Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1669
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Sole.

I,ucnlle; und: Orz-tlne enlevee p»r Lore«beyde von einem Ungenannten in Fol. geetzt.

Sole (Franceschino del). Von einem Künsi»dieses Namens sah man ein Bild in der GallerieCapo di Monte, zu Neapel , ^rc.

* (I. Joseph a), des A. Maria Sohn.Anfangs war er zum Gelehrtenstande bestimmt,wählte aber bald dafür den Berns seines Vaters.Erst in seinem Alter (17,0.) gieng er nach Rom wo er etliche Monathe blieb, und nachher wiedernach Bologna zurückkehrte. »Indessen schien es"(meint Caspar Füßli), »als wenn sein Geistdurch die Betrachtung der alten und neuen Kunstzu Rom ein neues Leben bekommen hätte; denner erhob sich über Alles, was er bisher gemachthatte." »Derselbe" (heißt es bey Lanzi.terir. V. 174 75 .) »trachtete immer vollkom-mener zu werden, und erhob sich so zu einem derersten Maler seines Zeitalters, der daher auchbeständige Aufträge von auswertigen sowohl alsItalienischen Großen erhielt, und selbst an zweyHöfe (den Englischen und Pohlnischen) eingeladenwurde. Eine Zeitlang hielt er sich an den Stylseines Lehrers Pasinelli; und um solchen zu errei-che», ging er oft nach Venedig , dort aus den-selben Quellen zu schöpfen. Zwar gelangte ernie zu jener Stuffe von Schönheit, welche sei»Meister in unmuthige Gegenstände zu legen wußte;aber in Manchem erscheint er immer sehr zierlich,wie z. B. in den Haaren und in den Fittigenseiner Engelchen; eben so in allerley Accessorien,wie Schleyer, Armbänder, Kränze und Waffen-zeug. Noch mehr als Pasinelli selbst, schien erfür Ernstes geeignet, beobachtete das Costumebesser, war geregelter in seiner Composition, undmalte Architektur und Landschaft vorzüglicher.In letztem war ein besondrer Meister; seine schön-sten sieht man zu Jmola im Hause Zappi (einenAbend, eine Nacht und eine Morgenröthe), vollvon so schönen Partien, und gedämpften Farben,wie es jedes dieser Bilder erheischte. Seine übri-gen Werke dann glänzen von den hellsten Licht-würfen, besonders seine himmlischen Erscheinun-gen; wie z. B. in seinem St. Peter d'Alcantarain St. Angelo zu Mailand . Endlich war auchseine Arbeit genauer und ausgefeilter als Pasinel-li's; nicht, daß er bisweilen nicht auch zu eilenwußte; wohl aber hielt er es eines rechtschaffenenKünstlers unwürdig, seinem Werke nicht alle Voll-kommenheit zu geben, deren er fähig ist. Alser einst zu Verona für die Familie Giusti mehrreres, sehr Schönes, theils aus der Heiligen -theils aus der Götter-Geschichte malte, vollen-dete er, neben Anderm, einen Bacchus und Ariad-ne in Einer Woche; und Kenner hielten es fürvortrefflich; er aber strich es aus, und sagte: Esgenüge ihm, gezeigt ;n haben, daß er Anderemit Schnelligkeit vergnügen könne; jetzt aber wolleer durch Genauheit auch sich selber zufriedenstel-len. So j. B. erfoderte sein al Fresco in St.Biagio zu Bologna (sein Hauptwerk) freylich«ine lange Zeit. Eben deswegen sind überhauptseine Arbeiten, öffentliche sowohl als Staffelei-bilder nicht in großer Menge, und ließ er sichsolche theuer bezahlen, weil er keines derselbenunvollendet entlassen wollte. Gleich mehrern Künst-lern, hatte er übrigens mehr a!s Eine Manier;seine zweyte erinnerte nämlich an Guido's. Sol-che nahm er erst späth an, und, wie Diele ur-theilen, eben nicht mit besonderm Erfolge". Lanziselbst dann findet, daß wirklich ein großer Theilseiner Werke diesen Geschmack an sich kragen, unddaß er den ihm beygelegten Ehrennamen desneuen Guido sich doch nicht aus bloßer Gunst,und erst im Alter hatte erwerben können. Fio-rillo hiernächst (ll. 6b7 -69) pflichtet mehr der ge-wöhnlichen Meinung bey: Daß unser Künstlersich, schon ziemlich bejahrt, in Rücksicht verschie-dener Theile der Kunst, bald auf die Manier desGuido, bald auf die des Ludovico Caracci ge-

