Band 
Zweyter Theil [3].
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1703
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Sprangcr.

drien- an einem Grabmale Pins V. (?) vorfin-den. Vasari wollte ihn bey diesem Papste mitdem Vorwürfe von Faulheit um seinen Ruf brin-gen. Der H. Vater schrieb ihm Zeichnungen zueinem Passion vor; sonst war er nur an Croquismit Reiskohlen gewöhnt. Jetzt fertigte er einDutzend mit der Feder, auf bläu Papier ausge-luscht, und mit Weiß erhöht, die van kNandernoch in der Kaiser!. Galerie zu Wien sah , undhoch erhebe Nach des Pabstes Tode erwachtebey ihm die Lust, sich an Großes zu wagen. Zuseinen ersten Arbeiten dieser Gattung gehören einSt. Anton, St. Johann der Täufer, eine St.Elisabeth, und eine von Engeln umzingelte Ma-donna, welche er in St. Luigi auf die Mauer inOcl malte. Nach Wien kam er, als Maximilianil. den Johann von Bologna bat, ihn mit einemMaler und einem Bildhauer zu versehen (der Bild-hauer war Johann Mont). Bey seinem Besuchjm Vaterland wurde er überall mit ganz beson-derer Auszeichnung empfangen. Die Stadt Am-sterdam übersandte ihm den sogenannten Ehren-wein. Zu Hartem gaben ihm die Künstler einGastmal, das er gegenseitig erwiederte. Die Ge-sellschaft Rhetorica daselbst führte ein Schauspielauf, das die Ehre der Malerkunst zum Ge-genstand hatte. Eben so ehrenvoll wurde er inseiner Geburtsstadt, und überall bis zu seinerRückkehr nach Prag aufgenommen. Hier, da mitt-lerweile seine Frau und seine Kinder verstorbenwaren, arbeitete er nur noch zu seinem Vergnü-gen, und starb daselbst 1626. (s. b. i 6 « 5 .) Vonseinem Aufenthalte in Deutschland insbesonderserzählt die Geschichte noch das Nähere wie folgt:„Durch den Kaiser Maximilian II. nach Wien berufen zierte er das bey dieser Stadt nahe gele-gene Kaiser!. Schloß Fasanenburg mit seiner Kunstaus. Von Rudolph 1 l. Maximilians Nachfolger,auf einige Zeit vernachläßigt, erhielt er später-hin von demselben noch mehr Wohlthaten, alsvon seinem Vorführer, und wiedmete dann dem-selben 17. volle Jahre. Von ihm wurde er (1288 )eines Tags an der Tafel, vor dem ganzen Hofemit dem Ritterdegen umgürtet und mit einer gül-denen Kette behängt, und sein Geschlechtsnamemit demjenigen von van den Schilde vermehrt,welchen seine Nachkommen noch lange Zeit fort-behielten. Diese Kaiser!. Gunst hatte er noch mehrseinem geistreichen Umgang als seinen malerschenTalenten zu verdanken. Jener war so sehr nachdem Geschmacke des Fürsten , daß er dem Künst-ler öftere befahl, in seiner Gegenwart zu arbeiten,und so die Werkstücke des erster» der Ort war,wo der Kaiser seine liebste Erholung fand. Daßer in den Adelstand erhoben wurde, und zu großemWohlstand gelangte, ist bekannt. Indessen hätteer weit mehr sein Glück gemacht, wäre ihm Hab-sucht nicht auf immer fremde geblieben; allein zu-frieden, bey seinem Herrn etwa zu Gunsten seinerFreunde einzukommen, verlangte er nie nichts fürsich selbst. Eine reiche Heyrath vollendete denGlanz seiner äußern Umstände, und übertraf alleseine Wünsche (?). Sein Haus zu Prag , daser sich selbst ausschmückte, war ein Pallast, unddie Malerey für ihn nichts als ein Zeitvertreib.Seine Staffeleybilder sind in Kabinettern sehrselten, da er den beßten Theil seines Lebens denbeyden gedachten Kaisern weihte." „Es ist un-gewiß" (sagt wareler) „ob Sprangen, wäh-rend seinem Aufenthalte zu Rom , eine einzigeZeichnung nach den Antiken oder nach Raphaclgemacht; wohl mag er Buynaroti's Werke, wonicht copirt, doch aufmerksam betrachtet, unddie schon übertriebene Manier dieses Meistersnoch gezwungener befolgt haben. Die äusser» Umrissebehandelte er auf die wundersamste, die Stellun-gen auf die peinlichste Art, und karricatnrirte über-haupt seine Zeichnungen so barbarisch, wie mög-lich. Fast immer arbeitete er aus bloßer Praktik,und war im Kolorit manierirt wie in den Formen.Dann aber besaß er eine überfließende und leichteEinbildungskraft, reiche Composition, und eine

