Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1648
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i 648 Sintzenich.

St. Anna / welche die junge Maria im Lesen un-terrichtet, nach B. Luti (immer Mildes!); Ophe-lia, »ach Rembrandt ; Friede der Sabiner mitden Römern, ein großes Blatt nach Rubens (dasUrbild jetzt in der Münchner -Gallerte). Eineausführliche sehr vortheilhafle Beurtheilung meh-rerer dieser und andrer Blätter unsers Künstlers,gab Joseph Frarrel in einer eigenen Schrift1781. und zum Theil nach derselben MenselMiscell. XIII. 26-00. XIV. 119—20. XVII.001. XVIII. 365 . Fortsetzung dieser,, wohl mirGrund stets belobenden Beurtheilung, s. Ebendas.XX. 81—87. XXIII. 271-76. wo besonders seineCassandra nach Hickel (das Urbild im Besitze derdamaligen Frau Churfürstin von Pfalzbayern) hochgepriesen wird (es soll das Bildniß einer hohenPerson seyn!). Ebendas. XXX. 363 . DieseBeurtheilungen reichen bis 1787. Eben so dieje-nigen in Mensel'« Mus. VlII. 16 b—66. In1796. gab er ein Heines hübsches Blättchen: DasBildniß von P. C. von Alveusleben, nach Graf,für die Berlinische Monatsschrift. Um 1797. hießes, daß er ein Blatt von Gchenau's berühmtemBilde: Schöpfung der Pandora, auf Pränumerarlion von 10. Th- liefern würde, was aber unsersWissens nicht erfolgt ist. Hingegen sah man umdieselbe Zeit von ihm ein Bildniß'von A. Zingg,geschabt nach Seidelmann (ssi.MisceU. VI. 797.),welches sehr selten seyn soll, da die Platte sichin Zjugg's Besitze befinde. Don da an wird S>n-zenich's in den Meuselschen Kunstjourualen bisauf den heutigen Tag nicht weiter gedacht. Hin-gegen nennt noch eine unsrer Handschriften vonihm, nebst mehr Anderm, das Bildniß der Preußi-schen Prinzessin Anna Elisabeth Louise Ferdinand,nebst ihrem jüngsten Sohn Aug. Ferdinand aufeinem gefärbten Blatt, nach Fraulein von Borch,und (dies etwas unsicher) dasjenige des jetzigenPreußischen Monarchen, beyde von 1798. Auchwird dort bemerkt, daß sich denn doch ziemlichviel Mittelmäßiges unter den Arbeiten dieses Künst-lers befinde, der, wie es scheint, eine eigeneDruckercy besaß. Noch wird Ebendaselbst einBildniß des Freyherrn C. A. von Hardenberg,nach Weitsch, in Schwarzkunst angeführt. S.auch den unten ff. Art. Heinrich und Derer diejünger».

Sintzenich (Peter), Heinrichs Bruder,ebenfalls Kupferstecher, geb. zu Mannheim , hieltfich um 1786. zu London auf (wo er wahrschein-lich gegenwärtig noch lebt). Damals kannte manvon ihm eine Landschaft nach Huismann, wovonsich das Urbild in der Mannheimer -Gallerte be-fand. Mensel'« ssl.L.L. S. auch den gleichff. Art.

— — (Heinrich und Peter), die jün-

ger». So nennt eine unsrer Handschriften zwey,uns sonst ganz unbekannte Söhne des Hofkupferrsiecher's Heinrich, ebenfalls Kupferstecher, vondenen der eine sich späterhin auf den Kunsthandelgelegt habe, und beyde seit Jahren schon sichnicht mehr in Dresden befinden sollen; was unsaber Alles unverständlich ist, da wenigstens dieuns bekannten Sinzenich unsers Wissens sichniemals angestellt in Dresden befunden haben.Oder ob etwa der in diesem Art. genannte Hein-rich der Aelrere ein uns bis dahin nie vorge-kommener Hofkupferstccher zu Dresden und Vaterder beyden schon oben genannten, uns einzig be-kannten Gebrüder Sinzenich seyn mochte?

Sinuglervicz s. unten Smuglervicz.

Sinzingen oder Smtzig (Jacob von), einMünzmeister des Fürsten von Jülich um 1696. ImJahre 1698. reinigte er sich von einem Verdachte,der ihm auf einige Zeit Suspensation in diesen seinenGeschäften zugezogen hatte. Hirsch teutsch.Munzarch. Th. III. S. 118. 126. Th. VIII.S. 362 .

