1742 Stimmer.
Uchkeit seines Vorgängers, welchem er schon beydem Verzeichnisse der übrigen Schulen behülflichwar. Der Verfasser gegenwärtiger Zusätze stimmtaus Erfahrung einem über diese Arbeit, im Tüb.Morgenbl. 1810. S. 981., gefällten Urtheil über«ein, daß dieser Gantkatalog zugleich ein fürdauern,des bequemes Handbuch für Kupferstichsammlerilind Kunstgeschichte überhaupt) sey.
Grimmer (Johann), von Wrrzburg, lebteum 1614. Von ihm kannte (1763.) H. AchillNyhiner zu Basel eine gute kleine Stammbuch-zeichnung von zwey Figuren.
* — — (I. Christoph), der im Lex. unter demNamen seines Bruders Tobias erscheint. Derunverschämte Basan (Lä. sec.) darf seine Geburtin 1618. setzen. Malps will wissen, daß er zuParis zu Anfang des XVII. Jahrhunderts gestor-ben sey, und giebt denn doch, unter zwey Mono,grammcn von ihm Eines, das vielleicht die wirk,liehe Existenz (welche in dem nachfolgenden Art.von Tobias Grimmer bezweifelt wird) sehr wahr,scheinlich machen dürfte.
* —- — (Tobias), seine drey Bruder Abel,Jostas und Job. Christoph, und ein Sohn vonTobias. „Die Jahre von Tobias Jugend"(heißt es bey Fußn I. 46. u. s. f.) „sind dunkel;erst in seinen männlichen Jahren erscheint er aufdem Schauplätze der Kunst. Da er gegen dasSchicksal kämpfen mußte, so sah er sich genöthigt,die seinige an Häuser» zu verschwenden, die ertheils in seiner Vaterstadt, theils zu Frankfurt undSkraßburg, mit Biblischen und Römischen Ge,schichten in Fresco bemalte. Der Markgraf vonBaden, durch die Schönheit seiner Arbeit einge,nommen, berief ihn an seinen Hof, um dort dieBildnisse seiner Vorfahren in Del zu schildern.Grimmer zeigte da ganz die Größe seines Genie,durch fremde und heroische Stellungen, die rich,tigsie Zeichnung, bis zum Blenden glänzende Har,nische, und einen kecken Pinsel, mit starker undglänzender Farbe verbunden. Das Aug' erstaunt,und voll Bewunderung glaubt es, das Leben selbstzu sehen. Er besaß eine nicht gemeine Kenntnißder Geschichte, ein sehr richtiges Urtheil und dielebhafteste Einbildungskraft. Wie stark diese letz,lere gewesen, mag folgender Zug aus Gandrarrbeweisen: „Noch" (liest man dort) „wird vonseiner Hand über Alles gelobt ein Marcus Curtius ,den er in seiner Vaterstadt an ein Haus gemalt,als welcher die Leute gleichsam fort, und heimzu,jagen scheint, indem es laßt, alö ob das Pferdvon Oben auf sie herunterspringe". »Sein Lob"(fährt S- fort) „werde also, so lange die Weltsiehe, zur Gedächtniß seiner edeln Hand allezeitgrünen". So viel von Grimmer, als Künstlerüberhaupt, und als Maler insbesonders. Vonihm als Formschneider dann, oder vielmehr alsZeichner für solche, erhalten wir einige sehr schqrf,sinnige Berichtigungen der gewohnten Notitzenüber ihn, vonBarrsch (IX. 35 i— 58 .). Vörderstwird dort bezweifelt, ob je ein, sonst überall ge,nannter, jüngerer Bruder von Tobias, Job.Christoph, nach dem erster» in Holz geschnittenhabe. Einmal der von Papillon genannte: 8 t.,der zu Paris gewohnt, und nach Franz Chauveauin Holz geschnitten, könne schwerlich der, nachdem Künstlerlex. in 1882. geborne Joh. Christophseyn, da Chauveau (geb. 1620.) doch kaum vorseinem Fünfzehnten (i 638 .) etwas wird gezeichnethaben, was des Schnittes werth war, damalsaber jener Joh. Christoph schon 83 I. zählte.Immerhin aber könne der Formschneider 8 t., dernach Chauveau gearbeitet, ein jüngerer Srim,mer gewesen seyn (was auch das Lex. ausdrück,lich sagt, und nämlich denselben, ohne Laufna,men, deS Joh. Christophs Sohn nennt, derEc>. nach Chauveau geschnitten habe). Schwa,eher dann dünkt uns der zweyte Grund vonBarrschgegen die Existenz Joh. Christophs, Brudersvon Tobias, als Formschneider, zu seyn, da
Stimmer.
