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baute Ihm für jenen Zweck ein Local völlig nachseinem Sinne. Itzt wiedmete er sich unermüdetfast einzig seinem edeln Berufe, und erwarb sichdurch seinen Moralcharakter eben sowohl als durchseine Talente allgemeine Achtung bis an seinen1775. erfolgten Tod. In einer unsrer Handschrif-ten heißt es noch von ihm: „Mit Gautier d'Ägo-ty's Versuchen, mit Farben Kupferstiche zu dru-cken , unzufrieden, trachtete er diese Kunst zu ver-bessern, wozu er auch durch einige Proben be-gründete Hoffnung hatte". Füßlr IV. VorredeI.—1,11. Bey Rost i. c. und anderswo werdenvon ihm, nebst dem bereits im Lex. Genanntenangeführt: Das Wappen der Stadt Paris ,nach der Sculptur von Bouchardon ; die schöneKöchin, nach Aveline; die schöne Dorfbäuerin,nach Boucher, (eines der-vorzüglichsten Blatternach diesem, Gegenstück zur schönen Köchin, nachEbendemselben von Vivares); dann das Mädchenan seiner Toilette, nach Natoire ; das Bildniß Peterdes Großen, nach Carvac; Landschaften nach L.vanUden; Vignetten nach Cochin zu verschiedenenWerken der Zeit; etwas uns Unbekanntes nachA. Boße; mehrere Blatter in das Galeriewerk vonVersailles ; ein Bildniß Leibnitzens; Iris u. s. f.ohne andern Namen als den seinigen. Abermehr werth, als alles dieses, ist sein Plan ei-ner Schweizerischen Zeichenschule (lVIsmoirssur les Ltncles yreliminsires sux Artistes 6sdsnevs), welche in Uebcrsetzung bey Füßli l. c.XVI —XOkX. eingerückt ist, und zu dein Vor-treflichsten dieser Art gehört.
Soubreau ( ). Wir haben ein Folio-
blatt aus dem Pariser Verlage des altern Bail-lieul vor uns, was die Dekorationen des Feuer-werks darstellt, welches am Namenstage des H.Ludwig (24. Aug. 1741.) Zu Paris gegeben wurde.Zu demselben verfaßte der Architekt Marvie, derauf dies Blatt selbst geetzt hat, die Zeichnungund besorgte die Architektur; die Malerey hinge-gen ist von Soubreau und du Meniele.
* Soufflor (Jatob German). Dieser eins-weilige Wiederherstellet' einer bessern Architekturin Frankreich war geb. ju Irancy bey Auxerre ,1714- ^Eines Parlcments-Advokaten Sohn, warer anfänglich zu gleichem Berufe bestimmt, unddaher frühzeitig nach Paris gesandt, um dortseine Studien zu machen. Allein ein ganz an-derer, unwiderstehlicher Hang leitete ihn baldauf die Baukunst. Er studirre dieselbe, und ne-benbei) Mathematick, u. a. Hülfswissenschaftenaus dem Grund, und ging alsdann zu weitererAusbildung seiner großen Talente als KöniglicherPensionnair nach Italien , wo er sich bald allge-meine Achtung, und den Schutz deö Herzogs vonAignan, damaligen Französischen Gesandten amPabstlichen Hofe erwarb, durch dessen Vermitte-lung er das Pensionat zu Rom erhielt. Bey sei-ner Rückkehr nach Frankreich waren seine erstenArbeiten das Hotel-Dieu, die Börse (diese ge-meinschaftlich mit Röche 1749-), ein Comödicn-und ein Conzertsaal zu Lyon . Sein Ruf erwarbihm schon 1749- eine Stelle in der Akademie so-wohl, als in der Königl. Gesellschaft zu Lyon ,und gleich hernach (s. b. schon 1746.) dieEhre, neben Cochin und dem Abte le Blanc,den bekannten Generaldircctor, Marquis von Ma-rigny, auf dessen Reise nach Welschland zu be-gleiten , von wo aber seine schwächliche Gesund-heit ihn bald nach Lyon zurückführte. Nach derHeimkunft seines letztgenannten Gönners beriefihn derselbe nach Paris , und trug ihm die Stel-len eines Bauten-Controleurs zuerst von Marly,und dann von Paris auf; dann die wirklicheBaute der neuen Kirche von St. Genevieve, zuwelcher er in 17^8. den Grund legte, und diebekanntlich, durch die edle Einfalt ihrer Verzie-
Ssufflot.
