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Propaedeutik der Mineralogie
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A. Kennzeichen der Mineralien

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Bei der Prüfung der Mineralkörper auf nassem Wege kommen in Be-tracht:

1. Die Lösbarkeit der Mineralkörper im Wasser sowie sie dieNatur darbietet (die meisten Fossilien aus der Klasse der Salze') , oder nachdem Glühen (kohlensaurer Kalk , JVitherit) ; in Weingeist {Salmiak); inSolnreftläther und ätherischen O eien (flüssige nnAfeste Erdharze.)

2. Die Einwirkung der Säuren auf die Fossilien, in gewöhnlicheroder erhöhter Temperatur. Sie kann zur Folge haben:

a) Die Entwickelung der in den Fossilien enthaltenen Gasarten.

fit) Der Kohlensäure. Mineralkörper, welche nur ihres Gewichtsan kohlensaurer Kalkerde enthalten, lassen, mit Säure benezt, nochein deutliches Aufbrausen bemerken , während jene mit i und mehrTalkerde in der Mischung durch Säuren nicht zu den geringsten Äu-fserungen der Art veranlalst werden.

ß ) Der Flufssäare. Die flufssauren ICalkarten entwickeln, mit kon-zentrirter Schwefelsäure in der Wärme behandelt, Flufssäure, welcheauf eine darüber gehaltene Glastafel korrodirend wirkt.

y) Des Sauerstoffs, und zwar: an und für sich (Grau-Braunsteinerzund Schwefelsäure in der Wärme); oder in Verbindung mit der, aufdie Fossilien wirkenden , Säure (dasselbe Fossil und Salzsäure).

b) Die Entweichung von Gasarten, entstanden durch die Zersez-

zung des A lil liisu ngsmit tels , oder des Wassers durch gediegeneoder -vererzte Metalle (Resultate: unvollkommene Säure , Wasserstoff-

und Schwtjelwasserstojjgas etc.).

c) Die vollkommenere Auflösung (Witherit; die reineren kohlen,sauren Kalkarten; strahliges Natron; Gediegen - Kupfer; Nickelocker in Sal-petersäure).

d) Die u n v o 11 k o m menere Auflösung. Sie kann veranlafst werden :

&} Durch Abschejdung eines in Säuren unauflöslichen Oxyds (der Kie-selsäure aus. dem Mesotype, aus dem edlen Serpentine, aus dem Kie-selkupjer ; des Spiesglanzoxyds aus dem -Spiesglanz - Silber, bei dessenBehandlung mit Salpetersäure),

ß) Durch Bildung neuer Verbindungen (das Silber im Gediegen - Goldefällt, während der Auflösung des Golds in Salpetersalzsäure, mitSalzsäure vereint als Hornsilber nieder).

7 ) Durch die geringe Empfänglichkeit des Fossils für die Einwirkungder Säuren (hierher die meisten Fossilien aus der Kiesel - Talk - undThon-Ordnung etc. etc.).

In diesem Falle ist das Fossil nach dem S. 109; 2) entwickelten Ver-fahren durch Kalien in der Wärme aufzuschliefsen und die geglüheteMasse in VVasser aufzuweichen. In diesem Zustande vetsezze'man siemit Salzsäure im Uebermafse. ( Unauflösliche Rückstände unterliegeneiner- wiederholten Behandlung mit Kalien, bis sie sich in Salz-säure lösen). Die vereinten Auflösungen verdampfe man in derPorzellan - Kapsel und bearbeite, sowie die Abscheidung des Sal-zes beginnt, die Masse mit einer Glas - Pistille, um alle Feuch-tigkeit und die überschüssige Säure zu verflüchtigen. Der staubig -trockne Rückstand wird darauf mit vielem salzgesäuertem Wasser di-gerirt und das Ganze aufs Filter gebracht. Das auf dem Filter Zu-rückgebliebene stellt, wohiausgewaschen und geglüht, die Kiesel-säure dar.

3. Die Farbe und Beschaffenheit der Auflösung vermögen eini-ges Licht über die Natur der darin vorhandenen 'Metalloxyde zu verbreiten,Gelbe Farben- Nuanzen deuten auf Gehalt an Eisenoxyd, Gold, Uran, Chrom-Säure , Zinn ; grüne Nuanzen auf Eisenoxydul, Mangan (übergehend insViolblaue), Kupfer, Nickel, Chromoxyd; blaue Nuanzen auf Kupfer, Ko-balt, Molybdän, Iridium ; rothe Nuanzen auf Kobalt, Tellur, Mangan (Iri­ dium , Rhodium, Palladium); braune Nuanzen auf Eisen, Platin. (Verschie-dene Grade der Oxydation eines Metalls veranlassen verschiedene Farben sei-ner Auflösungen.) Gallertartiges Anselm der Auflösung verräth Gehalt anTlionerde oder Kieselsäure.