Solerio. »66g

legt, und dadurch, ob er gleich seine eigene An-muth und Grazie beybehielt, sich eher selbst etwashinabgesetzt Habe. Von Geschichtlichem bemerkter noch neben Anderm, daß er zu Parma , ver-eint mit Aldovrandini das Gewolb eines großenSaals (im Pallaste Giandemaria) verziert, zuLucca (im Pallaste Manzini) in Gesellschaft desMarc Ant. Chiarini, dann auch zu Verona gear-beitet, und hiernächst, daß er, nebst vielen Ein-gebornen auch mehrere ausländische Künstler ge-bildet habe. warelet sagt von ihm, ganz kurz,vielleicht nicht übel: Er spiele in die Manierdes Guido, und von Männlich: Er habe wenigEigenes in seinen Werken. Die Geschichte rühmtseinen trefflichen Personalcharakter; die Aushilfe,die er seinem armen kranken Vater, und, da die,ser solche verweigerte, nach dessen Tod seiner Mut-ter und sechs Geschwistern geleistet. Da er imBesitz einer schönen Sammlung von Handzeich,nungen, und dabey ein sehr angenehmer Mannim Umgänge war, erhielt er häufige Besuche.Neben der Geschichte fertigte er viele Bildnisse.Er liegt bey den Kapuzinern zu Bologna begra-ben. In Deutschland besitzen von dal Sole dieGallerie Lichtenstein zu Wien : Eine Darstellungder H. Jungfrau (der Catalog sagt: Im Ge-schmacke des Burrini), von 6^ Höhe u. 4 ' Breite;eine Diana mit dem Bogen, und eine Flora(beydes Halbfiguren). Schleisheim etwasuns Unbekanntes. Dresden : Herkules undJole, ein kleines Bild. Don unserm Künstlerselbst geetzt, nennt Rost IV. 76. Mars bey feinerRückkehr von den Liebschaften Jupiter s und Ju-no's, nach Pasinelli's Deckenstück im Pallaste Mon-tecuculli; und: Franz Laverius predigt in Indien ,nach der Zeichnung eben dieses Meisters, zu einerThesis (beyde, will Caspar Füßli wissen, aufausdrückliches Verlangen dieses letzter»,). Andrenennen noch : Zwölf Blätter nach F. Mazzuoli,dann Einiges nach seiner eigenen Erfindung, undendlich einige Malerbildnisse zu dem Werke vonMalvasia, wo aber Gandellini es ungewiß macht,ob es wirklich diejenigen seyen, die sich in der Fel-sina pittrice finden. Eben dieser Schriftstellersagt: »Niemand etzte zu seiner Zeit besser alspasinelli, in jener malerschen Manier, die sichdurch Keckheit (mit Richtigkeit der Zeichnung undGrazie verbunden!) auszeichnet" Gestochen nachihm kennen wir einzig: Eine H. Familie, von I.A. Caccioli.

* Sole (Virgil), s. Solls.

Soleisei, s. Soleysel.

* Solerio oder Soleri (Georg). Der-selbe war ein Eidam von Bernardin kanini.Malvasia II. , 34 . vergleicht ihn im Bildnißma-len mit Passerotki, Archimboldi, Gaetano undmit dem Cremascer del Monte. Seine Künstler-bildung ist unbekanntz und nur aus ein Paar sei-ner größern Werke laßt sich hierüber einige Ver-muthung wagen. Das eine (sogar noch unge-wisse) ist das Altarblatt einer Hauskapelle derConvenkualen zu Alexandria , und stellt die H.Jungfrau dar, wie St. Augustin und St. Fran-cesco ihr den Schutz dieser Stadt empfehlen, diemitten in der umliegenden Gegend ersichtlich, undin jenem Style von Brill gemalt ist, welcher vorden Caracci in Italien herrschend war. Die Fi-guren verrathen mehr Fleiß als Geist, die Färb«ist matt, und das Ganze zeigt ungefähr einenGeschmack, der die gute Römische Schule wohlnachahmen wollte, aber sie entweder nicht gese,hen hat, oder doch jenes zu thun nicht vermochte.Das zweyte (gewiß) dann ist dasjenige zu Ca-sale, dessen schon das Lex. kürzlich Erwähnungthut: Eine Madonna nämlich mit dem Kinde,St. Loren; vor ihr auf den Knieen, und dreygraziöse Engelchen, die sich kindisch damit belu-stigen, den Rost das bekannte Symbol diesesHeiligen, vom Boden zu heben, was ihnen aberzu schwer vorkömmt. Zwar erscheint unser Künstler

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