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Propaedeutik der Mineralogie
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Vorbereitender Theil der Geognosie

die Steinebei Eorgo-San-DoninO unfern Parma * 1808,19. April; ferner die Ae'rolithen bei Stannern in Mähren * 1808,22» Mai ; bei Lissa* in Böhmen 1808 » 3. .Sept. ; bei Charson* ^ville * Departement des L o i r e t in Frankreich 1810, 23. Novbr.;bei Berlanguillas in Spanien 1811, 8. Julius; bei Toulouse 1812, 10. April; bei Erxleben * zwischen Heimst ii dt undMagdeburg 1812, 14- April; bei Agen in Frankreich 1814,5. September.

Von allen mit * bezeichneten Meteorolithen sind chemische AnalysenVorhanden.

1. Erscheinungen, welche dieEntstehung der Meteor-steine begleiten.

a) Bedingende Momente.

Jahre, welche sich durch Trockenheit und gröfse Hizze auszeichnen, lassenvorzugsweise die Erscheinung der Meteore und Ae'rolithen bemerken. Jenemit vorherrschender Feuchtigkeit in der Atmosphäre zeigen einen auffallendenMangel an diesen Phänomenen.

Obgleich der Fall von Meteorsteinen an keine Jahrszeit gebunden ist,so wurden dergleichen dennoch stets häufiger in den Sommer - Monaten undzur Zeit der Tag- und Nachtgleichcn beobachtet als in den Monaten, welcheden Winter umfassen.

Von der Summe aller bisher aufgezeichneten Steinfälle kommennach Ruhlabd zwei Drittlieile auf die Monate Mai, Juni undJ II1 i. Die gröfsere Zahl des lezten Drittheils fiel im März undvom September bis Mitte Oktober, so dafs die Summe derin den Winter - Monaten erzeugten Ae'rolithen kaum jener von ei-nem Sommer - Monate gleichzusezzen ist.

Wenn ein Jahr mehrere Ae'rolithen aufzuzeigen hatte , so traf es sichöfters, dafs diese Phänomene in einem auffallenden Konflikte standen.

So fielen 1811, 10 April Steine bei Toulouse in Frankreich ;

am 13. April d. J. gewahrte man in Dänemark eine zerplaz-

zende Feuerkugel und am 15. April ereignete sich der bekannte

Steinfall bei Erxleben im Iklasdebursischan.

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Auch die Tagszeiten lassen in der Frequenz der meteorischen Steinfällebedeutende Unterschiede beobachten.

In den Morgenstunden ereigneten sich nur wenige, und vondiesen die meisten zwischen 8 und 11, während 1 von Mittag anbis Nachts 12 Uhr eine bei weitem gröfsere Zahl niederkam. Auchhier war eine gröfsere Häufigkeit derselben nach Sonnenuntergangund gegen Abend hin zu bemerken.

Die geographische Lage der Länder, der Abstand derselben vom Ac-qua-tor bieten rücksichtlich der Steinfälle Unterschiede dar, welche theils vondieser Lage , theils von einer noch unbekannten, durch physische Beschaffen-heit bedingten, Ursache abhängig zu seyn scheinen.

Vom Norden ausgehend wurden deren in Schweden keine undnur ein einziger in Dänemark beobachet. Eine kleine Zahl vonSteinfällen ereignete sich in Rufsland und zwar nur in dessen süd-lichem Provinzen. Gröfser war die Menge derselben in Eng-land und sie nimmt zu, jemehr man in den Süden Europas herab-steigt. Dafs in Deutschland , Frankreich und Italien eine bei wei-tem bedeutendere Zahl von Meteorsteinen fiel , als in anderen die-sen gleichgelegenen Ländern, könnte durch die Annahme einergröfseren, durch vorherrschende Vulkanität des Südens lierbeige-führten, elektro - chemischen Anziehung Erklärung finden. Dochdürften wohl der Aufmerksamkeit der Physiker in diesen, durchfrühere Kultur der Naturkunde sich auszeichnenden, Ländern garviele der öffentlichen Kundwerdungen von Steihfällen zuzuschrei-ben seyn.

