Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1698
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tützö Spilberg.

Pomona (diese bloß mit: liuriA. s. bezeichnet)/so daß Einige irrig einen Hung oder Hungarfür den Stecher hielte»/ und endlich sechs schöne,äußerst seltene Landschaften, mit Ruinen undländlichen Figuren geziert. Uebrigens werden wirdurch all' Obiges immer mehr überzeugt: Daßder Spilberg bey Descamps, und der Spülenberger bey Gandrarr (wie schon das Lcx.zu vermuthen scheint), zwey verschiedene Entiawaren, und daß nur der letztere sich auch derEtzkunst gewiedmet habe. Auch Liporvsky sondertdenjenigen Künstler dieses Geschlechts, der ausUngarn gebürtig war, und denjenigen von Düs-seldorf . Den erster» nennt er Spielberg, einenUngarschen Edelmann, der mehrere Jahre alsBürger und Maler zu Augsburg ansäßig war;dann aber diesen Ort verließ, weil sein Hauswe-sen in Zerrüttung kam, und er zu Wien Hofmalergeworden. Derselbe (heißt es dann weiter) hattesich in Italien zu einem großen Künstler gebildet.Die zu Wien ausgebrochene Pest vertrieb ihn dort,und er war im Begriffe, sich nach Bayern zu bege-ben, als er mit seiner Frau in einem Contumaz-hause erkrankte und starb. Von seinem Pinselbefinden sich: Zu Augsburg in der evangelischenKrcutzkirchc eine Pfingstvredigt Petri, und zu Re-gensburg bey St. Emcran ein Tod St. Benedikts.Daß er Kupferetzer gewesen, scheint Liporvskynicht zu wissen; wohl führt er hingegen das schonoben erwähnte Blatt: Narcissus an, welches I.G. Schwab in Wien nach ihm gestochen habe.Den Maler von Düsseldorf dann nennt er Jo-hann Spielberger, mit dem einzigen Hinzuthun:„Von ihm wurde rsiüZ. an der Aussenseite desprächtigen Schiffes zu Starcnberg, Buccentaurgenannt, ein Tanz der Sirenen, Najaden undTritonen, dann das Plafond des Innern desSchiffes, Boreas der die Orythia entführt, ge-malt. Als nach ihm gestochen nennt der Katalogvon paignon - Dijonval: Den Schlafenden,über den das Glück seine Gaben ausgießt, vonDankert's, was hingegen oben dem Spilbergvon Düsseldorf (glaublicher) zugeeignet wird.Wahrscheinlich hingegen, von Spilberg dem Hun,gar, besaß H. Achilles Ryhiner zu Basel um 1780.eine kleine getuschte Zeichnung, deren Gegenstandnicht bemerkt wird, und die mit: ür'oamr Hyii-ä Wien na signirt ist *).

* Spilberg (M ), ein uns wenig bekannterKupferstecher, der oben im Art. von Joh. Spil-berg (Anmerk.) genannt wird. S. auch den gleichvorhergchnden Art.

Ein solcher, ohne Zweifel mitdem vorhergehnden gleichnamigen Derselbe, bateine Folge von Landschaften in geetzt. Ueberihn vergleiche auch den vorstehnden Johann Spil-berg . Der Unsrige kürzt auf den von ihm ver-fertigten Blattern seinen Zunamen in Spil,Spill», u. s. f. manchmal ab.

* Spilenberger,s. gleich oben Spilberg.

* Spilitnbergo (Irene di). Man hieltsie wenigstens für eine Schülerin von Titian.

S p i l n.

Sie st. vor 1667. Aus ihrer Erbschaft kamendrey ihrer Bilder geistlichen Jnnhalts ins HausGradenigo, und find gegenwärtig im Besitze desGrafen Fabio zu Venedig . Aus denselben erhelletnun freylich wenig Zeichmmgskunde, aber dafürein meisterhaftes, ihres Jahrhunderts würdigesColorit. Noch haben die HH. Cland in MoiiteAlbodo ein Bacchanale von ihr. Lü.

terr. III. I2Ü.

* Spilmann oder Spillmann (Heinr.)