derselbe nach Fvßli I. c. 4g. um 1881. in meh,rern öffentlichen Aemtern stand, und somit wohlnicht die Menge trefflicher Blätter könne geschnit-ten haben, die man ihm zuschreibt. Dagegenliegt unstreitig der stärkste (doch nicht vollständige)Beweis von Barrsch gegen die Existenz einesältern Christoph Stimmer'«, Formschneiders ,darin, daß das Monogramm, welches bisher ge,wöhnlich für das seinige erklärt wurde, vielmehroffenbar dasjenige von Christoph Maurer ist,und nämlich als Hauptbuchstaben das M. enthalt,was ja nimmermehr auf einen Grimmer deutenkann. Hinwieder denken wir: Daß das Ganzedes erwähnten Monogramms nicht, wie Barrschglaubt: Lbristopk Naurcr TRAurinus zu lese»sey, sondern vielmehr augenscheinlich die beydenMonogramme des Zeichners 8 18 und des Form,schneiders 6 N. in sich verschlingen. Noch sirei,tet endlich für die Behauptung von Barrsch:Daß auch kein andres der Monogramme vcyneun Formschneidern, welche, neben Maurern,nach Tob- Grimmer geschnitten haben (s. solchein den Monogrammen-Tafeln des: ?cintre-6rs-veur, X. N°. 44 - 87. 66. 186. 220. 22b. 292.2gZ. 338 .), auf die entfernteste Weise auf einenChristoph Grimmer gedeutet werden mag. Undsomit würde einzig noch die Frage übrig bleiben:Ob diejenigen Blätter, welche entweder bloß dasMonogramm von Tobias Grimmer tragen, oderauch, ohne irgend ein Monogramm (bey ganzenFolgen, nach ausdrücklicher Anzeige der Titel,blatter, Notitzen der Vorreden u. s. f. oder sonstallgemeiner Meinung gemäß) nach Tobias ge-schnitten sind, die Arbeit seines Bruders Cbri,stophs (der doch nun einmal als: Der löbl.V.G. drey Landstande Diener, und General-Einnehmer des Meßpfennings Elsaß undSundgauischen Gestades existirt hat) seynkönnten? Und nun, zum Beschluß dieses Strei-tes, möchten wir wissen: Aus welchem Grundewohl diese letztgenannten Blatter nicht, zum Theilwenigstens, unsers Tobias eigene Schnitte seynsollten, was der treffliche Barrsch entweder nurnicht zu vermuthen, oder dann verneinend vor-auszusetzen scheint.
Wie dem aber nun Allem seyn mag, so enthältdie Litteratur bey Barrsch substanzlich was folgt:
i) Verkündigung. 2) Heimsuchung, 3 ) Geburt.4 ) Darstellung im Tempel. 5 ) Christus unter denLehrern. 6) Die junge Frau mit verbundenenAugen, mit der zerbrochenen Wage und den Ge,setztafeln (in Helldunkel). 7) Das Bildniß deSalten Gottsgelehrten. 8) Dasjenige des Gelehr-ten im langen Barte. 9 — 18) Die fünf männli-chen und fünf weiblichen Menschenalter. ,9—24)Die Kirchenwürden. 2b—Zo) Die weltlichen Wür,den. 5 i- 56 ) Die Geschichte des Bauern mitdem Esel. 27—48) Die Musikantinen. 46 — 53 )Der Ball. 5 s—6r) Die Dorfhochzeit. 62) bleuekünstliche Figuren biblischer Historien, gründ,lich von Tobia Grimmer gerissen rc. 4 ".Basel 1876. (180 Bl.). 65 ) verschiedene bib,lische Geschichten für einen lateinischen I 0,sephus. Fol. Franks. 1880. (97 Bl.). Unterdiesen bloß zwey Drittheile nach Grimmern; dieübrigen nach Jost Ammann u. a. 64 ) TirusLivius und Lucius Fiorus, in dasDeutsche übersetzt. Fol. S.I. e. 8. mit einerMengeFiguren. 65 ) Lonrrafakrurbuch. Durch Cbri,stophorum Reusnerum. 8". Straßburg1887. (102 Bildnisse berühmter Männer, theilsnach unserm Grimmer, theils nach Maurer ;einige auch nach Holbein ). Ebendass. latein.:Icones, sive Ima^ines virorum litteris illu-strium etc. Hecensente )Vic. A. (7.
8°. Hi-Aentorati 1887. und noch eine spätereBasier, Ausgabe von 1889., diese bloß mit 88Bildnissen. 66) Künstliche wohlgerissene Figu,ren und Abbildungen etlicher jagdbarenThiere :c. Von den Herden berühmten undvornehmen Malern Tobias Grimmerund Christoph Maurer zu Zürich geris,