4. Die Einwirkung der übrigen Reagentien auf die, durch ei-nen dieser Wege erhaltene, Auflösung.

Prüfung der Fossilien aus der Kiesel -, Thon- oder Talk-Ordnung.

Die Mehrzahl dieser Fossilien widersteht der Einwirkung von Säu-ren und bedarf daher eines Aufschlusses durch Kalien in der ILzze(S. I 09 ; 2) und der Behandlung mit Salzsäure (S. oben d. y.). Dieoxydirten Urstoffe, welche hier angetroffen werden, sind: Zirkonerde ,Kieselsäure, Beryll-, Ytter- und Thonerde , Bar ft und Strontian, Talk-erde, Kali, Natron. Häufig sind zwei, seltner mehrere dieser Stoffein entern I ossile veieimgt. So Kieselsäure und Zirkonerde im Zir-

' kone; Kieselsäure und Thonerde im Topase; Kieselsäure und Talkerde

l im Olivine; Kieselsäure, Talk- und Tlionerde im Spinelle ; Kieselsäu-re , Tlionerde und Kalk im Granate , welchen im Pechsteine und imTalke die Taikerde sich zugesellt; Kieselsäure, Kalk, Beryll- undThonerde im Schfnaragde und Berylle. f erner werden in Fossiliender Art angetroffen: die Oxyde des Eisens , JVIangans , seltner jenevom Chrom, Kupfer und Nickel .

In nachstehender Anleitung sezte man die Gegenwart aller dieser Stoffe, mit Aus-nahme der Zirkonerde, in einer und derselben Masse voraus.

Die Zirkon erde wird erhalten, wenn man das Fossil, nach demAufs(dilusse durch Kali, mit Wasser allein behandelt. Schwefelsäurelöst aus dem Rückstände die Zirkonerde und Gallussäure schlägt sieaus dieser Auflösung nieder.

Die Kieselsäure wird nach 2. d, (a et 7 .) dargestellt.

Die Beryll- und Ytter er de, das Nickel - und Kupfer-oxyd bleiben, wenn die Flüssigkeit von der Scheidung der Kiesel-säure mn kohiensauit-m Ammoniak im Uberniafse versezt wird, indiesem Reagens aufgelöst, und weiden, bis auf das Kupferoxyd,durch Verdunsten der ,/von dem Niederschlage (s. Tlionerde) getrenn-ten, Flüssigkeit bis auf I ihres Umfangs, abgeschieden. Ein Zink-stäbchen sondert daraus das Kupfer. Aezkaii - Lauge löst dann ausdem Niederschlage die Beryllerde, reines Ammoniak das Nickeloxyd,die Yttererde findet sich als Puickstand.

Die Tlionerde wird erhalten, wenn der, durch kohlensaures Am-moniak im vorigen Versuche erlangte, Niederschlag mit reiner Na-tron-Lauge gekocht wird. Salzsaures Ammoniak scheidet diese Erdeaus der Flüssigkeit. Sie mufs in Schwefelsäure gelöst, nach Zusazvon wenigem Kali , bei dem Verdunsten der Auflösung , die Krystalledes Alauns liefern.

Baryt und Strontian sind in der Lauge des reinen Natronsnicht auflöslich, und bleiben als Fiiickstand. Dieser wird in Salz-säure aufgelöst und die Flüssigkeit mit Schwefelsäure zersezt, wo-durch schwefelsaurer Baryt und Strontian abgeschieden werden.

Das Eisenoxyd trennt bernsteimaures Natron aus der, von Ba-ryt etc. befreiten Flüssigkeit.

^ Kalk und M a n g a 11 scheidet sauerkleesaures Kali nach der Fäl-lung des Eisens. Durch Ausgliihcn des Niederschlags, durch mehr-maliges Verdampfen von Salpetersäure über demselben wird das Man-gan stärker oxydirt, und löst sich nun nicht mehr in Salpetersäurewie der Kalk, der daraus durch Kalien gefällt wird.