Nach Toaldos , Hemkek s, Muscheneröks und Humboldts Be-obachtungen stellen gewisse Mondstände mit den Witterungs - Veränderun-gen in offenbarem Zusammenhänge. .

J. F. Mayer fand, diese Beobachtungen verfolgend, dafs beinahealle beschriebene Steinfälle sich auch zu einer Zeit ereigneten , woder Mond in einem seiner Knoten, d. i. die Erdbahn schneidend,stand oder nur um 1 bis 2 Tage davon entfernt war. Diese Er-

j scheinungen fielen gewöhnlich mit jener Hälfte der Mondsbahnzusammen, in welcher seine Phase im Abnehmen begriffen istund zwar so, dafs das Meteor gewöhnlich trfi einem , dem leztenViertel mehr als dem Voll- oder Neumonde genäherten, Tage sichzeigte. Manchmal hatte es auch in dieser lezteren Quadratur statt,wenn der Mond in der Knotenlinie sich befand. Es scheint hier-aus zu folgen , dafs bei dem jedesmaligen Zusammenfällen dieserPunkte die Erde und der Mond, sowie ihre beiderseitigen Atmo-sphären, Meteore der Art wo nicht veranlassen, doch sehr begün-stigen.

Auch dem Zustande der Witterung ist ein gewisser Einflufs auf die me-teorischen Erscheinungen nicht abzusprechen.

Der gröfsere Theil. der Steinfälle ereignete sich bei heiterem, ge-lindem und windstillem Wetter, weniger häufig fielen Steine beiGewittern, dann aber meist in Begleitung von Hagel. Nie wurdenlalle der Art bei gleichförmig bewölktem Himmel, bei allgemeinverbreitetem Regen oder Schnee, bei starker Kälte oder während .heftigen, einer Richtung folgenden, Ost- oder Not dostwinden beob-

achtet. Öfters verbreitete sich gleich nach dem Falle ein Nebelüber die Gegend, wo der Stein niedevkam. Der Stand des Barome-ters ist gewöhnlich vor den) Ausbruche niedrig, jener des Thermo-meters hoch.

Zwischen der Erzeugung der Meteorsteine und jener der gewöhnlichenFeuerkugeln ohne Steinfall, überhaupt zwischen der aller feurigen Meteoreund den Erdbeben und Eruptionen der Feuerberge scheint eine unverkenn-bare Verbindung obzuwalten.

Die Jahre 1618, 1650, 1654, 1668, 1674, 1723, 1753,1755, 1768, 1812, mehr oder weniger reich an vulkanischen Er-scheinungen und Erdbeben, liefsen zugleich viele Steinfälle be-merken.

So fiel 1492, 7. Nor. währenddes starken Erdbebens zu Basel der bekannte Meteorofith in Ensisheim. Das 1654 Deutsch-land treffende Erdbeben hatte die auf der Insel Fühlten fallendeMeteormasse zum Zeitgenossen. Dem Steinfalle bei Siena 1794,

' 16. Jun. ging ein Ausbruch des Vesuvs 13 Stunden voran.

Dafs wiederum feurige Meteore aller Art den Erdbeben undEruptionen der Vulkane zu Vorboten dienen ist eine bekannteThatsache.

b) Beschreibung des'Phanomens .

Die Erscheinung von At'rolithen sezt stets zwei andere Phänomene vor-aus, welche als frühere bedingende Ursachen des Falles angesehen werdenmüssen. Das erstere Phänomen erscheint in der Form einer dunkelgefärbten,scharfbegrenzten, sehr dichten und undurchsichtigen Wolke , deren Gröfseveränderlich ist. Sie zeigt sich gewöhnlich isolirt und öfters als einzigeWolke am Himmelsgewölbe, und wird, da wo andere Wolken mit ihrkonkurriren, durch ihre Eigenthümlichkeiten leicht von denselben unterschie-den. Sie ist ein steter Begleiter des Meteors und scheint solches zu umhüllen.

