A. Kennzeichen der Mineralien.
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Die-Phosphores. zenz. — C. Der Magnetismus.
f . 2) Bei der Phosphoreszenz durch mechanische Erschütterung, alsSchlag , Stofs , Reihen etc.
Die Phosphoreszenz der Mineralkörper durch Schlag und Stofs ist mitjener in Vergleich zu sezzen, welche durch Kompression der Luft erhaltenwird. Denn Fossilien, welche auf diese Art gut phosphoresziren, lassen,erhizt dieser Einwirkung ausgesezt,' keine Phosphoreszenz bemerken, erhaltenaber die Fähigkeit dazu nach dem Erkalten wieder. Sie scheint Resultatdes gestörten Zusammenhanges der kristallinischen Theile zu seyn. Durchverschiedene Behandlung lassen sich auf diese Weise zwei Arten der Phos-phoreszenz hervorbringen. Die erste ist vorübergehend und erfordert nurmäfsigen Kraftaufwand zu ihrem Erscheinen. Sie kann den Fossilien durchgelindes Giihfcuer entzogen werden, und scheint daher abhängig von demKrystallWasser zu seyn. Die zweite, von langer Dauer, hört nur mit demKörper selbst auf. Sie zeigt sich in Fossilien, die wenig oder kein Wasserin ihrer chemischen Mischung enthalten. Um sie hervorzubringen bedarf esheftiger Schläge.
Der opalisirende Feldspath liefert zu beiden Arten interessanteBelege. Werden zwei Stiicke desselben aneinander geschlagen, soentstehet öfters, aufser dem blizähulichen Lichte, noch ein anderes•wogendes Licht von längerer Dauer' da, wo ein Spalt in demKrystaltgefiige sich bildete. Dieselbe Erscheinung findet statt,wenn das Arystallgefnge dieses Mineralkörpers vermittelst eines Mes-sers gespalten wird, wobei die beiden Flächen im Augenblicke derTrennung phosphoresziren.
Die Phosphoreszenz durch Reiben mit weichen Stoffen erfolgt in denMineralkörperii unter denselben Bedingungen, wie die Erscheinungen derElektrizität an idioeiektrischen Körpern und liefert einen weitern Beleg zuder Identität beider.
3) . Bei der Phosphoreszenz durch Temperaturerhöhung.
Die Phosphoreszenz durch Temperaturerhöhung erfolgt entweder schonbei der Temperatur des kochenden Wassers, . oder, bei jener der duukelenGliiheliizze metallischer Körper. In dem ersten Falle verlieren die Mineral-körper keinen ihrer Bestandtheile und der Wärmestoff tritt in ein elektnsch-polarisches Verhäitnifs mit dem pliosphorisclien Flüssigen, welches sich alsPhosphoreszenz äufsert. In dem lezteren wird das elektrisch - chemischeVerhäitnifs, in welchem die Bestandtheile zu einander stellen, verändert.Mit dem nach und nach erfolgenden Entweichen des chemisch, gebundenenWassers tritt zugleich Verminderung in den phosphorischeu Erscheinungenein. Enthält ein Mineralkörper chemisch gebundene Metalloxyde, so er-leiden diese auch eine Veränderung, zumal die an Kohlensäure gebundenenUnd die Hydrate. Sie werden ausgesebieden und dadurch zu Hindernissender Phosphoreszenz. Besizzen endlich die Fossilien kein. Wasser, wie dieaus der Kieselordnung, so unterliegen sie denselben Gesezzcn wie die durchTemperaturerhöhung Elektrizität erhaltende Mineralkörper. Schmelzfeuer ,indem es die schmelzbaren Mineralkörper umformt, erzeugt in solchen,Welche die Fähigkeit zu phosphoresziren nicht besizzen, oder die sie früherdurch Temperaturerhöhung verloren haben, diese Fähigkeit wieder durchVeränderung der chemischen Mischung; Schmelzfeuer wirkt hier gleich dem elek-trischen Flüssigen. In diesem Zustande befinden sich alle durch Einwirkung desunterirdischen Feuers in glasartigen Flufs übergegangene Mineralkörper.