Maler und Kupferätzer, geb. zu Haag 1728. undnoch dort blühend um »760. Derselbe arbeiteteeinige Zeit zu Hartem, und hatte auch in denverschiedenen Zeichnungsmanicren, wie^Ploos vanAmstel, Versuche gemacht. Seine Blätter in die-ser Art, von denen er mehrere auch colorirte,haben malerisches Verdienst, aber nicht dieselbemechanische Fertigkeit wie van Amstel's. Siesind fast durchgängig selten, und die mehren»Platten nicht mehr vorhanden. Man kernn vonihm meist Landschaften (gewöhnlich Ansichten nachder Natur), und Seestücke ; dann Gattungsblat-ter, auch Bildnisse (wie z. B. sein eigenes, nachC- van Noord, und eines Heinrich Lilly, nachEbendemselben). Von Holländischen Ansichten andie 5 o. nach de Beyer, Haan , Pronk und Schon-ten; neben andern zwölfe von dem Kcnnemerland;»ach Pronk: Vns cle la Lour exterienre stetsHs^e. Von eigentlichen Landschaften eine mitFiguren und Thieren, nach Berghem; eine Win-rerlandschaft mit Schlittenschuhfahrern, nach A.van Borsum; Marine, nach G. van Eckhout;wieder eine Landschaft nach A. van Everdingen,mit einer Kapelle auf einer Bergspitze; Marinenu. a. nach van Goyen; sechse nach P. de Molyn;eine, ohne andern Namen als den seinigen, invan Everdingen's Geschmacke (diese meist braunlavirt); eine nach H. van Havercamp, mit einerBauernfamilie; sechs kleine auf Einem Blatt (Ma-rinen), mit dem Titel: plaiLante Lanseiispie(diese ausdrücklich mit üw. et so. bezeichnet).Von Gattungsblättern: Die zwölf Monate, nachEverdingen; den Bauer mit dem Bierglaü in derHand, kolorirt; Hirtin, die eine Kuh melkt, u.s. f. ^ost VI. Z2Z—2 j. (deutsche Schule).

TITrc. Der Katalog von paignon - Dijonvalnennt auch eine Handzeichnung von ihm: Land-schaft mit Gebäuden und Vieh, mit Reißkohle,und in Aquarell colorirt. S. auch den ff. Art.

* — — (Hubert). So nennt der LOinkler-

sche Katalog einen um »760. blühenden Kupfer-stecher im Haag, der zu Amsterdam ein großesBlatt: Vus ste ia Lour exterienre äs la Hsvegestochen habe, und aber offenbar kein Andrer,als obiger Heinrich Spilmann ist, unter wel-chem erwähntes Blatt ebenfalls erscheint.

— (I ). Eben solche 12. Aussichten desKennemerlandes führt auch der gedruckte Anhangdes Ley. von Heinrich Spilmann an.

* S p il n(J-), eine Abkürzung, welcher sich bis-weilen der obige Joh. Spilberg oder Spilnber-ger bediente. Vergl. oben diesen Art.

--) Eben, wie wir diesen Art. schließen, schreibt uns ein Freund: »Ohne mich darauf eiuzulassen, ob es bloßeinen oder zwey Künstler dieses Namens gegeben hat, ist es zuverläßig, daß der Ungar, leicht und gur, ver-schiedenes eigenhändig geetzt habe. Ich kenne davon: Ein sitzendes nachdenkendes Weib, zn ihren Füßen eine-alte Frau, in der Lust ein zielender Amor qu. 4 ., bezeichnet: llu§. k. Dann, ohne seinen Namen,

Herkules der sich verbrennt, in den Wolken Vulkan; beyde befinden sich auf dem Königl- Kupferstichsalon zuDresden . Nach ihm gestochen wissen wir: Eine Allegorie auf den Kaiser Leopold von Matth. Küßel, sehrgroß Fol. Unter einer Dedikation nennt er sich: Lassoviensin, dlot>. Lngarus; Lucretia , die

sich, ihrer Ehre wegen, erstochen hat, sehr ins Schwarze gehalten, hart und ohne Reiz in 4 . radirt, bezeich-net: . 7 . inv. 8c PINX. und ^7. H>rÄ. (dieser sich also abkürzende Spilberg mag wohl ein Blutsfreundvon unserm Johann und ebenfalls ein Maler gewesen seyn) ke, — Der Pfarrherr Steph. Eracht zu Am-sterdam , von Lh. Matham sehr schön in groß Fol.; eine Allegorie mit der Unterschrift: keliu» in üumr»iisLcc. O. O-rncKen.« «c. et exc. in Fol. Spätere Abdrücke davon erschienen aus Hugo Allardts Verlaae.Auch soll Tb. Matham die Pfalzgräfi» Anna Cathar. Eonstanzia in Real Fol. und G. G. Winkler Allegoriennach ihm gestochen haben. Endlich bemerken wir, daß unser Künstler seinen Zunamen auf obigen Blättern ver-schiedentlich in Gpilberge, Spilbergcr, Spilnderger und Spilenbekger schreibt. Noch gedenkt seinerDartsch in dem Verzeichniß der Handzeichnungen des Prinzen Carl de Ligne (Vienne 1794. 8. p.- 54 .), in-dem dort von ihm zwey auf gefärbt Papier getuschte historische Zeichnungen von gutem Effekt benennt werden.Die eine derselben ist bezeichnet: ^ lluax. k«. Vaaor. >66». und benachrichtigt uns hierdurch, daß

er Venedig und Italien besucht hat.