Sirani.

G10 est 1 erna (A.) soll eine Karte von der,zwischen der Schwedischen und Nußischen Flotteden 26. Juli 1789. gehaltenen Seeschlacht ge-zeichnet haben, welche von Ackerland in Kupfergebracht worden wäre.

Sipmann s. Siepniann.

Sippel ( ). Ein solcher wird im Hesse n-

Eaßelschen Staars ^ und Adreßkalender von1776. als damaliger Hofzimmermeister zu Casselgenannt.

Sirabousky ( ). Nach einem Rußischen

Maler dieses Namens hat Payen ein Bildniß desKaisers Alexander I. gest , das in 1806. bey Joubertund Bauce zu Paris um 1. Livr 2. Sous schwarz,und colorirt um daS Doppelte angeboten wurde.

Siracusa (Santo). So nennt Sufinno,in einer handschriftlichen Geschichte der Künstlervon Meßina , einen von dort gebürtigen gutenDildschnitzler in Holz, der um 1712. daselbst ge-blüht habe.

* Siradia ( ), wohl sicher ein verdorbe-

ner Name, der vielleicht die unten folgende Eli-sabeth Sirani bedeuten soll.

* Sirani (Anna Maria und Barbara), Töch-ter des nachfolgenden Joh. Andreas, deren dasLex. in dem Art. dieses letztem Erwähnung thut.Auch Lanzi (L«l. tem. V. 116. u. 16.) weiß nichtsweiter von ihnen zu melden, als daß er sie unterden Nachahmern ihrer gleich folgenden berühmtenSchwester nennt, und, nach Erespi (E- 74 .) be-merkt, daß sich von Barbara gute Bilder ineinigen Kirchen zu Bologna befinden.

*— — (Elisabeth). Diese Künstlerin (heißtes bey Lanzi te,2. V. 116—16.) hielt sichan Guido's zweyte Manier, die sie mit großemRelief und vieler Wirkung vereinte. Im Auslandeist sie aus dieser Künstlerfamilie fast allein bekannt.Auch ist es ein wahres Wunder, wie ein Mädchen,das kaum ihr Sechs und Zwanzigstes erreichte,eine solche Anzahl Bilder verfertigen konnte, wieVNalvafia von ihr aufführt; ein noch größeres,wie sie es mit so viel Studium und Ausführungthun konnte; und das allergrößte, daß solches imGeschichtsfache und in so großem Maaßverhältnissegeschah, an welcher eine Lavinia Fomana, undkurz kein Künstler ihres Geschlechts sich nicht wagendurste. So z. B. in ihrer öo. Palmen hohenTaufe Christi am Jordan in der Carthause zuBologna , und in ihrem St. Anton von Pabua,der dem Kind Jesu die Füße küßt, in St. Leonardodaselbst, und an mehr andern Orten. In denihr gewöhnlich aufgetragenen Gegenständen über-traf sie sich selbst bald immer. So in ihren Mag-dalenen, in ihren Madonnen und Christuskindern,wie dergleichen die Palläste Zampieri, Zambcccariund Caprara zu Bologna , und die Gallerien Cor-sini und Bolognetti zu Rom auszuweisen haben.Aeusserst schätzbar sind auch ihre kleinen historischenStaffeleybilder. So ein Loth bey H. LudwigMalvezzi zu Bologna , und ein von der H. Irene ge-heilter St. Sebastian im Pallast Altieri zu Rom .Und eben so ihre Bildniße, zu welche» sie in undausser Italien häufigen Auftrag bekam. Ein ver-gleichen besonders schönes sah' ich bey dem H.Rath Pagave zu Mailand , ihr eigenes nämlich —wie unbefangen! von einem Amorino gekrönt.Gift soll sie von einer ihrer Mägde bekommenhaben. BeyMalvasia (II. 462. u. s. fr) findet sicheine auch eigenes gedruckte Leichenrede eingerückt:1l penello laArimato, Orarüone sunebro siel8lj;n. <?iou." /.nmi BirüiMcir con slcune Poesiein morre llella siAriora L/MÜeta 60-

lo^na 665 - Auch Aiareler laßt ihr den gebüh-renden Preiß wiederfahren, wie folgt: „Mitschöner Zeichnung verband sie eine feste Manier,ihre Köpfe sind graziöse und die Schalten starkangegeben; ihre Mittellinien von angenehmer Fri-