Band 
Zweyter Theil [3].
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1604
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»604 Sen 6 .

Der Gantkatal. der Bibliothek von I. F. ChristI>. I. S. 4 » 4 - 3 g 25 . nennt von ihm: biou

vesulivre 6'Lsc:ritureci'It2llelinebL8tor, comrneon 1 a prstigue, et preaentement ä la moste,escrit et §rave par ?aris s. a.

(1672.) Fol.

Sene c ). So hieß ein Französischer Gs-schichtsmaler, der um 1770. als Königl. Penfio-nair in Rom siudirte, von dem uns aber nichtsweiter bekannt ist/ als daß derselbe um 1777- fürdie Abtey zu Anchin gearbeitet habe.

* Senecha! ( ), der Französische Bild-

hauer lernte Anfangs bey Stephan Falconek.

Senefelder , Gennefelder, oderSennfelder (Aloys), auf erstere Weise schreibt«r sich selbst/ nebst Gleisner (Mitgliede der Kö-nig!. Bayerschen Kapelle zu München ) Miterfinderder Polyautographie oder Sieindruckerey/ zu Mün­ chen / dort geb. 1772. Eine der frühesten Notiz-zen, welche wir über ihn erhielten, lautete noch,wie folgt:Sennfelder , ein Deutscher / hattezu Anfang des laufenden Jahrhunderts durch ei-nen Zufall*) entdeckt/ daß man auf Marmorplat-ten statt auf Metall Zeichnungen zum Abdruckenmachen könne. Auf diese Weise lieferte er einigeStriche in Form geometrischer Figuren/ ziemlichUnförmliche Buchstaben / und dgl. / kam aber auchim Verfolg nicht viel weiter, und verkaufte danndas Eigenthum seiner Erfindung an H. JohannAndrö (ober vielmehr Franz und Joh. AndreasJcchannor) von Offenbach ." Allein bald machtediese Kunstgattung denn doch ein größeres, und(wenigstens mit Maaß und Ziel) verdientes Auf-setzn. Nach Meusel's N. K. L. bcstühnde dasVerfahren bey dieser neuerfunvenen Kunst kurz inFolgendem: »Auf einer glatt und matt geschliffe-nen Marmorplatte wird/ wie auf Papier, mit ei-ner, besonders dazu verfertigte» Kreide, oder miteiner schwarzen, der Tusche ähnlichen Tinte mitder Feder gezeichnet oder geschrieben. Diese Zeich-nung wird alsdann durch eine gewisse chemischeOperation so aus dem Marmor fixirt, daß sieganz unauflöslich ist; worauf die Platte einge-schwärzt oder sonst gefärbt, und auf Pressen vonganz eigenem Bau zum Druck gebracht wird.Dieses Verfahre» hat vor dem gangbaren großeVorzüge. Der Künstler macht seine Zeichnungenselbst auf den Stein; es geht daher nicht, wiebisher gewöhnlich der Fall war, der eigentlicheAusdruck unter dem Grabstichel oder der Radir-nadel verlohren, sondern die Zeichnung bleibt soganz in ihrer Originalität und Kraft, daß jederAbdruck ein Original ist. Ueberdies nutzen sichdie Platten nicht ab, und liefern ins Unendlichefort gute vollkommene Abdrücke. In 1807. befandsich Senefelder in Wien ; Bruder von ihm setz-ten mitlerweile in München seine Anstalt fort (sodaß es mit jenem Verkaufe des Eigenthumsder Erfindung wohl kaum seine Richtigkeit habendürfte**), und benutzten das Geheimniß, welchesursprünglich bloß für Notendruck u. dgl. gebrauchtwurde, jetzt auch für Landschaften u. a. nach freyerHandzeichnung. In 1809. erschien dort bey Lin-dauer tFol.) das erste Heft eines Werks, welcheszum Titel führte: Musterbuch über alle Litho-

Senefelder.

