Steiner.
die Werke von Claude Lorrain , sondern siudirteund kvpirte hauptsächlich die schönen Gegendenum Rom herum. Eben dieß that er auch zu Ti-voli und Neapel . Nach Verlauf dreyer Jahrekehrte er in seine Vaterstadt zurück, mit einer sehransehnlichen Sammlung schöner, groß gedachterund frey bearbeiteter Handzeichnungen, die er vonder Natur erlernt hatte, und in seinen Werkensehr schicklich zu benutzen und zusammzusetzen wußte.Er setzte nunmehr die Kunst in Kupfer zu radie-ren fast ganz bey Seite, und verfertigte dagegenmit vielem Eifer Handzeichnungen auf groß Realoder Medianpapier mit Bister und Sepia, welcheer sehr angenehm, kräftig und markig mit einerfreyen ungezwungenen Hand vermittelst des Pin-sels zeichnete; auch Gegenden seines Vaterlandes,weil er sich hierin eine besondere Leichtigkeit undFertigkeit erwarb, in einem erhabenen und ihmganz eigenen Styl. Im Julius 1/92. machte ereine Reise in den Canton Echwyz, um dort allesmerkwürdig Schöne von Aussichten und andernGegenständen, theils in fleißig bearbeiteten Zeich-nungtn, theils in Skizzen oder Entwürfen auf-zunehmen. Seine Versuche, Landschaften in Was-serfarben auf groß Royalpapier aufgrauen Grundzu malen und zu koloriren hatte er 4 bis 5 Jahrefortgesetzt. Nunmehr versuchte er, seine Landschaf-ten in Oel zu koloriren; allein das Kolorit fielihm hierin schwerer, als in Wasserfarben. Den-noch herrscht stets etwas Großes darin. Vorzüg-lich gelang es ihm, eine besonders schöne Luftmit vieler Annehmlichkeit zu koloriren; oft aberfehlt der Arbeit eine gewisse schmelzende Mittel-tinte, in einigen Uebergängen zu den andern.Bis gegen Ende des I. 179b. vervollkommete ersich indessen ungemein, in Oelfarbe zu koloriren.Im Februar 1796. reisete er zum drittenmal nachRom , in Gesellschaft seiner Gattin, Anna Bar-bara Steiner, nicht allein der Erbin eines an-sehnlichen Vermögens, sondern auch einer Künst-lerin nicht gemeinen Schlags, die mit männlicherKraft und Schönheit Landschaften mit Tusch undSepia zeichnet, auch mit viel Schönheit undStarke Landschaften und dergleichen Gegenständemalerisch in Kupfer radirt." Noch lesen wir in demerwähnten Aufsätze der Miscellaneen (der bloßbis 1796. reicht) Mancherley, die Charakte-ristik des Künstlers Berührendes. So z. D. „Meh-rentheils fallt seine Lieblingswahl auf jene länd-liche Wildnisse, die melancholisch ergötzen, da sievom Licht stark eingeschränkt sind, und wo manselten einen Durchbruch in große entfernte Ge-genden sieht, oder wo derselbe nicht viel Raumin seiner Zeichnung in sich faßt. Er beleuchtetgemeiniglich seine Zeichnungen mit einem Streif-licht, das in der Mitte oder von hintenher durchdas Belaubte seiner schönen und großen Bäume,oder durch die Gegend einer Felsenhöhle undBaumstämme durchstreift, ohne daß man «ineSonne oder Mond, sondern nur das Licht davongewahr wird, welches zu Zeiten auf einem ru-higen stillliegenden Wasser seine Wiederscheinezeigt. In andern Stücken hingegen fällt dasHauptlicht auf ein Grab - oder Denkmal, oder aneine Art Eremitage, auch Tempel, ganzeingeschränktund zusammen gehalten auf die Gegend des Pla-zes, worein es zu stehen kümmt. Noch in an-dern spielt es sehr angenehm auf gewissen starkbelaubten Aesten der Baume, das aber beynaheniemals in zerstreutem Licht auffällt". (Dieß —was zum Theil einer vorhin bemerkten Rüge desnämlichen Aufsatzes selbst widerspricht — könntenwir nun unsers Orts am Wenigsten an diesemgeistvollen Künstler rühmen). Ferner: „AusObigem möchten vielleicht Einige schließen, daßderselbe nur dergleichen Gegenstände (geschlosseneWaldgegenden) zu schildern fähig wäre. Aberdem ist nicht also: Er ist auch stark in der Kunst,weite Fernen und Vieles umfassende Aussichtendarzustellen, und noch stärker in seinen wolkigten<?)warmen Abendlüften". Weiler über Steiner,den Mensch und den Künstler: „Der ist hiernächst
Steiner.
