I. Zoolithen
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A. Säugthiere.
Turbinit, — Vom turbö (der Kreisel).
Umbilizit . — Von umbilicus (der Nabel, auch eine gewundene Mu-schel der Alten).
Fermiknlit• — Von vermiculus (der Wurm).
Volutit. — Von volvere (einrolJen).
Zelleporit. -— Von cella (die Zelle) und jjorus •
Zoolith . —* Von ^(ÜQv (Thier) undZylindrit . Von cylindrus (die Walze).
Auf den Tafeln V bis X finden sich aus de^ meisten nachfol-genden Gattungen von charakteristischen Petrefakten Abbildungen. Siesind theils nach den vorzüglichsten Kupfern in diesem Fache, aus denWerken von Walch, Andjieae , Blumenbach, v. Schlotheim ,Cdvier, Faitjas - St. - Fond u. a. , theils nach ausgezeichneten Exem-plaren einer eigenthümlichen Sammlung entworfen, die überhauptreichhaltig ist, besonders aber durch schöne Folgen der Pariser undItalienischen Konchyliolithen schiizbar wird. Dafs die Abbildungenoft verkleinert werden mufsten, ist bei der Menge der Figuren aufeinem beschrankten Raume nicht zu verwundern. Es kam hier blosdarauf an in allgemeinen Zügen die Form - Verschiedenheiten bildlichanzugeben. In der Erklärung der Kupfertafeln sind diese Abbildungenausführlicher beschrieben.
I. Versteinerungen aus demThierreiche. (. Zoolithen .)
A. Säugthiere.
Ganze Gerippe, häufiger einzelne Knochen (Osteolitheri) , Hörner ( Kera -tolithen , Keratiten ), Zähne ( Odontolithen ). — Gr öfstentheils von jezt un-bekannten Arten. — Meist kalzinirt im aufgeschwemmten Lande, in derDammerde, doch auch im harten Gesteine, Gypse , Kalksteine,a. Zweihändige Säugthiere.
1. Mensch. ( Anthropolith .)
Als ganze Gerippe in einem Kalksteine von sehr neuem Ursprüngeauf Guadeloupe .
Diese fossilen Menschen - Skelette kommen daselbst in der C ö t edu 31 ö l e auf der gründe Terre vor. La gründe T er reist von dem eigentlichen Guadeloupe durch einen sehr engen Meer-arm getrennt und wird bei der Fluth zum Tlieil vom Meere be-deckt. Die Einwohner nennen diese Gerippe Galibi. NachLavatsse zeigen sie sich immer in einer Richtung von Ostennach Westen. Sie bilden mit dem Gesteine, das sie zunächst um-gibt, Blöcke, welche gleichsam von dem Ganzen des Felsens ge-sondert erscheinen. Da die Knochen in einer sehr festen Masse( Galibi st one) liegen und ihre Lagerstätte von Zeit zu Zeitvon der See überschwemmt wird, so sind sie nur mit grofseuSchwierigkeiten herauszuarbeiten. Das Gestein selbst ist kein Kalk-sinter , sondern ein geiblichgtauer Kalkstein mit milchweifsenKörnern. Er ist aus kleinen Stückchen dichten Kalksteines und zer-trümmerten Millepoven zusammengesezt. Auch enthält diese Kalk-Brekzie, die ein kleinkörniges Gefüge hat, frische Reste von Konchylien,unter andern von Helix acuta Martini. Korallen und Kon-chylien sind aus der gegenwärtigen Schöpfung, und von Petrefak-ten, deren Originale jezt nicht mehr vorhanden sind, findet sichgar nichts in dem Steine. Auch Basaltstücke und staubartige Restevon Holzkohlen hat man in ihm wahrgenommen. Seine Härteübersteigt die des Marmors und in der Nähe der Knochen, ist eram^härtesten.
General Ernouf gab zuerst in einem Briefe an Fatjjas - St. - FondNachriclu von diesem Anlhröpolithen. Alexander Cochjvane lief*ein solches Skelett mit vieler Sorgfalt aus dem Felsen brechen undschickte es nach England. Hier schenkte es die Admiralität demBrittisclicn Museum. Der erste Aufseher des Naturalien - Kabinetsin demselben, Karl Koenig , lieferte eine Beschreibung und Ab-bildung in einem Briefe an Sr. J. Banks (Phile s. Trans act.1814 und Delamethehie Jpurnal de Physique etc. I8l4.Sept.). Nächst diesem sollen noch einige andere fossile Menschen-Skelette aus dem Kalksteine zu Guadeloupe gefördert worden seyn.Bruchstücke haben sich an mehrere Orte hin verbreitet.
Der CociiRANE’sche Stein wiegt ungefähr 4000 Pfund. DerKopf des Gerippes fehlt, ebenso die Halswirbel. Die Lage der
mitunter losgerissenen Knochen deutet auf eine sehr frühe ge-waltsame Erschütterung hin. Die inliegenden Knochen sind ei-gentlich nicht petrifizirt, ( sondern haben noch einen Theil ihresGlutens. Sie waren, als der Stein eben vom Lager kam, weichund zerreiblich, wurden aber an der Luft hart.