Miueralkörper, welche durch Temperaturerhöhung in Massen nichtleuchten, zeigen in kleinen Stücken öfters noch Phosphoreszenz. So vieleGlieder der Kiesel - Ordnung. Andere, die durch Erhizzen in Massen leuch-ten, verlieren diese Eigenschaft durch Zerkleinerung. So manche ungefärbteGebilde aus der Kalk-'Ordnung. In beiden Fällen wird mit der Zerkleine-rung die elektrisch - pbosphorische Spannung geschwächt. Die Stärke dieserSpannung in den Fossilien der Kiesel-Ordnung, und die Schwäche derselbenin jenen mancher kohlensauern Kalkarten führt die verschiedenen Resul- 'täte herbei.
4) Bei der Phosphoreszenz der künstlichen Eeuchtsteiue.
Die Phosphoreszenz der künstlichen Leuchtsteine mit geschwefelterBasis beruhet auf dem Einsaugen von Wasser aus der Atmosphäre.
Feuchtigkeit vermittelt starkes phospliorisches Leuchten in ihnen, trägt -aber dagegen auch zu dem baldigen Verluste desselben bei. Das
absorbirte Wasser wird zerlegt, der Wasserstoff tritt auf die Seite des Schwe-fels, der Sauerstoff auf jene der Base, welche bei ihrer Verbindung mit demSchwefel metallische Natur angenommen und dadurch Sauerstoff verlorenhat. Das Licht der Sonne scheint diese Zerlegung zu befördern, wenn essie nicht selbst veranlagt. Im leeren Raume entwickeln die künstlichenLeuchtstein ä geschwefeltes Wasserstoffgas und verlieren hierdurch zum Theiledie Fähigkeit zu phosphoresziren, durch' Aussezzen an die Sonne erhalten siewieder Phosphoreszenz in völliger Intensität.
Der KAWTON’sche Lichtträger liefert hierzu die Belege. Durchdie Einwirkung des Tageslichts, desjenigen einer brennendenLampe, ja schon durch Erwärmen in der Hand gleich nach seinerBereitung phosphoreszirend, kann nur Sonnenlicht demselben wie-der Phosphoreszenz ertheilen, wenn er im leeren Raume Schwefel wasserstoffgas entwickelt hat. Die wasserzersezzende Kraft derLeuchtsteiue wird durch das Verhalten des Äz - Baryts , welchenman durch Ausrglüheu des Salpetersäuren Baryts erhält, bestätigt.Er saugt nämlich in gelinder Hizze viel Sauerstoffgas ein, underlangt hierdurch die Fälligkeit Wasserstoffgas, unter sehr merkli-cher Lichteatwickelung, aufzunehmen und dadurch sicli in schmelz-baren Baryt umzuwandeln; denn reiner Baryt ohne Wasser istunschmelzbar. Dieselbe Erscheinung zeigt der, durch Glühen deskohlensauern Baryts mit Kohlenstaub bereitete, Äz-Baryt.
Die künstlichen Leuchtsteine mit geschwefelter Basis phosphoreszirenstärker in Saiierstoffgas; schwächer in säuern Gasarten. Die Phosphoreszenzderselben ist daher ein Resultat der chemischen Wahlverwandtschaft.
6. Schlufs.
Vorstehende, auf eine Fülle von Erfahrungen gegründete , theoretischeAnsicht läfst wohl keinen Zweifel gegen die Annahme aufkonunen : , dafsdie phosphorischen Erscheinungen hei den Mineralkörpern mit denjenigen derElektrizitäten' auf einer und derselben Ursache beruhen und den mehr undmehr erkannt werdenden Qesezzen der KryStallelektrizität unterliegen.
