Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1700
JPEG-Download
 

1700

Spindler.

Tanfnamen im Lexic. angegebne Kunsttischler die-ses Geschlechts von Baireuth, der um 1760. lebte.Eher denken wir, Ictztrer sey des erster» Sohn,und zwar um so viel mehr, da er bey Oestreich,der von seiner Arbeit zu Sanssouci anführt, derjüngere Spindler heißt, „welcher von Baireuthnach Potsdam gekommen sey". Um Anfangs ge-nannte Zeit dann waren noch Hofschreiner in ge-dachten Fürstlichen Diensten: Matthäus EberhardMüller; Wolfgang Leikoepp; Heilrscher undSchmidt, letztere beyde zu Erlangen . Brand.Culmb. Adreßkal. v. 1746.

— — (Johann Dietrich Carl), war in 1798.als Kondukteur, bey dem Königlichen Oberhof-bauamte zu Berlin angestellt.

* Gpl'neda (Ascanius), geb. i 588 . lebtenoch 16^6. In Treviso hält man ihn für einenNachahmer des Palma , von dem er bisweilenschwer zu unterscheiden sey. Derselbe zeichnete sehrgenau, und war dabey ein angenehmer und gra-ziöser Cvloriste. Sein Beßtes findet sich in denKirchen zu Treviso , besonders in St. Teonisto.Dn-rrü Lü. terr. III. 203.

Spinelli ( ) HoineN 6el. ^NFelc, 6s-

roni inciä. Venltlis, ist eine, zu irgend einemBuche gehörige, nicht ganz übel gestochene Land-karte mit dem Titel: Kabuls Itslisr MLÜll LVlbezeichnet. Spinelli lebte vermuthlich in derersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zu Venedig .

* Spinells (Forzore di), des nachfolgen-den Spinells Spinello's (wahrscheinlichälterer)Sohn. Lanzi (Ltl terö. I. 8g.) nennt ihnkurz, einen trefflichen Niellator. Der: /zimansckaus kam V. 1811. dann (der seine Blüthezeit,wohl irrig, in 1Z00. setzt) zählt ihn unter diePlastiker, von dem sich Vieles im Dome zu Orvieto befinde und der sich besonders in kleinen Gold-und Silberarbciten, als in Mitren und Kronen,wo er Figuren anbrachte, ausgezeichnet habe.

* — — (Parri, d. i. Caspar), des Obigen(wahrscheinlich jüngerer) Bruder. Derselbe lebtenoch 1425. Lanzi (Lü. tor^. I. 82.) nennt ihneinen Künstler, der sich nach Masolino's (Pan-nicale's) Weise bereits zu dem neuern Styl ge-neigt, ein seltener Cvloriste, und etwas ganzBesonderes in der Zeichnung seiner Figuren war,welche er sehr lang, dabey ein wenig gebogendarstellte, und sagte, daß sie so ein wackres An-setzn bekämen. (Lonk. das Lex. über die — wahr-scheinliche Ursache dieser Erscheinung). Einigesvon ihm findet sich noch in St. Dominica u. a.w. zu Arezzo Noch an einer andern Stelle ( 1 .0.182.)heißt es, er habe den Styl seines Meisters L.Ghiberti nach Arezzo gebracht. Der: ^irnanscka. kom 1811. setzt seine Blülhezeit in 1Z80. an, undbemerkt, daß er meist in Wasserfarben gemalt,und seinen Vater in der Zeichnung übertreffenhabe.

*— — (Spinells). Lanzi (L6. ters. l.tzi.) setzt ausdrücklich seine Geburt in 1Z08. undseinen Tod in i 4 »o. an. Derselbe war ein Künst-ler von der lebhaftesten, feurigsten Phantasie,wie solches eben so wohl aus einigen Bildern,die noch von ihm zu Arezzo übrig geblieben sind,als aus einem Zug in der Geschichte seines Lebens(s. das Le>'.) erhellet. Das beßt Erhaltene vonihm sollen übrigens etliche Geschichten St. Be-nedikts in der Sakristei) St. Miniato zu Florenz seyn. In Pisa war er von denen, welche dieEhre hatten, die Fristen im Camps Santo zumalen; und von seiner Hand sind namentlich die,welche die HH. Märtyrer Pctito und Epiro vor-stellen, und von Vasari über alle seine andernWerke erhoben werden. Indessen kam er dochseinen dortigen Mitarbeitern nicht gleich; seineZeichnung war trockener, und das Colorit mindergewählt, da er zu viel Grünes und Schwarzesgebrauchte, ohne solches mit andern Farben insgehörige Gleichgewicht zu stellen. Auch das be-rüchtigte Gemäld in Sk. Agnolo zu Arezzo , von