Die Formation des Gesteins dieser Anthröpolithen ist offenbarnur lokal und sehr jung. Eine solche Kalk-Brekzie kann jezt nochsich bilden, da abwechselnde Mecresbedeckung und Korallenbauvorhanden sind. Walusbheinlich ist es, dafs die Guadeloupe!- An-tluopolithen Gebeine von Karaibeu sind.
Ob nun gleich die fossilen Menschen - Gerippe von Guadeloupe sehr neue, blos lokale Erzeugnisse sind, so können sie doch alsAnthröpolithen keineswegs verworfen, sondern mit demselbenRechte in der Versteinerungskunde aufgeführt werden, als diesesbei den Siberischan Elephanten- und Rhinozeros-Knochen geschieht.Nicht zu bezweifeln ist auch das Vorkommen von fossilen Men-schenknochen in einigen Kalktuff-Lagern der aufgeschwemmtenGebirge. So bei BUsingsleben und bei Meissen. Auch am Ganges wurden in einer Tiefe von mehr als 80 Fufs in Sand- und Thon-schichten Menschenknochen entdeckt.
Was man sonst für Anthröpolithen ausgegeben hat, sind entwe-der blofse Inkrustate oder sie rühren nicht von Menschen her. —<Das vermeintliche versteinerte Menschen - Skelett, das man alseinen Anthröpolithen in der Villa Ludovisi zu Rom aufbevvahrt,wurde von einem Könige, von Portugall als ein Geschenk demPabste überschickt. Es ist nichts weiter als eine Gruppe vonMenschenknochen, die durch Kalksinter inkrustirt sind. — Derehemals für versteinert gehaltene Schädel aus der Tibev , welchersich im Brittischen Museum befindet, ist ebenfalls ein Inkrustat. —Knochen alter Kirchhöfe, von Verunglückten au9 auiläfsigen Gruben,zwischen Felsen, aus Sümpfen, Torf etc. sind keine wahre Fossilien,Nach der genauen Prüfung von Cuvier , Hunter und Blümen-bace enthalten die Knocjien-Brekzien von Cerigo keine Menschen-Gebeine, wie Spallanzani behauptete. — Die Mensclren-Knochen vonGouan sind ebenfalls unächt. — Scheuchzer’s Homo diluviitestis ist eine grofse Eidechse. Auch die Abdrücke im bituminösenMergelschiefei- von Riegelsdorf, von denen Riess glaubte, sie rühr-ten vpn Kinder - Händen her, sind Reste von cidechsenartigeni
Geschöpfen.
Da nun im Übergangs - Gebirge und in den Flöz - Gebirgenschlechterdings das Vorkommen von Anthröpolithen unerwitsenist und das, was man von dev Art kennt, nur von ganz neuem.,während der gegenwärtigen Schöpfung entstandenem , Gesteine ein-gesclilosscn wird, so dürfte daraus hervorgehen, dafs die Men-schen vor den Haupt-Revolutionen, welche derErde ihre gegenwärtige Gestalt gaben, noch nichtda waren, obgleich damals schon andere T hie re dieErdober fl. ä che bewohnten.
b. Faulthiere.
1. Zwei jezt gänzlich unbekannte grofse Thiere gehören nach Cuvter’sgenauer Untersuchung und osteologischer Vergleichung zu der Fami-lie der Faulthiere. Man entdeckte zwei Arten.
Das Megatherium. (Riesen - Faulthier Cuvier’s . Mega-therium Americanum.) Ein ungeheueres Thier derVorwelt von der Gröfse des Rhinozeros , aber von nochstärkerem Knochenbaue. In diesem hat es viel Eigenthiim-liches. Es nähert sich dem Faulthiere nach der Formdes Kopfes , der Zähne und der Krallen. Wahrscheinlichhatte es einen kurzen Rüssel wie der Tapir, einen sehrstarken Bauch und einen kleinen Schwanz. Vorn hat es keineZähne, aber auf jeder Seite prismatische Backenzähne, derenKrone mit einer schräg durchziehenden Furche versehen ist. Siegleichen mithin weder den Zähnen des MastodonteS , noch denendes fossilen Elephanten oder Rhinozeros. Von sehr beträchtli-cher Dicke sind die Sclrenkelknochen. Sie übertreffeu darinselbst die des Ohiotliiers. Das Megatkerium hat Schlüsselbeineund auch dadurch wieder eine Eigenthümlichkeit vor den Gerip-pen anderer- grober Thiere , des Elephanten, Rhinozeros u. s. w.,die diese Knochen nicht besizzen. Es hatte fünf Zehen an denVorderfüfseu, von denen drei sichtbar und mit Krallen bewaff-