Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1692
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1692 Specht.

5. Lescherpicrre, la Riviere genannt (wohl beyder Colonie zu Berlin oder Leipzig ), beyde ohneBenennung des Malers. S. auch die ff. Art.H. und A Specht.

Specht (H.), excuä. findet man auf einemBildnisse des Arztes Johann van Beeverwick in8°., von S. v. Lamsweerde gestochen. MähsenAerzrebild. S. 12. Ohne Zweifel ist dieser Spechtmit obigem Hermann Eine Person.

(I.) exc. 1688. So ist ein von G. Hoetgemaltes und von G. Valk gestochenes, Bildnißin Fol-des Grävius bezeichnet. S. auch die beydenvorhergehnden Art. und denken wir nämlich, daßauch dieser mit Hermann und H. Specht EinePerson sey.

Speck (Christian Gotthelf August), Architektzu Dresden , geb. daselbst r/Si. eines KaufmannsSohn. Derselbe hatte die Baukunst unter Krub-sacius erlernt, und alsdann verschiedene Baue ge-leitet, ist sowohl in als ausser Dresden durch seineErfindungen bekannt, und hat die Kabinette derLiebhaber besonders mit vielen Dekorationsblatternvon seiner Erfindung bereichert. So lesen wirschon (1789.) bey Mensel ll. und seither wieder,ohne Weiteres, im A. R- L. Seine Zeichnungenauf den Dresdner -Salons (sagt Reller 1788.)wurden von Kennern immer vorzüglich bemerkt.Noch erzählt Llabe (1798 ), daß er sowohl aus-werts in dem Schönburgischen, als zu Dresden beydem Gräflich Bünaujschen, ehmals CosellschenGartenpalais den Bau mit Beyfall dirigirk habe.Speck war Condukteur bey dem Oberbauamre zuDresden , und st. daselbst 1808. Mensel

und Lläbe nennen ihn C. Gottlob A. Eben sosind nach unserm Art. andre Angaben zu berich-tigen , wo seine Geburt -724. und seine Lebensfristbloß auf 5 ». Jahre gesetzt ist. Dieser Baumeisterhat auch Verschiedenes geetzt. Dann hatte erAntheil an der Verschönerung des bekannten (demGrafen Brühl zuständigen) SayerSdorfer - Thales,in der Gegend von Dresden . ^c.

(Friederich August), der ungefähr vierJahre ältere Bruder von obigem Christian Gorrh.Äug. Speck. Bester nennt ihn S. 2i5. Derselbeerlernte um 176b. die Kupferstecher«,) bey Zucchi zuDresden . Wir kennen folgende von ihm radirteBlätter: Eine über einem Kohleistopfe sich wär-mende alte Frau nach Jvs. Nogari 4°. (ein schlechtradirkes Anfangsstück); eine nummcrirle Folge von

6. Bläkt, mit Brustbildern von Kindern, nach Glu-me kl. 2. Blätt. Brustbilder bärtiger alterMänner, Kopien nach B. Boffi kl. den H.Anton von Padua (1769.) 4^- und einen bärtigenMönchskopf (1770.) gr. 8°. beydes nach AntonKern; eine Mater Dolorosa nach Jac. Ceruti (1770.)kl. 4». Noch soll er nach Bambinr zwey guteBlätter (die Liebe, und Johann den Täufer alsKind) geetzt haben. Nachgehends widmete er sichder Malerey und fertigte gute Bildnisse in Minia-tur; arbeitete in verschiedenen Städten Deutsch­ lands (München , Hamburg rc.). und um ,786.in Holland . Er ist für todt zu achten, da seitherseine Familie nichts mehr von ihm vernahm, undauch die Zeitungen ihn vergeblich zum Elmpfangeseines Erbtheils aufgefodert haben. Nach ihm(Rellern zufolge) hätte I. E. Haid 1779. dasBildniß des Prof. Joh. Beckmann in kl. Foliogeschabt (s. Baldinger's N- Magazin fürAerzte II. 4H8.); und I. C. Krüger dasjenige vonJoach. Heinrich Campe zum Xi^VII. B. der A.D. Bibl. (,781.). Beyde diese Bildnisse gebentndcffen seinen Vornamen nicht an.

