Spilnberg
* Spilnberger s. oben Spilberg.
Spilsbury (F. B.), vielleicht ein Sohn desNachfolgenden, geschickter und beliebter Engli,scher Landschaftsmaler neuester Zeit, dessen fertigeHand und brillantes Colorit besonders gerühmtwurden. Derselbe hatte den Englischen LieutenantBoxer wahrend des Feldzugs von 1799. u. 1800.nach Syrien und Palästina begleitet, und arbei-tete um 180Z. an Zeichnungen zu der interessan,ten Beschreibung, welche erstrer von diesen beydenLandern gab. Nach den Allg. Geogr. Ephe-mer. XI. i8oZ. S. 101. 628. war damals, we-nigstens der Anfang derselben wirklich erschienen,und das Heft, auf Unterschrift mit 1. Guineebezahlt. Der Titel lautete: ^ «erleg ok pictu-resgue 8oener/ in tke Hol/ I^ans null 8/rla»clelineatecl llurinF tke Osmpaißns ok 1799. anä1800. b/ /'.II. ä'x?r/sbnrr/, uncler tke comnianäo5 8ir Ääne/ ä'mit/r üre. wirk a Journal to Je-rusalem k/ lkieut. Zo-rrr, kormin^ altko^stkeran interestin^ pieture ok tke present State okpalestine, tke eustoms anll manners ok lts in-Kabltants. Eine Ansicht des Berges Labor vonihm, hatte ein andrer Künstler, Orme , in Delausgeführt. Die besondre Bekleidung (?) derGebirge, die Zelten, Menschen und Kamcele indiesem Bild, wurden besonders sehr charakteristischgefunden. Fiorillo V. 8ZZ.
* — — (Jonathan oder Jnigo), geb. in
England um 1700. ließ sich um 1760. zu London als Kupferstichhändler nieder. Derselbe zeichnetesich durch seinen Geschmack in der Schwarzkunstaus, und erhielt in dieser Gattung 1761. denersten Preist von der Gesellschaft zur Aufmunte-rung der Künste und Wissenschaften durch einBlatt nach Reynold's (junge Dame, die einenBlumenstrauß halt), und 1762. denjenigen derAkademie, durch das Bildniß Fried. Howard's,Grafen von Carlisle, nach Ebendemselben. Dannkennt man von ihm eine Menge andrer Bildnisse;wie z. B. ein allerliebstes von Jnigo Jenes nachvan Dyck, des Königes Christian VII. von Dä-nemark nach Fesche, der Prinzessin Augusta vonEngland nach A. Kaufmann, der (Republikane-rin) Cath. Macaulnay nach Cath Read; eineFolge von 14. Männer-und Weiberköpfen, nachRembrandt ; mehrere (des Königs, der Königin,B. West s n. s. f.) ohne andern Namen als denseinigen. Dann von Geschichtlichem: Die Fluchtin Egypten, und eine Kreuzigung, beyde nachMurillo (die erstre nennt auch Fvßli III. 206.);Agars Entlassung von Abraham, nach Nem-brandt; Sophonisbe , die den Giftbecher abdeckt,den ihr Gemahl ihr sendet, und Phoenissa, dieden Tod ihrer Freundin beweint, beyde nach derAngelika, das erstere roth, das zweyte braunpunktirt (1782.); von Gattungsblattern: DiePasterenbeckerey, nach G- Metz»; zwey St. An-tonier-Mönchen die in Einem Buche lesen, undden Jungen, der eine Weintraube ißt, beyde nachRubens , lauter schöne Blatter. Von Landschaf-ten eine Folge von sechsen nach M. Ricci. Fer-ner lo. Bl. für die Daktyliokhecke von Greville,u. s. f. Rost IX. 218—21. Lrancirr. -Urc.
