Band 
Zweyter Theil [3].
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1644
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»644 Simone an.

Maler bestimmt; aber sein Hang leitete jhn baldausschließlich zur Stecherkunst; und seinem Talentegelang es in jeder Gattung von Gegenständen.Ueberall bemerkt man seinen trefflichen Geschmackim Zeichnen, seine breite und markigte Toccirung,und die Kunst, den Charakter seiner Urbilder aus-zudrücken. In den Halblinken, Mittel-und Hin-tergründen bearbeitete er Vieles mit der Nadel,und versparle den Grabstichel bloß zu den kräftig-sten Parthieen. Als Mensch war er von aufge-wecktem Charakter und geistreichem Umgänge. Sein,Aufnahmsstück in die Akademie war das Biidnißvon Mansard nach de Troy. Bald darauf erhielter den Titel eines Stechers des Königes, miteinem Jahrgelde. cke Rost Vll. 22/,—

27. Derselbe will über iZc>. Blätter von ihmzählen. Eine der reichsten Notizzen davon giebtein Verzeichniß meines sel. Vaters; nach FraBarrolomao, A. Benoit, A. Bouys, le Brun, H.Carraccio, Ph. Champagne, E. S. Cberon, S-le Clerc, M. Corneille, Sohn, A. Coypel, N.Coypel , Daloz, A. de Die», R. la Fage, D»Feri, C. de la Foße, F. Girardon, C. Halle,Houaße, I. Jouvenet, L. de Launay, Martindem jungen, F. van der Meulen, J.Pipi, C. Pver-son, H. Rigaud, Rubens , A. Sacchi, R. San-zio, E. le Sueur, F. de Troy, F. Verdier, I.Violen, va» der Werssund Zamvieri. Von seinenBildnissen bemerken wir hier nur: Diejenigen dervcrwittibten Herzogin von Orleans, Charlotte Eli-sabeth, nach Rigaud ; der Gemahlin Carls 1 .von England, Heuriekte Marie de France ; Lud-wigs XlV. in seinen verschiedenen Altern, in einerReihe von Medaillons au einen Palmbaum ge-heftet, und das schöne Titelblatt zur: Nistoirs6e I'^caäemie äes 8eiencss, wo Minerva dasBildniß des Monarchen ebenfalls en Medaillonträgt, nach A. Coypel. Noch soll eines der vor-züglichsten dasjenige des Herzogs George Dilliersvon Buckingham, wir wissen nicht, nach wel-chem Meister, seyn. Dann aber vorzüglich vonGeschichtlichem; nach alten Meistern: Maria,das Kind in den Armen, mit einem Conzerte vonEngeln umgeben, nach Fra Bartolomäo, ausdem Cabinet Crozat; das Kind in der Krip-pe, die H. Familie wo das Kind Kirschen vonJoseph erhält, Christus mit der Samarirerin ^herr-liches Blatt mit dem bloßen Grabstichel), dieAbnahme vom Kreutz und die Steinigung Ste-phani aus dem Königl. Cabinette; alle diese nach

H. Carracci : Den Sabinerinncnraub, und denFrieden zwischen den Römern und Sabinern ausBildern im ehemaligen Palais Royal , beyde nach

I. Pipi, für's Cabinet Crozat: H. Familie ineiner Landschaft, wo Elisabeth de» kleinen Jo-hannes hält, aus dem Cabinet du Roy; dasSilentium aus dem Cabinet Carignan; H. Fa-milie, wo das Kind auf einem Archikecturstncksitzt, aus dem Eskurial, alle drey nach Raphael(die zwey ersten eigentlich von Fr. Poilly gesto-chen, aber von Glinoneau wieder hergestellt);St. Magdalena von Engeln zum Himmel getra-gen, nach Lanfranco; Agar und Jsmael ausdem Cabinet Crozat, nach Sacchi, sehr gut; derHeiland bey Maria und Martha, nach Zampieri,u. s. f. Nach Neuern: Christi Einzug zu Jerusa-lem , die Kreutztragung, den Tod des Hypolykus,Herkules der die Skymphaliden verjagt, und Eben-denselben der die Hirschkuh erreicht, hauptsächlichaber (sein Meisterstück) die Eroberung des Franchecomte , Alles nach le Brun; Christus unter denLehrern (aus Nülre Dame), ein Ecce Homo,und Galatheens Triumph, alle drey nach A. Coypel ,(die beyden letztem von dem Maler selbst geetzt,und von Simoneau mit dem Grabstichel ausge-führt); Loth mit seinen Töchtern, und eine Geburt,nach N. Coypel; Venus bringt das Dictamen,um die Wunde des Eneas zu heilen, nach laFoße; das Grabmal des Kardinals von Richelieu (7. Bl.); die von I. D. Keller gegossene berühmteRitterstatüe Ludwig XIV . und das Denkmal derGemahlin des Präsidenten von Lamoignon, alle

