S e y d e l m a ii n.
Zürch besitzt von ihm aus seiner beßten Zeit meh-rere Zeichnungen antiker Büsten, wie B. desApollo vom Belvedere, der Niobe und ihrer Töch-ter u. s. f. in der Größe der Urbilder. „Dieserallerdings verdienstvolle Künstler" (heißt es ineiner unsrer handschriftlichen Quellen) »hatte,neben seinen Talenten, eben so wohl, als seineGattin, ihre Erhebung zur Akademie, so wieüberhaupt Apollo«,« einen Theil ihres Glücks,von ältern Tagen her, hoher Gunst zu verdanken.Unsers Jacob Eresceneius Kunst betreffend dann,so große Verdienste ihm als Ausführer seinerschönen Zeichnungen zuzuschreiben sind, so ungleicherscheint er bisweilen in der Richtigkeit seiner Con-touren. Die von ihm zu copirenden Gemäldewerden bausirt (?), und wenn der Tag an ihmist, wo er in der Akademie den Zeichensaal diri-giren soll, so spielt er eine ziemlich stumme Rolle."Wegendes vielen Beyfalls, den seine Zeichnungenfinden, hat er das Oelmalen langst beyseite ge-legt. Don seinen Arbeiten seit i 8 o 3 . spricht mit-lerwcile vörderst die Allg. Runstzeir G. 239.mit immer gleichem Preise: »Unter seinem Pinselverwandelt sich die Sepia in Farben, und ersetztdurch das zart und rein gehaltene Spiel ihrer un-zählbaren Töne den Mangel des Colorirs." Ebenso spatherhin das T üb. Morgenbl. 1809. S.6)8. nennt ihn »den mit Recht gepriesenen Tau-sendkünstler in Sepia ", u. führt von ihm seine schonerwähnten Arbeiten für den Kaiser Alexander an,welchen bald ein drittes Bild, der St. Georgnach Allegri, folgen sollte. Auch Börriger, ineinem trefflichen Aufsätze über seine Ausstellungenauf der Drühlischen Terrasse zu Dresden (Zeit.f. d. elegante Welt 18,8. St. 78. u. 79.) nenntseine Manier herrlich, und eigen ohne Mitwerber.Nach ihm bestühnden seine für den Kaiser Alexan-der gefertigten Werke: Vörderst (i 8 o 5 .) in einerCopie der Magdalena von Batkoni, welche kaiser-lich bezahlt wurde; dann in der mehr angeführ-ten Naphaelischen Madonna mit dem Kinde, St.Sixt und St. Barbara, in der Große des Ur-bilds, einer Arbeit von zwey Jahren, wobey großeSchwierigkeiten zu überwinden waren. Die Nachtnach Correggio wurde, wie es scheint, erst um1808. angefangen; ihr sollte noch eine drittePerle der Dresdner -Gallerte, die Venus nachGuido, folgen. Von ihm selbst geetzt, und mitdem Grabstichel vollendet, kennt man (mittelmäßiggenug) eine badende Figur in einer Art Fel-senhöhle, nach I. F. Bloemen; hinwieder (ne-ben dem schon Genannten 1 «ach ihm: DenSchauspieler I. F Reinecke, halbe Figur inMedaill. in 4 ". von Liebe; den Kapellmeister I.A. Naumann von Hüllmann unter der Leitung vonSchulz (Pr. 20 Gr.); den Landschafter Zingg vonH. Sinzenich; den Genius der Wahrheit, als Al-legorie auf eine Dresdner - Freymäurerloge undzu derer Liedersammlung, in 4°.; die TochterWilhelms von Albanak, zu Meißners Dialogen,12. Blätter antiker Köpfe, und einige kleinereSachen von E. G. Krüger. Endlich haben, außer denZeichnungen die er für das Dresdner - Gallerie-werk lieferte, mehrere gute Künstler noch andregute Gemählde berühmter Meister nach seinenKopien in Kupfer gebracht. So z. B. kennt mandie Zusammenkunft von August und Cleopatra,«ach R. Mengs, von Earlom (1784.), undEbendesselben Cupido von Geyser.
Seydelmanns. oben auch Se 1 delmann.
Seydew 1 tz (Johann Christoph Heinrich von)Oberhofbaurath und Baudirektor des Herzogs vonMecklenburg - Schwerin 1798. Er lebt noch zurZeit (1812 ), ist aber seit einigen Jahren nichtmehr in Diensten.
Gepdlitz (Joseph 1 , der Sohn eines Kochsund Pastetenbeckers zu Warschau , und dort geb.1789. Derselbe studierte die Geschichtsmalerey beyProfessor Schubert zu Dresden von i 8 ) 3 —1810.wo er, aus Mangel gehöriger Unterstützung, sichgenöthigt sah in seine Vaterstadt zurückzukehren.Seidlitz, der jetzt zu Warschau in seiner Kunst
Seyfferi. 1619
Unterricht giebt und mit Beyfall Bildnisse malt,ist ein richtiger Zeicher, und besitzt Genie undLiebe zu seinem Fache. Mn.
