Band 
Propaedeutik der Mineralogie
Seite
73
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Salze. Tnßammabilien. Metalle. Künstliche Oxyde.

A. Kennzeichen der Mineralien

B. Die Phosphoreszenz.

I

)

Farbe derselben an

Farbe derselben an, in

Mineralkörper.

Dauer der

gröfseren, auf glühender

Dauer der

Pulverform auf die sehr

Phosphoreszenz.

Unterlage erhizten,

Phosphoreszenz.

heifse Unterlage gestreuten,

Stücken.

Mineralkörpern.

/

Gemeines Natron'.

Salpeter .

Kochsalz . # , . ,

Steinsalz, iveifses .

rothes . *

Eisenvitriol. *

Kupfervitriol.

Bittersalz .

^Glaubersalz . . .

( Bernstein ^.

Stelnkolil et (eigentliches V'erbrej G r a p h i t J.

»)

lange

kurz

nicht sehr langekurz

kurz

lange

kurz

lange

heller Scheinnur Funken gehendweijslichmattweifswenige Funkenwenige Funkenebensoebensoweijslich .feurig , goldgelbFunken gehendhell - grünlich

Dauer der

Farbe derselben an,

Mineralkörper.

Phosphores -

auf der sehrhpifsenUnterlage erhizten ,

zenz.

Mineralkörpern.

/

Gediegen - Platin, in

Körnern .....

kurz

schwachgelb

Gediegen-Gold, Feil-

spähne . .

kurz

schimmernd

Zinnober, in KornernGediegen-Silber, teil-

.

gelb

spähne .

kurz

matte Funken

Gediegen-Kupfer, in

Stücken .

lange

weijslich

W i s m u t-h . (

. . . .

schioach

Malachit, gräßliches Pul-

n. s. lange

glänzend - pomeranzen-

ver ......

färben

Kupfergrün, ebenso

-

starkes Feuchten

Eisen-1 eilsp ä'ii n e

n. s. lange

schwach - weijslich

Schwefelkies,!« KörnernMagnet- Eisenstein,

n m s. lange .

purpurroth ,\ grünlich

in Kornern .

n. s. lange

iveifslich , Funken

Krystailisirter Eisen-

glanz, von Elba .

i * * »

strahlende Funken

Rot'li-Eisen stein, fase-

riger . . . ...

ebenso

Spatli- Eisenstein .

. . .

lange Funken

B o h n e r z , in kl. KornernGrau-Braun Steinerz,

kurz

Funken gebend

in Kornern ....

kurz

hellgelb

Wad.

kurz

rothglühend

Bleiglanz, in ganzen

Stücken .

. . . .

gelb , weifs , grün

Z i n n s p ä h n e . . ,

kurz

Funken gebend , weifs

Z i n k s p ä li n e

kurz

schwaches Ficht

Braune Blende .

längs

weifslichy hletulicli } goldg.

Erdiger Galmei, in

'

Körnern . . .

. .

kurzer Glanz

Erdkobalt.

n % s langeo

gelblich

Wismuthglanz, in Kör -,

Starker ins Grüne spielen-

der I arben Wechsel mit

nern .

....

r lamme

v Grauspiesglanzerz

n. s . lange

iveifslich

dilberoxyd . . .

n* s. lange

useifs

Eisenoxyd (dunkelgelber

rothes glühendes Licht

Ocker) . .

n. s. lange

- braunes . .

. . . .

Funken sprühend

Bleioxyd, rothes .

n. s. lange

weijslich

kohlensaures

ebenso

ebenso

Zin koxyd, weifses . .

. kurz

sehr schwach

' V i s,m u t h o x y d .

kurz

Funken , mattweifs

3. Theorien über Phosphoreszenz.

Mau hat folgende Theorien der Phosphoreszenz :

NewtoiN , das Licht als körperlichen Stoff betrachtend, erklärt diephosphorischen Erscheinungen an Mineralkörpern für ein Absezzeu des, frü-her eingesogenen, oder iutegrirendeu, Lichtes im Dunkeln.

Das Verl ).alten vieler Min eralkörper, in welchen, nachdem sie aufder heifsen Unterlage die Phosphoreszenz verloren haben, diesedurch Einwirkung des Sonnenlichts nicht wieder zu bewerten ist,steht mit Newtos 1 ) Erklarungsweise im offenbaren Widerspruche.

Euler, dein das Licht als etwas Unkörperliches gilt, glaubt dasselbeerrege, indem es auf Mineralkörper wirkt, gewisse Schwingungen in den-selben, die, im Dunkeln noch einige Zeit fortdauernd, sich als Phospho-reszenz zu äufseru vermöaren.

ö

Macquer hält das phosphorisclie Leuchten für einen äufserst schwachenGrad von Verbrennung.

Da der gröfsere Theil der leuchtenden Mineralkörper keinenGehatt an brennbaren Stoffen zteigt, so könnten unter dieser An-nahme nur diejenigen Fossilien begriffen werden, welche entwederInilammabilien selbst sind, oder deren in ihrer Mischung enthalten.

Gren glaubt die Phosphoreszenz in dem Brennstoffe begründet zu fin-den, welcfier , früher durch Zersezzung des Lichtes von den Körpern aufge-nommen, ihnen gleichsam nur anhängend, durch Temperaturerhöhung mitdem Wärmestoffe sich wieder zu Licht verbindet. Chemisch gebundenerBrennstoff werde hingegen nur dann als Licht ausgeschieden, wenn dieMischung der Körper durch Temperaturerhöhung eine Veränderung erleide.So bei dem Löschen des Kalkes.

Die fünfte Theorie sezt voraus , dafs der Wärmestofü, durch Kompres-sion oder Temperaturerhöhung, sich in Licht verwandle, und führt zuBegründung der ersten Annahme, die Beobachtung Delucs auf, nach wel-cher, bei gewöhnlicher Temperatur, eine Eisenstange durch wiedej holte Ham-merschläge Phosphoreszenz zu zeigen im Stande ist.

Obgleich durch die e Beobachtung einiges Licht über die Phos-phoreszenz durch mechanische Erschütterung verbreitet wird , indemsie die Phosphoreszenz mit dem Magnetismus in Verbindung bringt,so läfst sie dennoch die anderen phosphorischen Erscheinungenunerklärt.

Die sechste Theorie endlich, diese Erscheinungen aus elektrischen Ge-sezzen ableitend, hat die Beobachtungen Beromaks gegen sich, nach wel-chen die Blenden auch unter Wasser zu leuchten fortfahren.

Auch späthiger Flufs zeigt fortwährende Phosphoreszenz unterWasser. Dessaiökes ist der Meinung : dafs, da so viele Thatsa-chen zu Gunsten dieser Theorie sprächen, dieser Einwurf nichtvon so grofsem Gewichte sei, als dafs die Naturforscher sich ab-Lalteu lassen sollten weitere Untersuchungen in dieser Hinsicht an-zustellen , um dieselben zu lieben. Schon der Gehalt der gelbenBlende an Flufssäure (nach JBergman ) führt zn einer Annähe-rung in diesen Erscheinungen , zumal da nach Dessaiojnes die flufs-sauren Metalloxyde die eigentlichen Vermittler der Phosphoreszenzin den Arten der Flufs - Ordnung seyu müssen, indem künstlicherflufssaurer Kalk im trocknen Zustande auf keine Weise plios-phoreszirt.

4. Ansichten über die Natur der Phosphoreszenz.

Die Phosphoreszenz der Mineralkörpsr (die der Inilammabilien ausge-nommen ) unterscheidet sich von der Phosphoreszenz der organischen