beständig und stets unermüdet im Arbeiten undStudiren. Daher sein weniger Umgang mit An-dern. Dieser ganz eigene, für sich selbst denkendeKopf will alles schlechtweg aus der Natur, alsder Mutter der Vollkommenheit, herausziehen; sodaß er sich am Ende wohl durch allzugroßen Ei-fer und Emsigkeit schaden und seine Lage verkür-zen könnte; so wenig er solches (bey seinen Glücks-umständen) zu thun nöthig hätte. In seinem Hauseist er übrigens gegen Jedermann freundlich; läßtsich aber selten in seinen Werken siöhren, denener obliegt, so wie er sich auch sehr seines Haus-wesens annimmt". Ausser der Malercy ist er nochein Freund der Musik, und spielt selbst als einerder Starkern in dieser Kunst unter seinen Mitbür-gern". Endlich: „Die Familie dieses Künstlersbesteht in einem einzigen frohen und heitern Kna-ben 6 — 7 Jahre alt, welcher schon Neigung zurZeichenkunst äußert, uud dem, die Zeit damithinzuzubringen, gar nicht schwer fällt" Auch inder Schrift: Winkelmann und sei» Jahrhun-dert S. Z 45 . wird Sreiner in den Tagen, woer zu Rom lebte, als ein Künstler gerühmt, „dermit Freyheit, Geist und Kraft arbeitete". Wäh-rend der Schweizer -Revolution bekleidete derselbemit geschickter und ernster Treu die Stelle einesDistriktsstatthalters. Jetzt hält er sich seit meh-rern Jahrern auf einem schönen Landsitze im Thür-gau, in der Nähe von Constanz auf, und lieg!neuerdings seiner Kunst ob, die er, durch seinennunmehr ebenfalls zum talentvollen Künstler her-angewachsenen Sohn, in seinem Hause fortge-pflanzt sieht. Auf den Kunstausstellungen zu Zürch fand sich, von Zeit zu Zeit (179g- 1802. *809.)von seiner Arbeit Mehreres, freylich von unglei-chem Werthe. So z. B. in 1799. eine Landschaft„die sich" (heißt es in Mensel's Archiv 11.(2.) 9—11.) „durch das sonderbare Colvrit desVordergrundes, völlig ä I'Epinard (?) gemalt,auszeichnete. Die Ferne hingegen war lieblich;das Ganze aber ein Beweis von der sonderbarenLaune dieses genievollen Künstlers, dem die ruhigeKlarheit des Gemüths, und jener ausdauerndeFleiß eben nicht immer eigen zu seyn scheint."
Steiner (Johann Friedrich Rudolph) wurdeum 1773. zum Baukontrolleur, und ungefähr um20. Jahre später zum Baumeister des Herzogenvon Weimar ernannt. Er starb zu Weimar 60.I. alt, 180s Als Schriftsteller zeigte er sichdurch seine: Abhandlung, die Gebäude derLandleute, mittelst einer neuen Erfindung,mehr als jemals vor Feuersgefahr zu sichern(Weimar 1782. 8°. mit Kupf.); Versuch überdie Herkunft des Borkenkäfers (Jena 178b.8°. mit Kupf.); Beschreibung eines neuer-fundenen vorrheilhafren Schneckenofens(Weimar 1791. 8°. mit Kupf). Erst nach seinemTode (180h.) erschien noch von ihm: Entwurfeiner neuen, durchaus feuerfesten Bauart,mir gewölbten Decken u. s. f. (2 Thle. 4°. Wei mar , mit 16. illum. Kupfertafeln); eine Schrift,welche von Kennern mäßig gerühmt wurde. Der-selbe ist ohne Zweifel der nämliche, von welchemes in der Schrift: Weimar (Elbers. 1800.) heißt,daß solcher bey Erbauung des dortigen Hofthea-ters, unter der Leitung N. Thouret's gebrauchtwurde, und daß er sich neben dem durch technischeErfindungen bekannt gemacht habe.
— — (Johann Georg, oder Georg), König-lich-Preußischer Hofgärtner zu Potsdan, um 1800.Fünf Jahre später, sagte man, er habe den Lust-garten, die Plantagen und Alleen gedachter Stadtunter sich. /l/-c.
* — — (I. N.), hieß Johann rJepomuck,Kaiser! Königl. Kammermaler, und Mitglied derAkademie der bildenden Künste in Wien , geborenzu Jglau in Mähren 172h., legte den ersten Grundzur Kunst durch sich selbst, und bildete sich dannzu Venedig und Rom aus. Unter den 1777. vonder Akademie aufgestellten Kunstwerken besande»