Talkerde und Chromoxyd werden erhalten, wenn der.Flüs-sigkeit nach der Scheidung des Kalks etc. , soviel an frisch bereiteterAuflösung des reinen Kalis zugesezt wird, als noch etwas niederfällt.Der wohlausgewaschene Niederschlag wird mit Salpetersäure in derWarme behandelt, und die völlig ausgetrocknete Masse wiederin derselben Säure aufgelöst. Aus dieser neutralen Auflösung fälltsalpetersaures Quecksilberoxyd die Chromsäure, und koliiensaures Na-tron, in der Siedhizze, die Talkerde. Beide giiiht man gut aus, undprüft die leztere, in koiizentrirter Schwefelsäure gelöst, auf demWege der Krystallisation.

Kali und Natron werden dadurch in einem (hierher gehören-den) Fossile aufgefunden, dafs man dasselbe nach der, S. 109 gege-benen, Anleitung mit kohlensaurem Baryte glüht, die Masse in Salz-säure löst, den Baryt durch Schwefelsäure ausscheidet, die Flüssig-keit zur Trockne verdunstet, den Fiückstand ausglüht und dann inEssigsauVe auflöst. War Kali in dem Fossile, so wird die kon-zentrirte Lösung des Salzsäuren Platins oder der Weinsteinsäure indieser Solution einen Niederschlag bewirken. Das Natron kann danndurch Krystallisation erkannt werden.

Fossilien , welche zum gröfseren Tlieile aus Thonerde bestehen,erhalten den Aufschlufs durch Borax im heftigen Glühefeuer. Diegeflossene Masse wird in Salzsäure aufgelöst, und die Auflösung durchkohlensaures Ammoniak zersezt. iVlati verdampfe die Feuchtigkeit, laugedie trockne Masse mit Wasser aus, und löse den Rückstand wiederin Salzsäure. Diese Solution unterliegt nun der angeführten wei-tern Prüfuna;.

Prüfung der Fossilien, welche Verbindungen von wahren Säurenmit Kalien oder Erden sind.

Kohlensäure Fossilien. Auflösungsmittel: Salzsäure. DieOperation wird in dem Gasapparate vorgenommen. UnauflöslicheRückstände werden durch kohjensaure Kalien im Schmelzfeuer aufge-schlossen. Die ueiuralisirte Auflösung in Salzsäure wird auf Kalkund Mangan , Taikerde, Baryt etc. nach der früher gegebenen An-leitung geprüft.

Schwefelsäure Fossilien. Sie sind entweder in Wasserlöslich oder nicht. Die iezteru werden mit Salpetersäure behandelt,und der Rückstand mit ko Illensauren Kalien geglüht. Die geglüheteMasse ist 111 siede*ndem Wasser aufzuweichen, die UüsSigkeit vondem Bodensazze zu trennen und der zuerst angewandten Salpetersäurezuzusezzen. Man neutralisire die vereinigten Flüssigkeiten , fälle dar-aus die Schwefelsäure durch salpetersauren Baryt, und die Metalledurch schwefeiwasserstofliges Kali- Den früher erhaltenen Kodensazbehandle man mit Salzsäure und prüfe seine Auflösung wie jene derkohlensauren Fossilien- Mineralkörper, die im Wasser sich lösen,unterliegen der Prüfung durch salzsauren Baryt. Die rückständigeFlüssigkeit ist wie die Auflösung der kohlensauren Fossilien weiter zuuntersuchen. Baryt und Strontian werden dadurch von einander geschie-den , dafs man ihre leinen Auflösungen in Salzsäure krystallisirenläfst, und die nadelförmigeu Krystalle des salzsauren Strontians, durchDigestion des Salzes mit Weingeist, von den tafelförmigen des salz-sauren Baryts trennt. (S\ Baryiwasser.)

Flufssäure Fossilien werden mit kohlensauren Kalien ge-glülu. D,e dadurch völlig zersezte Masse ist mit Wasser zu behan-deln , die Auflösung von dem Rückstände zu trennen , und mit Essig-säure zu neutralisiten. Essigsaures Bieioxydul, salpeiersaurer Kalkscheiden daraus die Flufssäure. Die Natur des, im Wasser unauflös-lichen, liiiek-tandes ist durch Behandlung desselben mit Salzsäure etc.nach Mafsgabe des früher Entwickelten zu bestimmen-

Boraxsaure Fossilien werden mit Salpetersäure digerirt.Unauflösliche Rückstände sind durch Kalien aufzuschliefsen. Die biszur Hälfte verdunstete, Salpetersäure Flüssigkeit erhält einen Zusazvon kohlensaurem Kali im Uebermafse., Dadurch erzeugte Nieder-schläge werden von der Flüssigkeit getrennt und diese, mit überflüs-siger'Schwefelsäure versezt, zur Trockne gebracht. Weingeist löst

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