Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1646
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1646 Sinapius.

man zwey Bildnisse Georg III. und seiner Gemah-lin, der Königin Charlotte, kenne.

Grnapius (Johann Christian), ein Handels-mann, den wir hier bemerken, weiter, nebst meh-rern andern Schriften, auch: Muster, nebsteiner Anleitung ZurSchönschreibekunst (Ham-burg 1781. 8°.) gab. Sinapius wurde zu Fürste-nau in Schlesien geboren, hatte das Unglück stetsin seinen Geschäften zu falliren, hielt sich nachund nach in Schlesien, Gallizien, Hamburg undPolen auf, und privatistrke um 1747. zu Torgau in der Niederlausitz .

Sincerus (Joseph) von Palestrina; denNamen dieses Künstlers findet man, als Zeichners,«»feiner Vermahlung der H. Jungfrau nach Ma-ratti von B. Fariat gestochen, und auf einemAndern: I^itbostrnton prssnestinum (Mosaik zuPalestrina), lediglich mit: ä'mceEäei. 1721.

n. b're22a so. bezeichnet. Oben ist derselbeaus Irrthum bereits s. v. präneste enthalten,und der dortige Art. mit dem gegenwärtigen inVerbindung zu setzen.

* Sinch ( ), ein Maler zu Passau , vielleichtmit dem nachfolgenden Job. Caspar Sing EinePerson, oder doch von gleichem Geschlechte. In-dessen trennt Liporvski sie ausdrücklich. Bildervon ihm sind, oder waren, erstlich in der Klo-sterkirche der Abtey Ober-Ältaich bey Straubingen:In der obern Kirche, rechts, die vier Evangelistenund die Apostcltheilung, links die vier Kirchenleh-rer. Dann in der Kapelle, gegen Norden, dersterbende H. Benedikt; in der gegen Süden die H.Scholastik«; in der gegen Westen Christus amKreutz. Eben daselbst (auf der Epistelselke) istder H. Johann Nepomuck, von Laver Wunde-rer, einem Maler der um die Mitte des XV4II.Jahrhunderts zu Landshut lebte- Letzterer malteauch die Kirche St. Andrea zu Freysingen alFresco; vnd eben so, gemeinschaftlich mit Heigl,die Pfarrkirche zu Aibling , einem Marktflecken inBaiern . Von diesem letzter» kennt man noch inder Klosterkirche zu Dietramszell in Ober-Bayern einen St. Agatz (?), und zu Alten-Erding inNieder-Bayern einen Englischen Gruß. Hir-sching's tJachr. von Gemälde-und Rupfer-stichsammlungen V. ö. g. VI. 18. 91. 101.

* Gl'nders (Franz). Das Verzeichniß derMalerbildnisse, welche dem Grafen F. Lact. vonFirmi'an zustanden, und die 1782. auf dem Lust-schlosse Leopoldskron bey Salzburg gezeigt wur-den, rubricier von einem solchen Maler sein eigen-händig gemaltes Bildnis. Da aber in erwähntemVerzeichnisse die Künstlernamen sehr gemißhandeltsind, so dürfte dieser Sanders wohl gar mitFranz Sneyders oder Snyders eine Person seyn.

Sind!er (Joh. Georg). So heißt irgendwoein deutscher Künstler, der um 1720. zu Rom studirt, und Figuren aus gefärbtem Wachs gebil-det habe.

* Sing (Johann Caspar, gewöhnlich bloßCaspar). »Seine Arbeiten" (heißt es bey vonMännlich etwas wortreich), »sind von sehr kräf-tiger Färbung. Dann aber suchte er die Größedes Styls manchmal in der physischen Größe derFiguren, welche dadurch ein colossalisches Ansetznerhalten, ohne seinem Zwecke zu entsprechen; ermachte sie an Gestalt groß, ohne jede Form mitachter Geistesgröße zu empfinden (?), zu beseelenund vorzustellen. Seine Art groß zu seyn, könnteman eine kleinlichte Größe nennen." In der Ab-teykirche zu Schußenriet sieht man eines seinerschönsten Gemälde, Mariä Himmelfahrt . Dannbesitzt die Gallerie zu München von ihm, inhalben Figuren, stark Lebensgröße: Sophonisbe,welcher ein junger Mensch den Giftbecher vonMassinissa bringt. Ferner kennt man von ihm:Den H. Ignatz, welchem Christus erscheint, und

Sing leton.

