1718 Steenwiiikel.
mit den nöthigen Wasserleitungen u. a. Bequem-lichkeiten zu versehen. Bald aber (1214.) war er aufeine gänzlich neue Wiederaufbauung bedacht. SeineNachfolger, Amelius undEgidius vanSree-ne (ob perer's Bruder, ist uns unbekannt) undSalomo von Gent, traten in seine Fußstapfen.Aber Nikolaus dt Belle übertraf sie alle in derKenntniß und Liebe für seine Kunst, und für diegroßen Werke, welche er wahrend seiner zwanzig-jährigen Amtsverwesung ausführen ließ- Vollen-det wurden solche indessen erst durch Lambertvon Benle und zuletzt durch Theodorich 1262.Alle diese Religiösen waren zugleich Baumeister,Mäurer, Steinhauer, Zimmerleute, Schlößer,Maler, Bildhauer — kurz verstanden Alles, waszu Errichtung und zu Verzierung einer so weit-schichtigen Baute dienen konnte, und waren alleGlieder des nämlichen Klosters, das über 400.Mönche und Laibrüder in sich faßte."
* Gteenrvl'nkel (Heinrich). Von diesemKünstler besaß einst die Gallerie zu Sakzrhalumein 9^ breites, 7^ hohes Bild in lebensgroßen Fi-guren: Den Einsiedler, der den Degen aus derHand des von den Saracenen erschlagenen Däni-schen Prinzen Sueno windet, - und ihn einemdeutschen Ritter üdergiebt (nach Tasso's VIII.Ges.); ein Nachtstück, von einer Laterne beleuch-tet. Ein andres ähnliches Nachtstück, Petrus ,aus dem Gefängnisse befreyt, wird in EberleinsKatalog gedachter Gallerie ( S. 55 ) ebenfallsihm, doch wohl irrig (s. das Register) zugeschrie-ben, und gehört vielmehr dem Heinrich Sreen-rvpck, Vater oder Sohne zu.
* Steenwyck (Heinrich van), der Aelrere.
Nach Hüsgen (N. A. S. 69.) war er zuerstSchüler seines Vaters, der tiefe Einsichten in dieMalerey, Perspektiv und Baukunst besaß. DieserKünstler stellte besonders gern gothische Kirchenvor, und fand Vergnügen daran, sie bloß durchFackelschein zu beleuchten, womit er diese, durchihre Bauart ohnehin geheimnißvolle Oerter, durchjenen noch geheimnißvollcr machte. Mit dertreffendsten Wirkung verband er große Wahrheitdes Colorits. Seine Arbeiten wurden sehr gesucht,und theuer bezahlt. Auch zu Frankfurt fand er,wie in seinem alten Vaterland, Freunde und Ar-beit, und sein dort erfolgter Tod ward allgemeinbedauert, In Deutschland kennt man
von ihm in der Kaisers Gallerie zu Wien : Einegothische Kirche, wo die Geistlichen im Chörefingen; Petrus , vom Engel befreyt (i6v-j-); unddas Innre einer Gothischen Kirche (i 6 o 5 ,). Wennsein in 1604. (nicht i64". wie es bey Lehningerheißt) angegebenes Todesjahr richtig ist, so mußwenigstens das letztgenannte Bild von Sreenwickdem Sohne seyn. Die Gallerie zu Dresden dasInnere einer Kirche, wo eine Frau vor dem Al-tare kniet. Lauter kleine Bilder, auf Kupfer undHolz, letztres (2^ breit und 3 ss" hoch) noch dasgrößte. Salzrhalum einst (sagt Husgen) 4.Mannheim 1. und Lasse! 4. Dann der Hof-und Landgerichtsasseßor Schmidt zu Kiel (noch1809.) das Innere einer großen BrabantischenKirche mit Altaren, Grabmälern und Figuren(diese von Th. van Thnlden), schön und fleißig,die Figuren nach dem Leben. In England besaßder Graf Poulet in seiner Sammlung zu HintanGaint George eine Ansicht des Innern vonTheobalds mit den Figuren des Königes (CarlI ), der Königin, u. s. f. das Architektonische da-rin höchst wahrscheinlich von dem unsrigen, dieFiguren aber von Poelenbnrg oder van Bassen(Fiorillo V. 355 - 56 .), woraus wir aber keines-wegs den Schluß ziehen dürfen, daß Steenrvickin England gearbeitet habe. Warum sollte esaber nicht vielmehr die Arbeit seines nachfolgendenSohnes seyn? Zwey getuschte und mit Weiß ge-höhie Handzeichnungen von ihm (beydes kand-jchafken) sah man noch 1810. im Kabinrt des H.Paignon - Dijonval zu Paris . Gestochen nachym, oder dann eben nach dem Sohn, kennen
S t e e v e u s.
wir einzig von einem Ungenannten in F. Basan sVerlage: Eine Spaccaka der Hauptkirche zu Dorth ,mit Figuren von A. Stalbent, und von I. Coe-lemans zwey ähnliche Blätter, das eine das Innreeiner Kirche in Haag, mit einer Menge Knieen-der vor dem Hochaltar, beyde aus dem soge-nannten Cabinet von Aix. et
Noch nennt der Katalog von sDaignonr Dijonvaldas Innere einer Kirche mit einer Proceßion,ohne Namen des Stechers.
