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* Stell« (Franz). Der Künstler dieses Na-mens gab es zwey; des nachfolgenden JacobsVater, und desselben Bruder, von welchen dererstre jm Lex. unter dem Art. seines Sohns, derletztre in einem eigenen erscheint. Grlandi kenntbloß den letzter» s. v. Grellaerr; denn seinFranz Srella ist, wie schon Marterte (l.ett.xittorick. IV. 386.) bemerkt, zuverlässig kein an-derer, als der nachfolgende Jacob, so daß wirMarierre's Zurechtweisung bey Fiorillo III.i55. Not. s. unbegründet finden, de Fonrena;setzt die Geburt Franzens des ältern zu Mecheln und ausdrücklich in ;663. und seinen Tod den-noch, gleich dem Lex. in ;6v5. und erzählt dannvon ihm weiter, was folgt: In i5/6. gieng ermit Stephan Martel Ange, dem nachherigen Je-suiten und sehr guten Baumeister, nach Rom ,
' Späterhin verheurathete und setzte er sich zu Lyon ,wo er sehr viel arbeitete. Zu dem Wichtigstengehören seine al Fresko's in der dortigen Mini-merkirche; bann in Et. Johann eine Grablegung(6- hoch und 18- breit) auf Holz, wo er sich un-ter den umstehenden Personen selbst abgebildet hat,und ebenso in einer Abnehmung vom Kreuze bei-den Celestinern. Die Sakristey der Baarfüsserzierte er mit den sieben Sakramenten al Fresko,womit die Mönche so zufrieden waren, daß sie,neben dem verkommenen Prciß, den Künstler ;6o6.(seinem Todesjahr) durch förmliche Urkunde mitdem Recht für sich und seine Nachkommen belohnte,im Chor ihrer Kirche — unten an den Stufen desHochaltars begraben zu werden. Auch setzten sieauf dieses Familiengrabmal das Wappen und dieNamen der Srella's (was sich aber nicht mehrwill finden lassen).
* — — (Jacob). Sohn Franz des al-
tern , den er in seinem neunten Jahre verlor, zeigteschon damals, was aus ihm werden sollte, undschaffte sich von da an, ohne weitem Lehrer, ei-nen Ruf, der denjenigen seines Vaters übertraf.Seinen Aufenthalt zu Florenz setzen einige, wohlirrig, bloß auf vier Jahre. Denn erst in ibsZ.kamen er und sein Bruder Franz der jüngerenach Rom, wo sie den Rath ihres berühmtenLandmanns Poussin benutzten. Hier waren seinerstes Werk die zur Canonisation etlicher Heiligen er-foderliche Schilderyen. Dann zeichnete er unauf-hörlich; neben Andern; eine Menge Blätter für«in Brevier Urban VIII . welche nachwcrts vonAudran und Greuthcr gestochen wurden. Zu sei-nen kleinen Bildern wurde er durch — ebenfalls klein-liche Liebhaber aufgemuntert; mehrere dergleichenmalte er auf Probirstein. Er sollte nach Spanien reisen, wohin er von dem Könige berufen ward,als er zu Rom , nebst seinem Bruder, in einenhäßlichen Handel verwickelt wurde, der ihn zuVerhaft brachte, wo denn aber bald seine Un-schuld zu Tag erschien, und seine Verläumdertüchtig büßen mußten. Jm Gefängnisse hatte ermit schwarzer Kreide ein Mutkergottesbild gezeich-net, vor welches seine Mitgefangenen zu betenkamen, und das noch im XVIII. Jahrhundertdort gewiesen wurde. Bald darauf (i634-) kehrteJacob mit dem Marquis von Crequi, über bisLombardey und Venedig nach Frankreich zurück.(Seinen Aufenthalt in Rom setzen Einige, wiewir denken wieder irrig, statt auf eilf, auf vier-zehn Jahre. Sofort wurde er dem Kardinal Ri-chelieu , alsdann dem Könige vorgestellt, und(nachdem er die ihm angetragene Stelle eines Di-rektors der Akademie zu Mailand , ebenso wie ei-nen wiederholten Ruf nach Spanien abgelehnthatte) mit einem Jahrgehalte von rooo Fr. zumHofmaler ernannt. In dieser Eigenschaft warer der erste, welcher Ludwig XlV. noch als Dau-phin malte; dann Mehrereis für das Kabinet desKönigin, und für ihre Kapelle im Palais Royal ,Sein Vorzüglichstes indessen in den Tuillerien,dem Louvre, der Noviziatskirche, derJesuiter, derKarmeliter in der St. Jacobs-Vorstadt, u. s. f.dessen, was sich in Privathäusern befindet, nicht