— — (Miß), eine jungt, viel versprechendeenglische Künstlerin. Ob Schwester des F. B«Spilsbury? Das Landleben, in allen seinenGchattirungen ist der Gegenstand ihrer schönenSchildereyen. Alles darin trägt den Stempel derWahrheit. Bey der Londner-Kunstausstellungvon i 8 o 5 - wagte sie sich in eine höhere Sphäreder wirklichen Geschichte: Berathung der Jsraeli-ten über die Eroberung des gelobten Landes (IV.B. Moses XIII. Zi.). Auch in diesem Gemäldelobte man Komposition, Haltung und Farbenge-bung; dagegen fand man Verstoße gegen dieZeichnung sowohl als gegen das Costum, und dieGesichter und Gesichtsfarben alle englisch : Auchwünschten Viele mehr Leben im Ganzen. Oeffenrl.Nachr. Nach .fioriUo V. 820. hatte sie schon
Spindler. 1699
seit 1802. die Londner-Salons mit ihren Bildernbereichert. Auch hier heißt sie eine junge Künst-lerin, die schon jetzt viel leistet, und bey demungemeinen Eifer, womit sie arbeitet, noch immermehr verspricht. Ihr größtes Talent bestehe inder Darstellung der Kinderwelt, und dann ebendes Landlebens. In 1806. oder 7. gehörte ihrBildniß des hundertjährigen Wyrs (eines Greisenaus der Grafschaft Bristol ) zu den gelungnernWerke» des damaligen Londner-Salons. (S.London und Varis IX. Jahrg. III. S. 160.).Nach ihr kennt man die Morgenandacht einer Land-familie, welche, gestochen von Turner, nebst einemPendant, in Deutschland zu 8. fi. verkauft wurden.
Spins (Alexander), ein Dominikanermönchim Kloster St. Catharina zu Pisa . Irgendwolesen wir die unbestimmte Angabe, daß er eingeschickter Künstler gewesen sey, der alle ihm vor-kommenden Sachen nachzumachen wußte. Sogelang es ihm neben Andern, nachdem er das erstePaar der damals erfundenen Brillen gesehen hatte,die geheim gehaltene Verfertigungsark derselben zuentdecken. Er st. iZia. in seinem Kloster. Hin.
Spinacci, s. den gleich ff. Art.
* Spinazzi (Jnnocentius). Derselbe arbei-tete um 1770. in Großherzoglichen Diensten zuFlorenz , wo er die Aufsicht über die dortige Bild-haueracademie hatte. Man siehet von ihm indem Pallaste Pitti das sehr ähnliche Brustbild desGroßherzogs. Er verfertigte auch die mehr alslebensgroße Statüe des berühmten Lami, für dessenGrabmonument, nach welchem man ein großes Blattvon C. Eredi kennt. Die Gruppe der Niobe , welcheder Großherzog von Rom hatte kommen lassen,ward von ihm (wie?) ausgebessert. iHsr. Wohlsicher ist unser Künstler derselbe, der in Ekkard'shöheren Lehranstalten Deutschlands Lh. H.S. 222. um 1780. unter dem Namen Spinaccials Bildhauer und einer der Vorsteher der Schuleder Bildenden Künste zu Florenz erscheint. Ineinem Aufsätze endlich über den Zustand der schö-nen Künste in Toscana unter dem Großherzo-ge Leopold (Tüb. Morgendl. 1809. S. 5o6.),wird von ihm, als Bildhauer, eine (ungenannte)schöne Figur im Schleyer in der Kirche St. Ma-ria Magdalena zu Florenz angeführt, dann aberhinzugefügt: Leopold habe diesem Jnnocenz Spi-na;zi, »einem der ersten Künstler" (heißt es)„die damals in Rom blühten" (seltsam genug?)das Direktorium der — Kupferstecherkunst in Tos-cana aufgetragen. „Sey es aber" (liest mannun weiter), „daß er nicht so glücklich war, ta-lentvolle Zöglinge zu finden, oder baß er sich derSache nicht eifrig annahm; genug, dieser Kunst-zweig machte zu seiner Zeit wenig Fortschritte,obgleich es ihm weder an theoretischer »och anmechanischer Einsicht" (aber eben auch hiefür?)»fehlte".
— — (Wencesl.). Nach der Zeichnung einessolchen (ob etwa eines Sohns des vorgenanntenJnnocenrius?), hat G. Vascellini das in derKirche St. Lvrenzo stehnde Denkmal N. Machia-velli's für den ersten Theil seiner Werke s. I.(Livorno ) 1796. gestochen. Morgenstern I. (2.) S.
Spindler (Georg), Stadtbaumeister zuChemnitz in Sachsen . Alles was wir von ihmwissen ist, daß er in 1697- den Thurm auf demSt. Johannisthore bemerkter Stadt erbauete. A.D-Richrer: Einige Vlachrichr. v. Chemnitz ,1742. (St. Annaberg 4°.) S. 8.
— — (Jacob), Kondukteur zu Baireuth, der1756. von der ehmals daselbst bestehnden Kunst-akademie den Preiß in der Architektur gewann.Die Aufgabe war ein Tempel. Spies Bran-denburgische Münzbelust. III. 9H. Er mag zuder Familie des nachfolgenden Johann zu rech-nen seyn.
* Spindler (Johann) kommt im Jahre1746. als Fürstlich Baireuthischcr Hofbauschreinervor. Vielleicht (doch kaum!) ist er der ohne