S i m 0 n e l l i.

drey nnchMrardon; den französis. Uebergang überden Rhein , nach van der Meulen; Reise der Ma-ria von MediciS nach der Ce-Brücke (aus derGallerie von Luxemburg, nach Rubens , sein zwey-tes tzauptblatt); das Leben von St. Bruno (20.B>.) nach le Sueur (dies eigentlich von F. Chau-veau gestochen, und von Simoneau bloß vollen-det); und so viel Anderes. Zu dem Seltnemdürsten drey Rußische, in -708. u. 9. erfochteneGchlachtsiege gehören, welche er, gemeinschaftlichmit N de l'Armessin, nach Marti» dem jüngern,wahrscheinlich für Peter den Großen gestochen hat.

* Simoneau (Ludwig), Zeichner und Ste-cher mit der Nadel und dem Grabstichel, Carlsjüngerer Bruder, welcher im Lex. unter dem Art.dieses letzter» erscheint, nach Rost VII. 228—29.geb. , 65 b. und gest. 1728. «Derselbe" (heißt esdort) «scheint seinen Styl nach I. Andrem gebil-det zu habe»; durch die Verbindung der Nadelmit dem Grabstichel wußte er in seine Blättereine angenehme Abwechslung ;?) zu bringen. Erzeichnete richtig, und druckte die Extremitäten gutaus. Ueberhaupl stand er Carln eben nicht nach;nur hat er weniger (und, setzen wir hinzu, imhistorischen Fache nicht nach so großen Meistern )gearbeitet." Von ihm werden 1 . c. angeführt:Das schöne Bildniß Martins de Charmois, nachS. Bourdon; dann diejenigen des Erzbischofsvon Aldi H. Serroni, des Theologen A. Arnold,und des Parlaments r Advokaten A. le Maikre,alle drey nach Ph. de Champagne Von Geschicht-lichem: Die Himmelfarth Mariä (Plafond imSemiuarium St. Sulpice) in zwey Blättern;dann die vier Tagszeiten, die vier Jahrszeiken(Plafond im Schloße Veanx le Vicomte); Plafondim Pavillon der A' rora (im Garten de Sceaux ),Alle dies nach le Drun; Loch mit seinen Töchtern,Susanna im Bade, und Jesus bey Martha undMaria, alle drey nach A. le Coypel ; die Kreutz-tragung, die Heftung ans Kreutz, der Tod amKreutz, und St. Cathariua, alle viere nach A.de Dieu Noch werden anderwerts, neben An-dern, von ihn« genannt: Ueber 5 o. Blätter zu:Nistoire äes T^rts et lVletisrs ,69^—"in. Dannarbeitete er auch gemeinschaftlich mit Andern, anden: kossins et kontsiues <le Versailles, andem Lsbinet 6es Usaux - 7 (rts, und an ähnli-chen Werken seiner Zeit. Einige getuschte tzand-zeichnuugen von ihm besaß noch ,812. H. PaignonDijonval zu Paris .

* — — (Ludwig), der Jüngere. Ei-

nen solchen will der einzige Gandellun, wirwissen nicht aus welcher Quelle, kennen, der fürdaS: Lavinet cles kesux-^rts ein Blakt nachI. Jouvenet gestochen habe, das die Mechanikdarstellt.

*-— — (Philipp), der im Lex. unter demArt. seines Vaters erscheint. Rost (Vll. 228)kennt von ihm einzig: Venus und Adonis, nachAlbani, den Raub der Sabinerinncn und denFrieden zwischen den Römern und Sabinern, nachJul. Pipi, und die drey Göttinnen rüsten sich vorParis Richtcrstuhl zu treten, nach P. del Vaga(beyde aus der Gallerie d'Orlcans). Noch nenntein Verzeichniß meines sel. Vaters von ihm Ver-schiedenes. Z. B. ein Bildniß R. A- F- de Reau-mur, nach A. S. Belle; dann allerley für irgendein geschichtliches Werk über St. Denis, nachA le Blond, C. Halle, I. B. Martin, u. s f.

' Letzt erwähntes Verzeichniß endlich enthält eineMenge Blätter, von denen wir nicht wissen, wel-chem der drey Künstler dieses Geschlechts solchezuzueignen seyen; wie z. B. nach I. Blanchard,L. Boulogne, C. le Fevre, P. Gobert, D. Kloeck-ner, C. Maratli (die Keuschheit Josephs), Mo-clon (?), Nivellon, N. Poußin (Moses aus demNilgezogen), Neoel, Vernansal, und A. Wateau.

* Simonen, (Joseph). Nach Lanz, (L<l-terr. n. 255 .) st. er ,7,2. etwa tzis. I. alt. Der-