlich in der Richtung q v k u x y z. Legt mau F.g. 12B auf A, so dafs der Punkt, e auf e', a auf a', o auf o' .und i auf F, trifft, «o bleiben Ee, Aa, Oo und li unbedeckt und die Kauten
Q V, PN, LG und F G gehen um eine Reihe' Theilchen über dieKanten hinaus, welches nöthig ist, damit der Kern bedeckt werdeuud damit die Masse da wachse, wo die Abnahme nicht hingelangtist. Legt man ferner C darauf, so dafs die Punkte e // a /J i" o"'auf e' A j / >:/ in B fallen, so bleiben die Vierecke, welche die äus-seren Winkel in Q S R P Y T N G haben , unbedeckt. Die Masse an
. den Kanten Ea, E O, AI und Ol der Eigur A wächst auch nochhier. Zwischen B und II Fig. C sind, dreizehn Vierecke, zwischenQL und V C Fig. B. zählt man deren nur eilf, da aber die Wir-kung der Abnahme die Oberfläche der Schichten immer mehr indiagonaler Richtung einschränkt, so braucht man nur au die nichtabnehmenden Ränder einen einzigen Würfel BK HD Fig. C stattder fünf in Fig. B anzubringen, so wird aus der achteckigen Flä-che Fig. B ein Viereck Fig. C. Aus dem Allem ergibt sich, dafswenn man die Scheiben übereinander legt, sie durch die Abnahmeihrer Kanten vier Flächen bilden, welche in einer pyramidalen Spizzeendigen. Die Kanten waren in A, B und C gewachsen, bei D u.s. W. nehmen sie wieder ab. Sie bilden von G an zwei Dreiecke,die sich zu einer vierseitigen Figur vereinigen. Diese sekundäreMasse, welche den Kern umgibt, hat demnach acht Seiten, diesich mit den acht Ecken des Würfels verbinden uud so wird,weil der Kern regelmäfsig gestaltet ist, ein reguläres Oktaeder.(Man findet diesen Krystall beim schwefelsauren Eisen , beim schwe-felsauren Blei und bei der salzsauren Soda).
Mittlere oder intermediäre Dekreszenz , wenn an der einen Seite derEcken mehr Theilchen wegfallen als an der anderen, folglich die Abnahmevon den Ecken aus in einer schiefen, mit den Diagonalen nicht parallelen,Richtung vor sich geht.
Bei einem Dodekaeder , welches rhombische Flächen und einenkubischen Kern hat (Fig. 5 und 8) bleiben, wenn man die sechsEcken r, s, t u. s. w. wegnimmt, welche aus vier Flächen ge-bildet sind, eben so viele Vierecke übrig, als der Kubus Seitenhat (Fig. 10). Hat man die abgeschnittenen Pyramiden (Fig. 10,00 / II / ) aus iibereinaudergelegten Schichten zusammengesezt undverbindet zwei derselben «in ihrer Grundfläche, so hat man wie*derurn einen Rhombus.