graphische Kunstmanieren, m welchen dieKönigl. Bayersche privilegirre Stemdruckereyvon Aloys Senefelder , Franz Gleis-ner u. Lomp. in München solche Arbeiten, sodie Kupferstecher-Formschneider-und Brichtdruckerkunst nachahmen, zu liefern im Standeist; herausgegeben, vom Erfinder der Litho-graphie, Aloys Genefeld er (München 809.1 . Heft, enthaltend 10. Probeblätter und 3 . S- Texrin groß Realfol. 2. Laubth.). Es sollte 4. Hefte ge-ben. Der Name Oolyauthographie, welchen dieJohannor's der Kunst ertheilt, wurde jetzt inLithographie umgewandelt) Nachdem nun Se­ nefelder und sein Gehülfe Gleisner, wie wir soeben vernommen, von dem Bayerschen Hof einPrivilegium über ihre Steindruckerey (irgendwoheißt sie auch, uneigentlich, Steinschnciderey) inMünchen erhalten, wagten sie sich immer an Hö-heres, hauptsächlich aber an das schöne Unterneh-men, die in dem dortigen Königl. Kunsikabinetebefindlichen Handzeichnungen vorzüglicher Künstler,und zwar zunächst diejenigen von Albrecht Dürer ,durch ihre Kunst zu vervielfältigen, und gabennoch in demselben Jahr (1809.): AlbrechtDürers mythologische Handzeichnungen,in Lithographischer Manier gearbeitet vonksl. Srriyner. (Sieben Hefte, zusammen 40 -Bl , welche auf kl Pap. -6. fl. auf großerm 22. fl.kosteten). Von beyden dies«» Werken findet sich einesehr vortheilhafie Beurtheilung in der Jen A.L. Z, 1809. N°. 91. Bey Meuse! I. r. werdendann über diese Erfindung noch angeführt: All-gemeine Musik. Zeit. Jabrg. v i. !§°. iH.S. 754. u. s. f. (wohl die früheste Notitz). Dann:Ein Wort über Polyautographie, eine vonFranz Johannot in Offenbach am Maynverbesserte Kunst, Zeichnungen, Schriftenu. s. rv. durch Stemdruckerey zu vervielfäl-tigen, von Gotthelf Fischer (jetzigem Rus-sisch-Kaiser!. Hofrath und Professor zu Moskau ,vormals zu Mainz ) -f), in dem Jntell. Bl. zurLeipz. Allg. Litterat. Zeitung r8o). St. 02.S. hobg. und daraus im Jntell. B>. der Je-naischen L. Z. 180). Nck 89. S. 7^1. fch). Um1810 befand sich H. Genefelder in Paris ; undheißt es um diese zeit mi Tub. Morgenbl. S.116 in einem Briefe aus dort:Seine lithogra-phische Arbeiten machen hier das größte Aufsehn.Man zeigt dergleichen von ihm, die von Hand-zeichnungen nickt zu unterscheiden sind; andere,wo die Nettigkeit des geübtesten Grabstichels bey-behalten ist. A. Dürers Handzeichnungen, Ra-phaels Cartone, u dgl. sind mit einer bewunderns-würdigen Reinheit gegeben Die Lithographie wirbim Gebiete der schönen Künsten dieselben Revolu-tionen bewirken, wie die Typographie in der Li-teratur (0 Herre Gott !) Nächstens wird ihm dasBildniß des Königes von Sachsen vom berühm-ten Gerard, auf weißem Schiefers?), nach einemgrößern Gemälde, mit dem dazu bereiteten Bley-stifte gezeichnet, zum Druck überschickt werden.Es sind gegenwärtig hier 8. Steindrucke;-; abersie kommen in gar keine Erwähnung. Es ist da-her stark davon die Rede, sein Institut nach Pa­ ris zu verpflanzen"! ! Noch bemerken wir, daßSenefelder irgendwo (wir wissen nicht, ob voroder nach seiner Erfindung) ein deutscher Chj'rmiste genannt wird.

«) Einige glaube», er habe bey einem Botaniker gesehen, wie dieser auf solche Weise Pflanzenabdrücke machte.S. Tüb. Morgenbl. 1807. S. >> 7 '. wo gewünscht wird, H. Senefelder möchte es selber (wenigstenshistorisch) bekannt machen, wie er auf seine Erfindung gekommen sey.

«») Hierauf bezieht sich wohl auch eine Notitz bey Fiorillo V. 857 . wo es heißt: «Diese Erfindung hat inEngland eine so außerordentliche Aufmerksamkeit erregt, daß H. Sennefelder sich in der Perlon des H. Andre<dieser, oder vielmehr Jokannot, gieng also, wie es scheint, nach England) ein Patent ertheilenließ, und bereits mehrere schöne Werke herausgegeben hat, wie z. B. 8 pecimen.>> «f ?n>vi>ut«grr>pi,^, consi!.-rilix ok t-lcen srom oiüxinsl cirsvvin§., on rtone. In dieser Sammlung findet man auch Zeich-

nungen von dem Wienerkünstler Fischer, welcher sich dazumal (1803.) zu London befand."

f) Etwa demselben, der sich r 8 oz. zu London befand?

44) Bey lliporvsky, wo man vorzüglich denken sollte, auf nähere Nachrichten von unsrem Künstler zu wessen,finden wir einzig die uns bisdahin unbekannte Kunde seines Geburtjahrs.