Hatte die einzige, im Widerspruche mit dieser Erkläruiigsweise zustehen scheinende, Beobachtung: dafs die Blenden unter Wasser zu leuchtenfortfahren, Bergman veranlafst von weiteren Versuchen abzustehen, unddis Phosphoreszenz geradezu für keine elektrische Erscheinung zu halten, sowird es ebenso annehmbar, wenn nicht zulässiger, für den jezzigeu Stand unsererKenntnisse seyn,' die Erscheinungen bei den Blenden für einen Beweis gelten zulassen, dafs die Elektrizitäten unter Wasser sich als Phosphoreszenz za äu6-seru vermögen, und dieses mit um so gröfserer Wahrscheinlichkeit, da nachDessaigines’s Versuchen selbst Wasser durch einen heftigen Stofs in derKompressionsmaschine zu leuchten anfängt.
C. Der Magnetismus.
Gewisse Mineralkörper lassen die Eigenschaft bemerken, andere eisen-haltige Fossilien und das Eisen selbst anziehen zu können. Sie werdennatürliche Magnete genannt, und zwar um so vollkommenere, je mehr sie,neben dieser Einwirkung auf das Eisen das Vermögen besizzen, an einemFaden im Gleichgewichte hängend, sich mit dem einen Ende nach demNorden, und mit dem andern Ende nach dem Süden der Erde zu wenden,und in dieser Richtung zu verharren; auch anderem Eisen, unter gewissenBedingungen, ähnliche- Eigenschaften zu ertheilen, so dafs dieses selbst zumMagnete wird. Ein auf 'solche Weise erhaltener Magnet wird, zum Unter-schiede von den natürlichen , ein künstlicher genannt.
Die Anziehung zwischen Magnet und Eisen erfolgt sowohl durch un-mittelbare Berührung als auch in gewisser Entfernung. Sie findet stritt nachdem "Verhältnisse der Stärkte des Magnets zu demjenigen der Gröfse der Ei-sentheile und im umgekehrten Verhältnisse des Quadrates der Entfernungen.Der Raum, in welchem ein Magnet anziehend auf das Eisen wirkt, wirdmagnetischer Wirkungskreis (magnetische - Atmosphäre) genannt.
Nicht alle Theile eines Magnets besizzen gleiche Anziehungskraft. Dieeröfste Intensität zeigt sich an den beiden Enden, welche nach Norden undSüden zu stehen, und nimmt gegen die Mitte des Magnc-ts nach lind nachab, bis die magnetische Anziehungskraft in dem Mittelpunkte == 0 wird.Sie verhalt sich in jedem einzelnen Theile des Magnets wie dessen Ab-stand vom Mittelpunkte.'
Mau hat dieses Verhalten des Magnets gegen die Pole der Erde mitdem Namen der magnetischen Polarität, die beiden Enden desselben mitdemjenigen der Pole belegt, und das nach Norden zu gekehrte den Südpol und jenes nach Süden zeigende den Nordpol des Magnets genannt. Diemagnetische Axe ist die gerade Linie, welche von dem einen Pole zum an-dern gezogen werden kann.
In verflossenen Zeiten und zum Theile noch jezt nannte mandie,se Enden umgekehrt nach den Weltgegenden, wohin jedes der-selben gerichtet ist: das. nördliche, Nordpol , das siidiiehe, Siid,pol.Allein man fängt nun, nach dem Vorgänge der Engländer, an,sieh der angeführten richtigeren Benennungen zu bedienen. DieGründe hierzu findet man weiter unten entwickelt.
Die magnetischen Pole ‘lassen in ihrem gegenseitigen Verhalten folgendeEigenthümlichkeiten bemerken.
Die ungleichnamigen ziehen einander an. So Sud- und Nordpol zweierMagnete. Die ■ gleichnamigen stofsen sich wechselseitig ab. So Süd- undSüdpol , Nord- und Nordpol.
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