S e m i >i o.
Todesjahr in i 5 g§. Dort heißt es von unsermKünstler: »Zwey, mit ungemeinem Genie für dieKunst begabte Jünglinge zierten damals die Schulevon L. Brea: Anton Semini und Terainopiaggia (Teramo del Zoagli). Die Geschichtesagt uns zwar nicht, daß sie späterhin neuern Mei-stern gefolgt; wohl aber zeigen es ihre Werke.Gewöhnlich arbeiteten sie gemeinschaftlich, undsetzten ihrer beyden Namen bey; in der KircheSt. Andrea zu Genua , in einer Marter diesesHeiligen, sogar ihre Bildnisse. Aus diesem schö-nen Bilde ersieht man den Styl ihres ersten Meistersschon namhaft verbessert. Zwar haben die Figu-ren noch nicht die Größe, wie man solche in dernachfolgenden bessern Zeit anzunehmen gewohntwar, noch ist die Zeichnung pastos genug; aberdie Köpfe haben ein Leben das den Blick auf sieheftet, und das Colorit eine anmuthige Harmo-nie; der Faltenwurf ist leicht, die Compositionetwas seltsam, aber immerhin nicht zu verachten;kurz, wenige von den sogenannten alt - neuenKünstlern ihrer Zeit sind diesen zwey Freundenvorzuziehn. Anron vollends scheint uns der P.Pcrugino seiner Schule zu seyn. Dieser bessernZeit nähert er sich z. B. bey den Dominikanernzu Genua in seiner Abnahme vorn'Kreuz, so wiein andern seiner Bilder; und zwar dieses für die Fi-guren sowohl als für die Beywerke von Perspektiven,Landschaften u. s. f. Eigentlich aber muß man ihnbey St. Dominico zu Savona in einer Geburt sehen,um sich zu überzeugen, daß er nicht bloß mit Periuo,sondern selbst mit Raphael gewekteifert habe." Bey.fiorillo II. 864 — 65 . heißt es dann noch vonunserm Künstler: »Unter seinen Werken verdienthauptsächlich ein Erzengel Michael , den er umis>2iz. malte, wegen der richtigen Zeichnung keingeringes Lob. Für die Familie Riari in Savona mußt' er Mehreres verfertigen, worin er sich selbstübertroffen hat. Endlich sieht man noch im Dome(zu Genua ?) ein isolirt stehendes, von beydenSeiten beschauliches Gemälde, deren eine An-drea *), die andere sein Freund Teramo gemalthat. Anron hegte die Absicht, m Genua , zumVortheil der Jugend, hauptsächlich aber seiner zweySöhne, eine Akademie zn stiften; da aber alleseine Bemühungen fruchtlos waren, so schickte ersie nach Rom , wo sie sich ungemein vervollkomm-neten, und in der Folge sehr viel zur Verbrei-tung eines bessern Geschmacks der RömischenSchule in ihrem Vaterland beytrugen."
* Semino (Michel). Bey Lanzi (D6. ters.
II. 2Z2.), der übrigens so wenig als das Lex.von ihm zu erzählen weiß, heißt er Semini.
* Semirecolo (Niclaus). Etwas anders alsim Lex. heißt es von ihm bey Lanzi (löst. rer?.
III. 12—, 3 ): »Von diesem Künstler sihk man aufder Stiftsbibliothcck zu Mantua das Bild einerDreyeinigkeit mit der H. Jungfrau und einigen Ge-schichten von Sebastian, worin er sich unterzeichnet:IVrco/eto FVmrteroio cia Viniexia impense 1Z70.Ein schönes Denkmal der alten venetianjschcn Schu-le; das Nackte ist darin ziemlich gut, die Figurensind geschlank, bisweilen selbst über die Gebühr.Und, bemerkenswerth: Von einer Aehniichkeit mitEiolto's Styl findet man hier keine Spur. Inder Zeichnung bleibt Gemirecolo zwar hinterdemselben zurück, im Kolorit hingegen steht erihm zur Seite." Fiorillo dann (II- n.) spricht,gleich dem Lex. von vier verschiedenen Bildernunsers Künstlers, worunter eines mit 1067. be-zeichnet sey, mit dem weiten, Beyfügen: »Die-selben sind auf Hvlztafeln gemalt, an denen derUmstand merkwürdig ist, daß sie auf der umge-kehrten Seite schon mit andern Bildern bedecktgewesen."