klingen, in der neuern Architektur Epoche machte.In 1787. erhielt er den Orden von St. Michel,und 17)6. (wo die Controlleurs - Stellen aufge-hoben wurden) die ansehnliche eines General-Jntendenten der Königl. Gebäude. Mittlerweilehatte ihn bekanntlich der Neid verfolgt. Mansing an zu, zweifeln, ob die Basis zu der Kupoleseines Tempels dieselbe tragen mögte. GenaueBerechnung des Ingenieurs Gauthey und desAbbe Bossut hakten zwar diese Zweifel für völlignichtig erklärt; er selbst hingegen hielt jede eigeneRechtfertigung unter seiner Würde; so wie über-haupt etwas Barsches in dem Charakter desMannes lag, der die Auftrage an seine Unterge-ordneten gewöhnlich in einem rauhen und schnei-denden Tone gab, den er dann freylich des fol-genden Tags wieder abzudicken gewohnt war.Jene Kränkung ließ er sich indessen nicht minder(und mehr, als man es von seinem starken Geistehätte erwarten sollen) zu Herzen gehn. Die schöneBaute ging daher nur langsam fort, und nochehe er den völligen Triumph über seine Feinde er-halten konnte, überraschte ihn der Tod in 1780.Sein Freund, der Bischof von St. Brieux , hatteden Geistlichen von St. Genevieve, in dem Au-genblick, wo man ihn zur Erde bestatten wollte,den guten Gedanken gegeben, seinen Leichnam fürsich zu verlangen, um denselben mitten in demerhabenen Monumente seines Ruhms beyzusetzen.Ei» allgemeines,Beysall-R!arschen( ) begleitetediese sofort gewährre Bitte. Sparerhin errichteteder Architekt Dumont der Freundschaft, welcheihn mit Soufflor vereinigt hatte, noch ein be-sondres Denkmahl. „Dieser Künstler" (heißt esbey d'Argensvrlle, nach dem Journal de Pa-rts 1780. N^> 26. und nach einem spakhern Ne-krolog 1781. woraus wir obige, und noch unterrff. Nachrichten entlehnen)" liebte keinen andern,als edel erlangten Ruhm- Seine Verwandten,Freunde, Schüler und Schützlinge, kennen denganzen Umfang der Opfer, die er für sie zu thunfähig war; man will sogar wissen, daß einer sei-ner heftigsten Verläumder ihn zu seinen Wohlthä-tern zahlen muß. Denn auch diese Gerechtigkeitgebührt ihm, daß er sich nie auf Unkosten Ande-rer zu heben suchte. Noch übte er andere, seinerKunst fremde Talente, doch nur im Stillen. Solas er z. B. eines Tags seinem Freunde Renoudmehrere Stücke einer mit eben so viel Leichtigkeitals Genauheit in Versen verfaßten Uebcrsetzungaus Mctastasio vor, bat ihn aber, diesen seine»Zeitverrrieb gegen niemand kund werden lassen."Hierauf zahlt d'Argensville seine vornehmstenWerke auf: Dörderst das schon genannte Hotel-Dien zu Lyon , und nennt es ein Meisterstück voneinfacher Eleganz, so wie von Bequemlichkeit, mitmöglichster Ersparung des Raums'"). Sein dor-tiger Comödiensaal dann (1784) sey zwar schön,doch nicht ohne Gebrechen, die aber von de n Lo-kal u. a. Schwierigkeiten herrühren mochten. Eben-falls von großer Einfachheit sei) seine Orangerieim Schlosse Menard, der Apollo - und Mui'en-Pavillon im Garten, und die Grotte, die dasEpithel piccols, ms §grbsta mit Recht erhielt.Hiernächst erhalten das Echatzgebaude und diegroße Sakristey von Notre-Dame ein motivirtes,ausführliches Lob; auch die Hauptporte dieses Tem-pels sey nach seiner Zeichnung erbaut. Sein Pal-las! des Herzogs von Lauzün erinnere an den Ge-schmack des Palladio. Und endlich folgt die nä-here Beschreibung von St. Genevieve, mit ihrerVorhalle von 22. Corinthischen 6cs hohen Säulen,deren die sechs vörderstcn einen großen Frontontragen. Das Innere ist ein Griechisches Kreutzvon ZZo* in die Länge und 2H2 in die Breite.Im Mittelpunkte tragen vier dreyeckte Pfeiler dieio /z Klafter im Durchschnitt haltende Kupole,u. s. f. Noch bemerken wir beyläufig, daß er