Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1633
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S i e ii a.

ganz verschieden sind. Andre kleine Bilder vonihm besitzen die Edeln Sozzini u. a. zu Siena .Und kurz, Matthäus mußte freylich den Bellini,Francia und Vamicci weichen; aber immer über-traf er seiner Zeitgenossen viele. Dann war erauch in der bekannten Sieneser-Kunst seiner Zeit,von eingelegter Steinarbcit ungemein bewandert.Beweise davon finden sich in dem berühmten Fuß-boden des Domes zu Siena , wo er bereits seineVorgänger in solcher Kunst übertraf. An einemGewände des Königes David wußte er eine Mar-morader für eine Falte treflich zn benutzen; undeben so durch Farbcngegensatz des Steins, gleich-sam ein Relief von Knie und Fuß ungemein künst-lich anzudeuten; ähnlich in einem Salomo . Vor-züglich aber in einem Kindermorde, seinem Lieb-lingsgcgcnstand, den er auch hier anzubringensuchte. Daß Marrhaus auch in Neapel gearbei-tet, haben wir schon oben bemerkt; und wirklichscheint er die dortige Künstler-Schule auf die neuebessere Bahn geleitet zu haben. Sein dasiger Kin-dermord in der Kirche St. Catharina, soll mitMLLLLXVlll. bezeichnet sey», wobey aber wohlein tt. weggelassen ist. Daher ohne Zweifel auchDominici berichtigt werden muß, welcher wissenwill, daß Marrbaus auf den Styl des AntonSolaris von Abruzzo Einfluß gehabt, so wie siedenn wirklich in den Charakteren, ihrer Köpfezumal, einander sehr ähnlich sind. Allem entwe-der hat, umgekehrt Matthaus etwas von So-laris gelernt, oder dann haben beyde, wie es sooft zu geschehen pflegt, aus einer gemeinschaftli-chen Quelle geschöpft. 101-2.1.827—28.

3 ) 8 . 11. 288—89.

* Giena (Matthäus da), Matteino genannt,ein Frescante vor Wiederauflevuug der Kunst zuSiena. Zu Rom malce er Perspektive für N.Circiqnano u. a. In St. Stefano rotondo fin-den sich einige schöne Landschaften, wenn schonin alter Manier von ihm. Einige schreiben ihmauch Arbeiten im Easino zu Siena , von Göi. da-tier, und andre im dortigen Pallaste Lucarini zu,welche er gemeinschaftlich mit Rustichini verfer-tigt habe. Allein letztres ist der Ze,t noch unmög-lich; und erstres kaum wahrscheinlich, da er ini 55 l. nicht mehr als 18. Jahre zählte. Lausr Lei.ter?. I. Z)6.

— — oder vielmehr Sena (Michel-Angeloda), s. Anselmi.

— — (Meister Mino) oder Minuccio, dermit einem andern sparhern Mino von Sienades Lex. so wenig als mit dem Fra Mino oderGiaconniio (tt«x. K. Jacob) Turrira, demMuswarbeiter, nicht zu verwechseln ist. Lan^i(Lll. kor?, l. Zio.) schreibt daher ihm ein von1289. datirtes Bild zu, das er im Gemeindhausezu Siena malte, welches ihm mit 19. Lire be-zahlt worden, und sonst gewöhnlich dem eben er-wähnten Turrira zugeeiguck wurde. Dieses Ge-mald ist noch vorhanden, und stellt die H. Jung-frau mit dem Kinde zwischen vielen Engelchenunter einem Baldachine vor, der von den Apo-steln und den Stadt-Schutzheiligen getragen wirtz.Die Größe der Figuren , die Erfindung , und dieganze Manier desselben hat etwas für diese ZeitÄusserordentliches, obgleich dabey nicht zu verges-sen ist, daß solches in 1021. durch Simon vonSiena ausgebessert wurde, und somit mancherschöne Zug in Köpfen und Gewändern diesemletzter» zugehören mag. Indessen finden wir hierabermals einen Sieneser, der schon im neuernStyl arbeitete, als Giotto erst 18. Jahre zahlte,deswegen aber nicht, (wie es der P. della valle,mit mehrern Künstlern dieses Zeitalters aus Siena thut) einem Cimabue vorzuziehen ist. La»Li Lll.terr. I. 8io—n.