Das zweite, den Fall der Aerolithei) begleitende, Phänomen ist eine <Feuerkugel (Bolid). Diese Kugel steht mit der beschriebenen Wolke ingenauer Verbindung. So lange diese Verbindung dauert ist an der Wolkeeine stete Bewegung zu bemerken. Entweder bleibt die Feuerkugel währendder Ae'rolithen - Ausscheidung in der Wolke verborgen und ist dann nicht zubemerken, oder sie trennt sich von derselben (wie vielfältig beobachtetwurde) kurze Zeit vor Eintritt dieser Periode. . ,

Sie zeigte dann eine runde Gestalt; in seltenem Fällen schweifähnlicheVerlängerungen. Ihr Licht war bald dem des Vollmonds, bald jenem des,im Sauerstoffgase verbrennenden, Eisens älinlich, und ihr Umfang variirtevon dem eines Sterns erster Gröfse bis zu jenem der aufgehenden Sonne.

Nach Baüdin war der Durchmesser der Feuerkugel, welche zwi-schen Juillac und Barbot an explodirte, gröfser als jener desMonds, und sie zeigte in M o rmejs in 4er G-ascogne (von wo ausderselbe sie beobachtete) einen Schweif, der an Länge 5 6 mal denDurchmesser der Kugel übertraf. Das Phänomen erschien daselbst)bis auf die bhttrothe Schweif-Spizze, in mattweifsem Lichte.

Die Ae'rolithen enthaltende Feuerkugel, welche Gassexdi in derProvence beobachtete, hatte scheiribar 4 Fufs im Durchmesser undWar von einem Ringe , der in den Farben des Regenbogens spielte^ um-geben.

Der wirkliche Durchmesser wurde für manchen Boliden an Ortund Stelle gleich 1)4 bis 1)2 Deutschen Meile durch Kalkül aufgofunden.

Die Entfernung dieser Meteore von der Erde ist veränderlich undkommt, sowie die Richtung ihrer Bahnen, mit jener der gewöhnlichen Feuer-kugeln überein; allein stets unterscheiden sie sich von diesen durch ihrenGehalt an Erden und Metallen, durch das stärkere Sausen und Prasseln (dassie, noch von der Wolke umhüllt oder von derselben getrennt während ihresLaufs hören lassen). Flammende Blizze und dem Donner oder dem Batterie-feuer gleiche Explosionen , die öfters viele Meilen in der Runde gehörtwerden , bescliliefsen die Szene und ausgeschiedene Ae'rolithen fallen zischendzur Erde.

. Die Explosion des Boliden bei Charsonvillein Frankreich ver -

breitete sich bis Orleans, Montargis, Blois , beinahe in der-selben Stärke als an dem Orte des Aerolithenfalls.

So war im Allgemeinen der Verlauf des Phänomens; allein esgab Fälle wo die Feuerkugel erst nach und nach während ihresLaufs explodirte. Einer jeden dieser Explosionen folgte das Ablö-sen einzelner Partikeln von der Hauptmasse, die als Ae'rolithen nie-derfielen.

Die Meteorsteine , welche bei A i g 1 e in Frankreich und bei S t ä n-n e r n in Mähren niederkamen, verbreiteten sich, dem Laufe derFeuerkugeln nach, über mehrere Ortschaften der dortigen Gegenden.

Die Dauer dieser Phänomene ist verschieden und erstreckt sich vonmehreren Sekunden bis zu drei Stunden und drüber.

Zu den selteneren Fällen der Art gehört das in Rufsland 1737erschienene Meteor . Vier Stunden lang hörte man dessen lärmendesGebriille, bis endlich nach einer ungeheuren Explosion die Steinefielen.

An -dem Orte, wo die Steine niederkamen, wurde stets ein Geruch nachSchwefel verspürt, der auch an den Steinen selbst, wenn sie noch heifsaufgefunden werden konnten, sehr bemerkbar war. Manche derselben lies-sen in diesem Zustande sich zwischen den Fingern zerdrücken und zerreiben,erhärteten aber, sowie sie erkalteten, au der Atmosphäre.

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