A, Kennzeichen der Mineralien, 71
B. D i e P h o s p h o r e s z e n z.
Inflammabiiien. Beispiele : Bernstein , Steinhohle, Graphit, grünlich.
Metalle,. E. eine mul gediegene Metalle, ihre 'Erze und Oxyde,Kalten in der Phosphoreszenz durch Temperaturerhöhung das Mittel zwischen'verbrennlichen ' 1 und unverbrennlichen Mineralkörpern, Der Schwefel in denErzen hat grofseu Antlieil an dieser Erscheinung (wenn er nicht die einzigeUrsache derselben ist). Bei einigen Metallen ist die Phosphoreszenz Folgevon Oxydation. So beim Gediegen-Wismuthe^ das in den einzelnen Farbendes prismatischen Lichtes phosplioreszirt.
ß) Phosphoreszenz durch Temperaturerhöhung mit reagirenden 'Stoffen.
Diamant - Ordnung. Diamanten, welche keine Empfänglichkeit für Phos-phoreszenz besizzen, sollen, durch Glühen mit Borax auf der Kohle, dieFähigkeit erhalten, durch Bestrahlung, und durch andere lveize Phosphores-zenz zeigen zu können,o
Kiesel- Ordnung. Die, durch Schmelzen der hierher gehörenden Mine-ralkörper mit Kali entstehenden, Gläser sind empfänglich Für Phosphoreszenz.
Aus der Thon- und Talkordnung ist' bis jezt noch keine Verbindung
der Art bekannt.
Kalk - Ordnung. Die kohleusauren Kalkarten bilden, mit Schwefel ge-glühet, den KANroVschen Leuchtstein (Phosphor von Kistok). Er ist vonbesonderer Empfänglichkeit. Schon die Wärme der Hand ist hinreichendilm, wenn er in einem Glase eingeschlossen ist, zum Leuchten zu reizen.
So die Wärme des Ofens; das Licht einer Argand’schen Lampe,'
Bereitungsart. Drei Theile Austerschalenkalk, mit einem TheilaSchwei'elbhunen vermischt, werden in einen Schmelztiegel einge-stampft, mit Kohleupulver bedeckt, und so eine Stunde iang derB.O'hüliihehizze au-gesezt. Das erhaltene Pulver wird in Gläsernmit eingeriebenen ' Stöpseln, oder in versiegelten oder zugeschmol-zenen Glasröhren aufbewahret.
Die schwefelsauren Kalkarten, in gröblichem Pulver mit Ei weifJ zudünnen Tafeln geformt, liefern , nachdem sie getrocknet und schichtweisezwischen Kohlen in einem gut ziehenden Windofen mäfsig gegliihet worden,den MAROORAr'sehen Lichtträger (Marggraf’s Phosphor). Er ist nicht soempfindlich : als der. von -Karton.
Die phosphorsauren Gattungen der Kalkordnung werden, mit kohlen-stoffhaltigen Körpern gegliihet, in Phosphorkalk umgeändert.
Baryt -Ordnuns. Das gröbliche Pulver des schwefelsauren Baryts, mitEiweifs und wenigem Mehle, auf gleiche Weise wie oben bei dem schwefel-sauren Kalke angegeben wurde behandelt, liefert ausgegliihet den sogenanntenBologneser oder ßononischen. Leuchtstein (Bologneser Phosphor).
Obgleich der Schwefelsäure Baryt von dem Monte paterno beiBologna sich vorzüglich zu diesem Zwecke eignen soll, so istderselbe zur Bereitung dieser Leucht: teine nicht unumg'änglieh er-forderlich. Der gewöhnliche schwefelsaure Baryt reicht zu diesemZwecke hin, und liefert, richtig behandelt, auch gute Lichtträger.
Erkaltet den Strahlen der Sonne ' ausgesezt, äul'sern diese Lichtträger nachkurzer Zeit phospliorische Erscheinungen, welche öfters über eine Stunde, imGunkeln anhalteu.
In hermetisch - verschlossenen Gläsern aufbewahret, zeigen sie nach'
Uqbersicht m e h r e r e r ' d u r c h Temperf, M i n e r a l
Jahren noch Empfänglichkeit Tür Phosphoreszenz . Der Verlust derselben wirddurch .Ausgliilien der Massen wieder hergestellt,
Strontian - Ordnung. .Schwefelsaurer Stronjtianit liefert, zwischen Kohlen.auf ähnliche Weise ausgegliihet, Lichtträger, welche sehr grofse Empfäng-lichkeit für Phosphoreszenz durch Bestrahlung besizzen.