( ), Bruder des obstehuden Archi-

Specklin.

tekten C> G. A. Speck, ein Bildnißmaler, be-fand sich um 1788. in den Niederlanden. I«Dresden (heißt es bey Bester»- S. 212.) triftman noch hie und da gute akademische Zeich-nungen von ihm an. Auch Haymann nennt ihn.

Speck ( ). So heißt auch irgendwo, ganz

ohne Weiteres, ein Miniaturmaler, der bey I. E.Schenau gelernt habe.

Gpeckhuhn (Johann Friedrich August) standum 1782. als Kriegs-Domainen-und Baurath inChurbrandenburgischen Diensten, (kstc.

Speckle (Andreas) zu der Familie desfol,genden Daniel s Specklin gehörig, und ver-muthlich ein Nachkömmling desselben, der zu An-fange des XVII. Jahrhunderts gelebt haben mag.Irgendwo nennt man ihn als Römisch KaiserlichenKammerdrechsler, ^c.

* Specklin oder Speckle (Daniel),Speckle ist sein richtiger Name. Dieser Bau-meister (geb. zu Straßdurg 12Z6. und eben dort1289. gestorben), weicher zu seiner AusbildungDänemark , Schweden , Pole»,Preussen, Sieben­ bürgen und Ungarn durchreiste, erlangte baldeinen solchen Ruhm, daß sowohl der Kaiser Ma­ ximilian , als der Erzherzog Ferdinand ihn zuihrem Rüstmeister ernannten, ihn fünf Jahre beysich behielten, und dann auf sein Bitten nachStraßburg zurück kehren ließen *). Nicht langehernach trug ihm der tapfre Kriegsmann Lazarus von Schwendi , nach Befehl des Erzherzogs Fer-dinand, auf, das Ober-und Unter-Elsaß zu be-schreiben und in eine Landkarte zu bringen; wasauch in kurzer Zeit von ihm ausgeführt wurde.Nach dem Vorberichte in des Drrelius: 'pbes-trum orbig terrarum , erschien diese Karte ,576.zuerst in Straßburg ; Kopien davon trift man indes M. (Qnad's geographischen Werken u. a. O.Kur; darauf berief Herzog Albrecht von Bayern unsern Daniel nach Regensburg , gab ihm denTitel als seinem Baumeister, und ließ durch ihnzu Jngolstadt einen schönen Bau, wie es kurzweg heißt **), vollführen. Auch den Pfalzgrafen Georg Hans und Johann Casnnir, dem GrafenPhilipp von Hanau und den Städten Schlettstadt ,Hagenau , Ulm , Colmar und Basel diente er mit sei-ner Kunst, befestigte für sie Städte, und gabihnen Risse und Zeichnungen. Die Stadt Straß-burg , deren Baumeister er ebenfalls war, verdanktihm viele Gebäude (;. B. das große um ih 85 .erbauete Rathhaus, was man in 1811. anfieng zurHandelsbörse zu gebrauchen) und Festungswerke.Als Schriftsteller hat sich Daniel zwar nur Lurchein einziges, aber auch durch ein klassisches Werkbetannt gemacht, was seinen Ruhm auf Jahr-hunderte blühen ließ, und wovon die erstemAuflagen selten aufzufinden sind. Es führt denTitel: Archirecrura von Festungen (wir kennenfolgende Ausgaben, sämmtlich in Fol. mit Kupf.und Holzschnitten; als: Straßburg 1689. dieerste, und in dem Jahre seines Todes erschie-nen; ebend. 1H99.; ebend. 1608.; Dresden 1706.;Dresden und Leipzig 1712. und endlich 1706.), undenthält nicht allein seine kurze Lebensbeschreibungin Versen, sondern auch sein Bildniß in 4 §. wasin den frühern Ausgaben den Namen Joh. Theo-dors de Bry als Stechers (ohne Angabe einesZeichners), in den spätern, B. der von 1712.aber gar keine Bezeichnung an sich tragt. Nochbemerken wir, daß Heinecke II. 296-97. einenDaniel Specklin (wahrscheinlich keinen andernals den mistigen), als Verfasser einer handschrisk-lichen(bey Schilrer abgedruckten?) Chronik kennt,worin eine merkwürdige Notitz von Erfindung der

2 » 1570. (heißt es bey Lipowoky) wohnte er -er berühmten Belagerung der Festung Famagusa iu Cy-per« bey.

*») Es war der dortige Festungsbau. Eine Abbildung dann von s. in lliporyoky', Bürger-Almanach 18-0.