den H. Taver, in der vormaligen Jesuiterkirchezu Alren - Derringen in Ober-Baiern; diebüßende Magdalena, in der Spethischen Kapelleder Domkirche zu Eichstadr; vorzüglich aber dieHimmelfarth Maria, ein über 3 «/ hohes Choral-tarblatt der Pfarrkirche (auch das neue Stift U.L. Frauen genannt) daselbst. Hirsch»ng'szJachr. von Gemälde-und Rupferstichsamm-lungen. Noch nennt dann Liporvski von ihm: Inder Georgen-ehemals Jefintenkirche zu Amberg ^zwey Altarblatter, ebenfalls Jgnaz und Taver,und im dortigen größer» Conversationssaale Sce-nen aus der Geschichte der H. Jungfrau; in derAbteykirche zu Rempren ein schönes Altarblatt:Maria Himmelfahrt (somit dasjenige, von welchemdas Lex. spricht); in der Martins-Pfarrkirche zuLandshut : Den H. Schutzengel, und in derdortigen H. Geistskirche: (1701.) St. Catharinen;zu Srraubitlg in St. Vitus: Maria Heimsuchung,und St. Ruperk, Benno und Ulrich, und in derdortigen ehemaligen FranciScaner-Kirche: DenH. Schutzengel, Franz Seraph, Joh. Capistranund Rochus; zu Ingolstadr in der obern Stadt-pfarrkirche: Die Beurlaubung Christi; zu paßauin der Domkirche: Die tz. drey Könige; zu Re-gensburg in der Karmeliterkirche: St. Theresiaund Johann vom Kreutze; in der ehemaligen Klo-sterkirche St- Vlicola's bey Passau das Choral-tarblatt: St. Niclaus, und ein Seitenaltarblatt:Sl. Augustin; zu Srauffen im Allgäu ein Altar-blatt: Abnekmung des Leichnams; zu werrachim Jllerkreise: Die Flucht nach Egypten; zuAugsburg in der Saloatorskirche: St. Ignatz.Noch bemerkt dann Liporvsky: »Für München malte er sehr wenig, ich möchte sagen gar nichts,weil es ihn verdroß, daß man ihn nicht zumHofmaler ernannte, und damals doch nur der ein-zige Andreas Wolf in dieser Eigenschaft angestelltwar". Die Madonna mit dem Kinde, von welcherauch das Lex. spricht, hat B. Kilian nach ihmschon 1678. gestochen. Vergl. auch oben den Art.Sinch.

Singer (Joh. Christoph), Stadtmäurermei-ster zu Augspurg um 1770. wird von von Srer,ten S. m. ganz ohne Weiteres, angeführt.Dann aber heißt es von ihm bey Liporvskp:»Derselbe erbaute den schönen doppelten Kanal,wie auch die Brücke bey dem rothen Thore zuAugsburg (1777-), die ihm und der Stadt Ehremacht. Dann eben so die schöne Gögginger rLhorbrücke (1782.).

* Singher oder Senger (Hans). Der-selbe war aus Marpurg Igebürtig. 717§c.

Singknechr (Christoph oder Gregor.), einholländischer Maler; arbeitete um i6Zc>. zu Kö-nigsberg iii Preußen, wo man auf dem Rath-hause das Kirchenschiff, und au der Decke derneuerbauten Börse 58. künstliche Sinnbilder vonseiner Arbeit siehet. Bernoulli III. 82. u. 86.

Singleron (Heinrich), ein wackrer, wahr-scheinlich (1811.) noch lebender Englischer Zeich-ner neuerer Zeit, der sich nach Hamilkon zu bildensuchte, aber dadurch etwas ins Harte und Trockeneverfiel. Seine beßtc Arbeit ist Caleb mit seinerTochter Achsah (nach Jos. K. XV. V. 19.), diein i8c>r. von ihm (gezeichnet, und von wem ge-stochen?) erschien. Um eben diese Zeit malte erauch den Angrif und die Einnahme der FestungSeringapatnam, und »806. Samuel, der demEli vorgestellt wird (das göttliche Gericht übersein Haus verkündigt). FsorMo V. 8c>5. Fastaber vermuthen wir, daß alle diese ernsthistorischenBilder vielmehr dem nachfolgenden John S>"9-leron -xCopley zugehoren. Von Samuel undEli (welches Bild v. Green so schön in Schwarz-kunst geschabt', scheint solches gewiß, und vonder Einnahme von Seringapatnam (Copley's ei-gentlicher Gattung) eben so wahrscheinlich zu