— — (Niccola da). So nennt der Alma-nach a. Rom i8rr. (Künstl. Kal. t. Jul.), ei-nen uns sonst unbekannten Plastiker aus Siena ,der um 1860. geblühet habe, und von welchem

Sierakowski. i6zz

Diele Arbeit in den Kirchen und Klöstern in undbey Siena , besonders aber in dem Dome zu Or-vieto befindlich seyn soll.

Siena c Segna oder Boni'eseqna da). Einum i 3 oö. lebender, damals sehr berühmter Me-ier von Siena , der dort selbst so gut als unbe-kannt war, bis ihn Tizio in seiner Chronik vonArezzo wieder ans Lichr gezogen. Dort soll sichnämlich heut zu Tage noch von ihm ein Bild be-finden, welches gedachter Schriftsteller schön nennt.

Lä. ter?. 1. ZiZ.

* — — (Simon da), s. Memmi.

* — — (Ugolino da) s. Ugolino Derselbe

war geb. um 1260 und st. in hohem Alter 1089.(a. 1 >. 18)9,). (Lll. ter?. l. Z,Z.) will

weder vasari beypflichten, der ihm den Cimabue zum Meister giebt, noch Baldinucci , welcherihn zum Schüler des oben angeführten Guidovon Siena macht, was der Zeit wegen in derThat nicht seyn kann. Wohl aber ist es über-haupt wahrscheinlich, daß er zu Siena unterrich-tet worden, wie denn z. B- seine berühmte Ma-donna in Or Sän Michele zu Floren; im Geschmackeder alten Sienenser Schule, d h. minderstark und minder wahr colorirl ist, als Cimavaeund die Florentiner solches zu thun pflegten.Seine Zeichnung dann war noch völlig in demalten Griechengeschmucke, an dem er hartnäckiger,wie keiner, hing. Nach Vasar« matte er Tafelnund Kapellen durch ganz Italien , und hielt sich,nach seinen Reisen, wahrscheinlich meist zu Florenz auf, st. aber in Siena .

Noch finden sich in einem alten Statuten-Bucheder Maler von Siena , welches der p. dellavalle (ttett. Ken. 1 ttotr. lh.) mitgetheilt hat,eine Menge zu Siena seit der Mttke des XIII.bis zu Anfang des XIV. Jahrh, lebend r Maler.Do» Eingebornen z. B. Andrea di Guido, viel-leicht der, welcher das Bild von 1802. in St.Antonio hecht es hier) gemalt hat, das demoben angeführten alrern Guido zugeschriebenwird; Jaconio di Frare Mino, und Galganodi Maestro Minuccio. Von Fremden ein rJ.Tedesco vann-no von Perugia , Lazzaro vonOrvieto , Mccolo von Norcia, Antonio vonPistoja, u. s. f. /.anrtt k)rl. ter?. I. Z22

Eben dieser Schriftsteller nennt auch (I. c. 870.)den: Setters lil. 4)9. zufolge, neuere

Maler von Siena , und stellt solche als unbe-deutend, und keiner andern, als etwa der nament-lichen Erwähnung werth, in einen Haufen zu-sammen. Dieses sind: Crescenzius Ganibarelli(bchglnssco, d. h. wahrscheinlich Nachahmervon Nasini); DeifobuS Burbarlni, ein sehr mat-ter Künstler: Aurelius MarreUi, il Mukolo ge-nannt; Joh. Bapk. Ramacciorri, ein Geistlicher,Malerey - Dilettanre, was man wohl auch vonBcrnardin Fungai, von Marcello Loli einemAdlichen, von Galgano Perpignano, u. s. f.sagen kann.

Siepmaun ( ), der in gegenwärtigen

Zusätzen, unter dem Art. I. E- Schenau alsdesselben Schüler erscheint. Derselbe hieß Abra--ham Gottlieb, eines Kaufmanns Sohn zu Dres-den , geb. daselbst, studiere bey Schenau seit 1795 .und wandte sich dann 1802. nach Leipzig , wo ernoch 1812. arbeitete, und Unterricht im Zeichnenertheilte.

Sierakowski (Sebastian), ein PolnischerGraf, ehmaliger Kronbewahrer, Propst des Hoch-stifts zu Krakau , Rector dortiger Universität,Ritter des Stanislaus - Ordens, ein vorzüglicherDilettant« der Baukunst, und Mitglied einer ar-chitektonischen Gesellschaft, welche der Graf Sta-nislaus Polocki kurz vor der letzt n Theilung vonPolen errichtet hatte, gab um 1812. die beydenersten Theile einer P>rcttttektura obevmuiacaxvsselki gatu nek muro; >vaniL 1 bullovvanls