Geyer ( ). So heißt im Almanach 6s
Eommerce 18011. ein damals zu Paris lebenderGraveur in Cristall.
Seyfert (Carl), ein Zeichenmeisier zu Leip,zig um 1812. dessen irgendwo gelegenheitlich Er-wähnung geschieht.
— — (Gottfried), s. Job. Heinr. Friesein künftigen Nachtragen.
— — (Martin). Ein solcher wird im:Lebend. Rönigl. Dresden als dortiger Ko-nigl. Hofmaler 1739. ohne Weiteres, angeführt.
— — s. auch unten Geyfferr.
Seyferritz (Christian Gottlob ). So heißt imDresdner Hofkalender ein dortiger Bild-hauer, der um 1749. zum Königl. Srall-Bild-hauer (?) ernannt wurde.
G eyffarr(Christian). Und so bey.vulpiusMerseburg S. 537. ein dortiger Maurermeister,der in 1608. die Kirche zu Rückmardorfvon Neuemstattlich aufgebaut habe.
— -- (Christian Michael) zu Dresden 17Ü7. geb. kam nach dem Tode seiner Eltern bis insSechszehnte zum Hofjnwelier Hennigs, mußte sichsodann gezwungen mit der Kaufmannschaft bis179h. abgeben, und trieb seit dieser Zeit Letterie-geschafce, schrieb über kaufmännische Gegenstands
u. s. f. Derselbe verfertigte einst Zeichnungen undGemählde in Quodlibetö(L). Rlabe Dresden , u.:Dresden Rennen, s. Häuser u. Einwohner.
Wegen jener seiner genannten Quodlibets,ließ er mehrere Aufsätze in dem Dresdner -Oolir. Anzeiger einrücken, und sagr darinn:Daß er im Zeichnen und Malen nur sein eignerLehrer gewesen; einzig Quodlibets (sowohl in Was-serfarben als in Oehl, mit Prospekten und Figu-ren) verfertige, zu jedem Stücke vier Monat Zeitbrauche, und daß diese (heißt es 1802.) bey ihmund in Leipzig bey dem Kunsthändler Pfarr ver-käuflich wären. Uebr-gens ist er selbii sehr zufrie-den mit dem Beyfalle, den seine Arbeiten auf denDresdner -Kunstausstellungen gefunden haben soll-ten. Er lebte noch zu Dresden 1811.
Geyffer ( ), Kupferstecher zu Wien , um
i 8 o 5 . und noch 1809. Das Verlags^ rzeichnißdes dasigen Kunst-und Jndustriekomptoirs vom I.180/,. zählt von ihm auf: Suite kleiüer Landschaf-ten nach Molitor (wird fortgesetzt), das Blatt zu36 . kr. — Suite kleiner Aussichten aus der Ge-gend v. Wien, v. Maillard , Geyffer u. a. 4 kolor.Bl (wird fortgesetzt das Bl. zu 1 fl. 3 okr. Men-sel lJ. R. L- kennt von ihm: Lruües 6'apeesElauüs horrain, in Octavformat. Ohne Zweifelist dieser Künstler auch derjenige A. Geyffer,welcher für das T üb. Morgenbl. 1810. N°. 8.ein sehr sauberes Blatt, nach seiner eigenen Zeich-nung, von dem alten Stammschlosse Würtemberggestochen hat; und, noch bestimmter derjenigeAugust Geyffer, welcher anderwerts Kupferste-cher zu Canstatt heißt. In 1811. gab derselbezwey Blätter: Canstatt und das Ncckenthal, undden Sauerbrunn bey Canstatt, von ihm selbst nachder Natur gezeichnet, jenes für 1 fl. 3 u kr. diesesfür 3 o kr. und kündigte zugleich ein ganzes Werk:«tanstarr und seine Umgebungen an.
Geyfferheld (Sebastian), ein Rothgießerin Nürnberg , 1649. 38 . I. all, ist uns alleindurch sein Bildniß bekannt.
S eyfferr (Heinrich), ein Bildniß-und Mi-niaturmaler zu Berlin um 1809., wird in einerGelegenheitsschrift genannt.
— — (Johann Gottlieb), ferner JohannMattthias Schachtel, Christoph Benjamin Roch,Michael Henning, und Johann Georg Docker(dieser starb 1782., 72. Jahr alt, zu Dresden ;wie wir in denDresdner-Merkrvürdigkeiren
v. 1782. S. i->2. finden) werden 17H7. als Hof-