*Sreenvoyck (Heinrich) der jüngere, nachde Fonrenai geb. 1589. «wohl früher). Bey Leh-ninger heißt es von ihm: „ Derselbe studirte dieKunst bey seinem Vater, dessen Manier er folgte,und ihn aber oft übertraf. In England verließer den finstern Ton des letzter«, van Dpck,der seine Kunst schätzte, hatte ihn an dem Engli-schen Hofe bekannt gemacht, und Steenwyckstaffirte dessen Bildnisse mit Architektur; so z B.die beyden des Königs Carl l. und der KöniginHenriette Marie, ganzer Statur, von Höhe(1637.), welche sich in der Gallerie zu Dresden befinden, und die man eben, was die Figurenbetrift, für van Dycks Arbeit hält , so zierlichvollendet, als ob sie von Mieris wären; mit deirweitem Bemerkung übrigens, daß sich einst auchim Kabinet des Generalpachkers Bouexiere zweyganz gleiche (?) Bilder befanden, die gestochenseyn sollen. Auch die Kaisers Gallerie zu Wien besitzt drey Bilder von ihm; und zwar vörderstein (? 2" breites, und 4^ hohes, welches, wiejenes kleine seines Vaters, den von einem Engelaus dem Kerker befrcyten Petrus darstellt (1621.);dann eine Gothische Kirche mit Lagesbeleuchtungund vielen Figuren (1618.), dieses klein; undeben so eine Gothische Cathedrale, schon von r 6 o 5 .Seine meisten (seltenen) Werke indessen befindensich in England, wo er jedoch fast einzig für denKönig arbeitete. Nach Lehninger soll er sehrjung, und dennoch sehr begütert gestorben seyn.Noch hat die Gallerie von Schleisheim voneinem dieser Sreenwicke (ohne Bestimmung, obvom Vater oder vom Sohne?) das Seltene einerLandschaft, mit Biblis in eine Quelle verwandelt;und eben so hatte Salzrhalum einst von einemoder von beyden dieser Künstler vollends fünfBilder: Vörderst abermals jenen befreyten Petrus,und zwar von dem nämlichen, oder vielmehr nochgroßem Maaße, wie das zu Wien ; dann einegewölbte Kirche; ferner den Jahrmarkt zu Ant-werpen , wieder ein großes, 5 ' 4" breites, und3 '2" hohes Bild; weiter das Innere einer Kirche,vor dem Eingang liegen zwey betende Mönche,von ähnlichem Maaß mit dem vorigen; endlichnoch einmal eine Befreyung Petri, diese klein.
Sreerlings (Johann Baptist) von Bcr-chem. Ein solcher erhielt 1806. bey der Akade-mie zu Antwerpen den zweyten Preiß in denGrundsätzen der Architektur. Oeffenrl. Llarr.
* Seeevens (Peter), geb. zu Mecheln umi 55 o. wohl aber früher; denn (heißt eS beywinkler) nach ihm kennt man schon von i 566 .
La/i-e--!, form. llomw) eine Anbetung derKönige; ebenso Jesus auf dem Schiffe, der demVolke predigt, von H. Hondius. Dann aberenthält der Gantkatalog von Winkler noch eineziemliche Anzahl Blatter , von lauter Landschaft-lichen Gegenständen, als ebenfalls nach ihm ge-stochen ; wobey zu bemerken ist, daß das Lex.hingegen solche einem Derer Stephan« zuzueig-nen scheint. Wir denken indessen, daß letztrermit dem unsrigen vielmehr Einer und derselbesey. Diese Blätter sind: Sommer, Herbst undWinter, von I. Barra (oben mit Zeichen ausdem Thierkreise); alle vier Iahrszeiten (andreVorstellungen), und eben so die vier Tagszeiten,schöne Blatter von H. Hondius; ein satyrischesBlatt, mit der Inuschrift: Vervullm^ van >v>'n.tigert txvist en . im Hintergrund eine Land-schaft, von Ebendemselben; zwei) Böhmische Land-schaften von I. Major; über dreyßig dergleichen.