Spinoza.

welchem das Lex. spricht, soll noch vorhandenseyn. Der.- ^Imsnscü s. kam 1811. führt nochnamentlich von ihm seine al Frcsco's in der KircheSt. Niccolo alle Säle dcl Papa, in St. MariaMaggiore, und in der Kirche del Carmine zu Flo-renz an. Seine Arbeiten in Camps Santo befin-den sich in dem bekannten neuen Werke von CarlLastnio nachgebildet. Eine Verkündigung und eineAnbetung der Hirten, zwey kleine 6'^ hohe, und10" 6"'hohe Bilder von ihm befanden sich noch 1811.zu Paris in der (apokryvhischcn) Sammlung desVerfassers der: Eonsiüörstions sur 1'sitst lapeinture en Itslie, üsns les-zustre 8woles gulout xröcöcle celur lle lllspüsel.

Spi» err 0 (Stephan), von Sagan, Mäurerrmeister, und Hans Bloß von Wellersdorf, führ-ten, als Werkmeister, die abgebrannte Stadtkirchezu Sorau in der Lausitz 1(184. wieder auf. Ste-phan erhielt 65 u. Thaler, und Hans 180. Thalerdafür. Der Baumeister, welcher die Leitung darü-ber führte, hieß Caspar Müller, und war vonBautzen ; derselbe erhielt iuuo. Thaler zur Beloh-nung. I. S- Magno Beschr. von Sorau(Leipzig 1710. 4°.) S. 265.

Gpingrueber (Michael), Baumeister undBaukommissair des Erzbischofs von Salzburg ;ein zu seiner Zeit berühmter Mann. Er hat zuSalzburg das Kloster der Franciskaner von 1686 —8g. erbaut; und starb hierselbst 1V94. s. Hüb-n e r's Be>chreibung von Salzburg I. 64.

Spinny (G.). So hieß ein Maler, nachwelchem Jac. Houbracken ein Bildniß des Goutesgelehrle» Friedr. Carl Engels in qu. Fol. ge-stochen haben soll.

* Spins la (Eliano). Fiorillo l. 128. zahlteinen wichen unter die vorzüglichsten Dilettantenzu Rom , der zur Zeit Papst Paul ll. daselbstvortreffliche Schatze alter Kunst zusammengebrachtharte.

— — (Monima Centurina), Malerin zuGenua , ward in 1810. zum Mitglied« dortigerMalerakademie aufgenommen. Ob sie mit dernachfolgenden vioianrina Eine Person, oder etwaeine Schwester derselben sey, ist uns unbekannt.

— — (Violantina), geb. Balbi, heißt imTüb. Morgenbl. 1810. in einem dortigen Ver-zeichnisse damaliger Schriftsteller zu Genua einesolche, Mitglied verschiedener Akademieen, undden schönen Künsten zugethan. Dabey besitze sieKenntnisse in Sprachen, und schreibe die gewöhn-lichsten Europäischen mit Zierlichkeit. S. auchden gleich vorhergehnden Art.

Spinoza (Benedict de). Irgendwo findenwir folgende sonderbare Zusammenstellung des Trei-bens und LassenS dieses berühmten Philosophen,die den Grund seiner Anführung in diesen Nach-träge» enthält. »Zu seinem Vergnügen beschaf-„ ligte er sich mit Abreißen und der Zeichnung von„Portraits mit Dinteoder Kohle; mildem Glas-schleifen; in der Betrachtung des Kampfes der„Spinnen und Fliegen, und im Tabaks-Trinken;„war in Kleidern, Essen und Trinken sehr ge-„nügsam; gab sein geerbtes Vermögen seinen„Schwestern; gieng nicht viel aus; und hatte so„wenig, daß der Apotheker nach seinem Tode,„Arrest auf den Leichnam legte". Derselbe wurde1682. zu Amsterdam von jüdischen Eltern gebüh-ren, veränderte die Religion und starb 1677. >wHaag, wo man ihn unter einer prächtigen Be-gleitung in der neuen Kirche beysetzte. Obigesliest man mit Mehrerm in seiner, von JohannLolerus herausgegebnen Lebensbeschreibung, nachwelcher er die Zeichenkunst ganz aus sich selbsterlernte. Hier gedenkt man auch eines ganzenBuches voller Bildniße, vornehmer und andererihm bekannter Personen, die er ziemlich glücklichgezeichnet hakte.