Semler (Christian August ), Sekret, der Chur-fürst!. Bibliothek zu Dresden (irgendwo heißt esauch: Unterinspektor der Antikengallerie und des
*) Soll wohl Anton heißen?
Senault. i6c>z
Münzkabinets) geboren zn Weissenfels 1767. gabschon 1794. versuch über die regelmäßigenGarren; dann 1800. Untersuchungen über diehöchste Vollkommenheit in d Werken d Land-schafrmalerey (2 Th. 8°. Leipz.), u. endlich 1806.Ideen zu allegorischen Zimmerverzierungen8°. Leipz. 72. S. welche viel Angenehmes, viel-leicht hie und da Allzugekünsteltes enthielten. Ober selbst Künstler sey, ist uns unbekannt.
Semler (Christoph), ein Genie in den me-chanischen und mathematischen Wissenschaften, des-sen Erfindungen man in Dreyhauprs Beschreib,des Saalkreises, THI. II. S. 7,9. lesen kann. Indem Waisenhause zu Halle in Sachsen , sieht manModelle von der Stistshütre, dem Tempel Sa-lamo's, der Stadt Jerusalem und dem gelobtenLande, die er verfertigt, und worüber er aucheine Erläuterung in Druck hatte ausgehen lassen.Semler wurde in ,669. auf dem Neumarkce vorHalle in Sachsen geb., und starb 1740. zu Halleals Oberdiakouus. ib 7 §c.
— — Gemmler oder Sembler (Chri-
stoph oder Christoph Wilhelm) wurde ,689. (an-dere wollen 16-, 5 .) als Specialmüiizerardem vonder Stadt Nürnberg angenommen. In 1726 starber vermuthlich; wenigstens kam damals ein An-derer an leinen Dienst. Mrr.
Semmler, s. die gleich vorhergehenden Art.Semler.
Gemperavi ( ). So beißt im Alma-
nach ÜK8 6esux-^rt5 «80Z. ein damals zu Pa-ris lebender Baumeister, und Aufseher der Bau-ten des Seine-Departements.
^ Sempoder Sempy ( ), der Glas-
maler, hieß P. A. S. den Art. BenediktMich» im Lex. und in gegenwärtigen Zusayen.Gauit de Hr. (Vermaln S. ,9 , zahlt ihn zucFranzösischen Schule. Beschreibung und Nach-bildung im Umrisse dreyer ihrer gemeinschaftlichenkleinen Glasgemalde aus dem Live» des aus ei-nem Panduren zum Mönch umgestalteten Johannsvon Barriere nach M Elie (ehemals bey denFeuillants, jetzt im Museum der Monumente s.bey Landon (^nnal, XIV. 27 XV. 4 r- u. XVI.71.) sowie cines'vierten bey le rsloir S. 96. FürZeichnung und Ausdruck sollen sie mittelmäßiggenug, aber sehr schön von Farbenschmclz seyn.
* Semplice, der Kapuzinermönch, war ausVerona gebürtig und Schüler von Brutalerer.Derselbe arbeitete meist im Venetianischen Staate;doch auch in Rom . Ein von ihm zu Castelfrancogemalter schöner St. Felix wurde 1712. m Kupfergebracht. Er st. in hohem Alter 1654. Lü.ters. III. 242. Not. s. s. v.
Sem; off, s. oben Semboff.
Senagrand (Jacob', Hoftapezier des Kö-nigs von Pohlcn und Churfürsten von Sachsen ,starb zu Dresden 17Z4. 7». I. alt. Iccandersremarq. u. curieuse Briefe, i 65 - Couvert. S. Z2Z.
Senave( ). So heißt im -Vlmanscb<Ie Commerce 1811. ganz ohne Weiteres, eindamals zu Paris lebender Maler. Ohne Zweifelist es der nämliche dieses Geschlechts, nach welchemMaradan in punktirter Manier ein Folioblakt: lsFerment conju^al geliefert hat.
Senauli ( ). Von einem uns sonst ganz
Unbekannten dieses Namens wird irgendwo einBlatt: ?etit 6rc»upe ä I'konneur ste Houls XlV.1680. angeführt.
Senault (C), ein Schreibemeister. der imXVII. Jahrhundert zu Paris lebte und durck seineSchriften bekannt ist, die der Kunsthändler Nicol.kanglois verlegte, Breirkopfs Gösch, derSchreibekunst, hsraueg. von Koch S. 43.