Salze. Ob die, 'durch Glühen mit Kohle oder Kohlenstoff enthaltendenKörpern, in Schw r efelk.alien umgewandelt werdenden , schwefelsaureu natür-lichen Mittelsalze Phosphoreszenz zu zeigen im Stande sind, ist noch unent-schieden. Durch Glühen der Ivalien und Erden mit Kolenstaub und Eisenfeile,in gewissen Verhältnissen, eiugeschlossen in eisernen oder thönernen Röhren ,werden die, unter Lichtentwickehmg in der Atmosphäre und im Wassersich oxydireuden, Grundlagen derselben als ; Kalium, Natronium , Barytium,Kalzium etc. erhalten, den Übergang der künstlichen Leuchtsteine zu denLuftzimdern (Pyrophoren) bildend.
Bei den Mineralkörpern der übrigen Ordnungen sind theils keine phos-phoreszirenden Verbindungen der Art möglich, theils noch nicht aufgefunden,b) Phosphoreszenz durch den elektrischen Schlag.
Diamant-Ordnung. Alle Diamanten, welche durch Bestrahlung unddurch Temperaturerhöhung phosphoresziren , erhalten auch durch elektrischenSchlag Phosphoreszenz'. Del' elektrische Schlag verursacht Streifen auf denFlächen derselben , wefslialb geschliffene Exemplare ohne Nachtheil demselbennicht ausgesezt werden können.
Kiesel- Ordnung. Miueralkörper aus der Kiesel- Ordnung , welche fähigsind durch Temperaturerhöhung Phosphoreszenz zu zeigen, werden auch durchEinwirkung des elektrischen Schlages leuchtend. So die 'von demselben ge-troffenen Stellen am Granate, Schmaragde, Saphire, Achate, elektrischenSchorle, Jaspisse, Amethyste, Karniole , Bergkry stalle , Ouarze , jedochnur schwach.
Thon- und■ Talk - Ordnung. Wenige Empfänglichkeit für diese Art Phos-phoreszenz liegt in ihrem Charakter.
Kalk - Ordnung. Sowie die hierher gehörenden Gattungen vorzüglicheEmpfänglichkeit für Phosphoreszenz durch Bestrahlung zeigen , eben so em-pfänglich sind ^ic für das, durch elektrische Entladung zu bewirkende, phoi-phorische Leuchten. Öfters iibertrifft lezteres die erstere an Intensität undDauer. So dasjenige am Kalksinter , späthigen Kalksteine aus Island ,Stinksteine, an einigen Petrefakten, am dichten Gypse, späthigen Flusse. DieFarbe des sich hierbei entwickelnden Lichtes ist derjenigen gleich, welche das,durch Bestrahlung in diesen Mineralkörpern aufgeregte, Leuchten zeigt.
Baryt - Ordnung. Beispiel: schwefelsaurer Baryt. Licht von gelberFarbe.
Strontian-Ordnung. Es ist wahrscheinlich, dafs Strontian - Arten durchelektrischen Schlag Phosphoreszenz zeigen werden; allein noch sprechen dafürkeine Erfahrungen.
Jnflammabilien werden durch elektrische Schläge nicht leuchtend.
Klasse der Metalle. Nur einige Oxyde zeigen schwache Phosphoreszenzund unter diesen das Bleioxyd die stärkste.
aburer hö hu ng phosphoreszi'renderKörper.
W
EL,
CA
ff
ö
PT
CD
Ö
Farbe derselben an
Farbe derselben an, in
Mineralkörper.
Dauer der
greifseren , auf glühender
Dauer der
Pulverform auf die sehr
Phosphoreszenz.
Unterlage erhizten,
Phosphoreszenz.
heiise Unterlage gestreuten,
Stücken.
Mineralkörpern.
Diamant .
sehr lange *) ..
Hyazinth.
kurz
hellweifs
kurz
mattweifs
Topas, weifser orientalischer . .
kurz
mattweifs
nicht Sehr lange
hellgelb
lange
grünlich
lange
glänzendweifs
lange
glänzendweifs
Chrysolith . • • • •
• • *•••#
. ..«•••••
kurz
gelblich
Granat, edler . ..
kurz
glähendroth .
O -<
kurz
schwctchrOth
—— gemeiner , .
kurz
.mattroth
nicht sehr lange
ebenso
schwacher Schein)
nicht sehr lange
mattweifs
Schmaragd.
nicht sehr lange
gelblich
kurz
matt
Beryll .
• • • * •
(ein Schimmer)
kurz
gelblich
*) Es wird unter dem Ausdrucke sehr 1 a,n g e eine Zeit von fünf und mehreren Minuten * unter lange diejenige zwischen einer und fünf Minuten *diejenige von 20 bis 60 Sekunden, unter k u r z die Zeit zwischen einer und 20 Sekunden verstanden.
unter nicht sehr lange