zu gedenken. Ueberhaupt ist es schwer zu begrei-fen , wie Srella bey seinem zarten Temperamenteso Vieles zu fertigen vermochte. In den Winter-abenden beschäftigte er sich mit Folgen von Zeich-nungen, wie z. B. das Leben der H. Jungfrauin 22. Bl. und Kinderspiele in 5o. Bl. Dann miteiner Paffionsgeschichte, die er später in Zo. kleineGemälde brachte, welche sein letztes, so wie i6. an-dere ähnliche von Landlustbarkeiten und Künstensein zweytletztes Werk sind. Seinen Tod setzenEinige,aber auch wohl irrig, statt in i65/. in ik^/. Erliegt in der Kirche St. Germain de l'Auxerroisbegraben. Kinder scheint er keine hinterlassen zuhaben. Den St. Michelorden erhielt er in ILH5.äs /?o»ts,ini. Fiorillo III. ;56. Ersterer machtden Lyoner Charmeton zu seinem Schüler, demhingegen das Lex. Franz Srella den jünger,«zum Lehrer giebt. » Jacobs Arbeiten " (heißt esbey LVareler) „waren verständig und weise wiePoussins; aber man fühlt bald, daß nicht Pous«sin's Seele sie geschaffen hat; ihre Weisheit warkalt; der Zuschauer schätzt und — verläßt sie.Seine Zeichnung ist rein und richtig; die Drap-perien haben antike Einfalt; sein manirirtes Corlorit fällt ins Röthliche. Er war vorzüglich glück-lich in kleinern Bildern. Zu seinem Geschätztestengehören seine Hirtcnstücke und Kinderspiele." —Auch seine Perspektive und Architektur waren sehrangenehm. Mit Poussin lebte er immerhin, auchin der Entfernung, aus so freundschaftlichem Fuße,daß derselbe ihn mit mehren; seiner Bilder be-schenkte; wie z. B. mit einem Dejaniren-Raub,und einem Rinaido und Armida, was er mit ei-nem Brief begleitete, wovon man ein Bruchstückbey Felibie»; (Lntret, VIII) findet. Von ihmbesitzt das Französische Museum: Das Verlöbnißder H. Jungfrau, Christus empfängt die H. Mut-ter in; Himmel, und Clelia's Rückkehr nach Rom ,die in Lands,;'« Annal . Vl. 96. VIII. 99.und XII. 8g. beschrieben, beurtheilt, und im Um-risse abgebildet sind. Von dem letzter» heißt esdort: „Wenn man nicht den Gegenstand durchdie Geschichte kennte, so würde man ihn aus die-ser Darstellung schwerlich errathen. Unter denzwey Hauptfiguren unterscheidet sich die Heldinnicht deutlich; die übrigen nehmen gar keinen Theilan der Handlung; kurz, die ganze Composttionist kalt, unbedeutend, fast völlig verfehlt, und dasBild kann nur durch seine Ausführung Interessegewähren. Die Zeichnung ist überhaupt correkt,nett, einfach und edel; die Anordnung der Haareund der Gewänder graziös, das Colorit angenehm,das Helldunkel aber mittelmäßig; der Pinselstrichleicht. Dieses Bild hat /V 3" Höhe, und 3-Breite. Ein lebensgroßes hingegen von sehr vie-len Figuren ist das Verlöbniß der H. Jungfraumit Joseph; voll Naivetät im Detail, die unsan Poussins edle Einfalt erinnert, aber den» dochnicht an seinen ernsten Geist. Hier findet sich einKind, das mit einem Hunde spaßt, und uns vor-nämlich — den Hintern weisst; und auf der Seiteeinen abgewiesenen Nebenbuhler St. Josephs,der den Verlobungsstab wüthend über das Knieebricht. Das Colorit ist nicht kräftig, aber lieb-lich. Ueberhaupt urtheilt auch London von un-serm Künstler etwas verschieden von Warelerr„Mehr graziös als natürlich in Zeichnung undFarbe" (heißt es hier) „machte sich Stell« einePratick, die seiner Leichtigkeit sehr gut zu stattenkam; aber es gebrach ihm an jener Originalität,die man nur aus dem Studium der Natur schö-pfen kann. Auch gelehrt ist eigentlich seine Zeich-nung sehr wenig, und auf die Kunst zu drappirei;schien er nicht viele Kunst zu verwenden. In demletzterwähnten Bilde, einer seinerbeßten Arbeiten,kann man ersehen, wie wenig Nerv und Marksein Pinsel hatte. Allen seinen Kompositionensehlt der Stempel des Genie, Leben, Feuer undKraft des Ausdrucks. Alle tragen das Geprägeseines persönlichen Charakters; dieser war kaltund schwächlich. Die Natur scheint er selten odernie kopixt zu haben". In Denrschland besaß von