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solche Anmuth und Schönheit deS Pinsels, welcheNachsicht für seine Gebrechen einflößten." „InDeutschland " (bemerkt hiernachst Flovillo l. 388 .ebenfalls sehr gut) „gab es nie einen allgemeinherrschenden Geschmack; indessen war doch auchda der Einfluß Michelangelo's sichtbar, und nir-gends ist er so verfehlt und entstellt worden, alsvon Flammändischen und Deutschen Malern.Wer erkennt nicht in den Werken des B. Schwarz,M- de Vos, Franz Floris , die Früchte von demübel verdauten Studium jenes Vorbildes? Wersieht nicht in den Arbeiten eines I. Stradanus .eines B. Spranger, den M. Angelo, aller sei-ner Vortrefflichkeiten beraubt? — BeyvonMann-lich heißt es von ihm: „An Meistern und Fähig-keit mangelte es Sprangern nicht, große Musterfand er in Menge zu Rom ; aber er vernachläßigtedas Studium der Natur, welche die Urquelle allesGuten und Schönen für die bildenden Künste ist»und ward manierirl". Und: „ Je mehr er in Uebungund Fertigkeit zunahm, desto mehr wurde seineVorliebe zur Uebertreibung sichtbar; Alles mußteendlich verdreht, gespannt, und in konvulsivischerStellung seyn, und in seinen letzten Werken über-trieb er die Uebertreibung selbst". Unser ^füßlrendlich (IV. 59-61.) indem er Spranger»; mitHeinrich Golzius in die gleiche Linie setzt, be-merkt über beyde: „Diese zwey Künstler, derender eine besonders als Kupferstecher und Zeichnerberühmt ist, haben auf einige Zeit den ähnlichenVerfall des reinen guten Geschmacks in die Nie-derländische und Deutsche Schule gebracht, dendie Gebrüder Znccharo in die römische gebrachthaben. Sie hatten bevde ungemein viel Talent,und eine sehr fruchtbare Einbildungskraft, ver-nachläßigten aber sowohl die sorgfältige Untersu-chung der Natur, als auch das wohl überlegteStudium der Antiken, die sie in Italien sahen,überließen sich ganz der Einbildungskraft, undschufen sich Menschenformen, die sie sich über-haupt von jenen des Michael Angelo abstrahirten,die aber von diesen nur das Gigantecke und Ue-berspanstte, aber sehr wenig von der hohen undstarken Charakteristik, und jener tiefen Kenntnisseder Verhältnisse des menschlichen Körpers an sichhatten, worin eigentlich die wahre Größe jenesoriginellen Mannes bestand. Sprangers undGolyens zahlreiche Werke können daher zu Bey-spielen dienen, aufwas für Irrwege die Vernach-laßigung der Natur auch talentvolle Künstler brin-gen könne. Man erstaunt über die unverkennba-ren Spuren großer Fähigkeiten, die man in eini-gen ihrer Werke findet, die selbst den Italiäni-schen Meistern der zweyten Klasse Ehre machenwürden, wenn man solche neben den Schwall derunnatürlichen, bizarren und schwärmerischen Pro-dukte hält, die nach ihnen herausgekommen stnd;jene bessern Produkte zeigen, daß wenn sie bis-weilen einer ruhigen Ueberlegung Plaz gaben,und »ur einigermaßen die Natur und die allge-meinen Kunstregeln zu Rathe zogen, in mancherRücksicht portrefliche Werke zu Stande gebrachtwurden. Sie wußten alsdann ihre Vorstellungengefällig anzuordnen, ihren Formen ein gutes Eben-maaß und bisweilen auch treffend« Charakteristikzu geben. Sie behandelten Licht und Helldunkelmit Verstand, und hatten eine harmoniöse Fär-bung mit einem reinen und leichten Vortrag desPinsels ". Er starb zu Prag um 162h. (s. h. ; 6 i 5 .)in hohem Alter. In Deutschland besitzen von ihm:Die Gallerie zu Wien Überflüssiges (ig. Bilder):Triumph der Pallas über die Unwissenheit; dassmokaootio et sriALt V«NU8 (ohn' einanderalle

drey!); dann wieder letztres von den zwey erster«!getrennt; zwey Ovidische Stücke: Mars, Venusund Amor, und Venus in Adonis Armen. (Allediese in der — geschmacklosen über halben Lebens-größe); zwey Bildnisse des Künstlers, in jüngermund Höherm Alter, nebst demjenigen seiner Gat-tin; den Parnaß; Allegorie auf die TugendenRudolph II. ; Vulkan liebkost die Maja, und Her-kules mit Omphale ; die Himmel stürmenden Gi-Hhhhhhhhhhs