Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1768
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176g Strozzl.

22627.) «war Bernhard Strozzi, bekannterunter dem Namen des Genuesischen Rapuzi-ners, weil er einmal von diesem Orden war,oder auch des prere Genovese, weil er schonals Priester, das Kloster verließ, um seine alteMutter und eine erwachsene Schwester zu unter-stützen" (das Uebrige erzählt das Lex.). Für seinegroßen Arbeiten in Fresco muß man ihn vornehm-lich zu Genua in verschiedenen großen Häusern su-chen, dann in seinem Paradiese in St. Dominico,von fast ungeheuerm Umfange, und was dabeynicht schöner gedacht werden könnte. Für Altar-blatter u. a. in Oel dann zu Novi und Voltri ,und besonders in einer Madonne im GenuesischenStaatspallaste; so wie, wieder in Fresco, zuVenedig , in einem Bilde der Sculptur, in derBibliotheck zu St. Marco. Indessen arbeitete,erüberhaupt wenig für's Publikum. Wer diesenKünstler in seiner ganzen Stärke kennen will, sehez. D. seinen St. Thomas, der die Wundmaleseines Herrn sucht, in der Gallerie Vrignole, wosolches, mitten unter den Kunstwundern großerColoristcn, durch den meisterhaften, vollen, kräf-tigen, natürlichen und harmoniösen Pinsel, wo-mit es gemalt ist, alles Andre niederschlägt. Frey-lich war dann seine Zeichnung wenig genau, nichtgewählt genug, und verrieth einen Naturalisten,der weder dem Sorri, noch einem andern gelehr-ten Meister folgte, sondern, jenem Alten gleich,seinen Unterricht gleichsam von der Menge nahm.In seinen männlichen Köpfen zwar ist alles Starkeund Energie, und auch in seinen Heiligen Allesvoll Gottesfurcht. Minder Werth hingegen habenseine Frauen-und jugendliche Köpfe. Seine Ma-donnen und Engel sind oft von sehr gemeinen For-men, wahrscheinlich ohne Zusatz aus niedrigerNatur entlehnt; und in denselben wiederholt' ersich überdies öfters. Gerne dann malte er Halb-figuren nach der Weise des Carravaggio; derglei-chen hat z. B. die Gallerie zu Florenz einen Chri-stus dclla Moncta, voll Lebens. Man hielt ihnkurz für den Kräftigsten seiner Schule; und auchin den übrigen, hatte er an Jmpasto, Saft undKraft seines Colorits wenige seines gleichen, odervielmehr in eigenthümlichem Geschmacke desselbenKeinen. Seine Grabschrift zu St. Fosco (manvergesse es nicht zu Venedig !) lautet: Ser-r.

oLLE, xlctorum 8plen<lor, UlZurlae llecus.Lausi Lcl. ter2. V. 22627. Bey Fiorillo hier-nächsi (II. 88487.) heißt es noch von ihm be-sonders: «Sein Fleisch erschöpft Alles, was derNachahmung möglich ist; daher ich auch Gui-do's Urtheil über Rubens , daß derselbe Blut un-ter seine Farben gemischt habe, lieber und mitmehrerm Recht über Srrozzi fällen möchte. Auchhier wird seine Madonna mit dem Kinde und ei-nem Engel in dem Staatspallaste zu Genua un-ter den Oelgemälden für sein Hauptbild gehalten;dann in Fresco das Abendmal der Apostel, indem Bethause St. Thomas eben daselbst, wegenden alten Köpfen voll Charackter und Kraft; dreyZimmer im Schlosse der Familie Centurioni u. s.f. Aus Venedig werden hier als vorzüglich an-geführt seine Arbeiten in der Theatiner - Kirche ,und in St. Benedict sein St. Sebastian, demdie frommen Frauen die Pfeile aus dem Körperzieh». Unter den Franzosen dann scheint Wa-reler unsern Künstler bloß vom Hörensagen zukennen; selbst sein Geburts - und Todesjahr sindihm unbewußt. Nach ihm ist Grrozzi's Zeich-nung zwar bisweilen incorrect, aber dennoch «über-haupt von sehr gutem Geschmack." Das Beßteist, was er über ihn aus cfochin (Vo^a§e«l'Italie) beybringt. «Dieser Coloriste" (sagtlletztrer «besaß eine Kühnheit, die bis zur Ver-wegenheit gieng. Die schneidendsten Farben, daslebhafteste Roth neben das vollste Blau oder dasentschiedenste Gelb, setzte er an einander; und dochsind seine Bilder voll Harmonie, was, bey nä-herer Betrachtung, von der Magie seiner Schat-ten herrührt. Seine Fleischtöne sind von einerKühnheit und Frische ohne gleiche; aber nicht ge-

Strozzi.

künstelt, wie z. B. Baroccio's, sondern wahrhaftaus der Natur hergeholt, und nur ein wenighöher gestimmt, als sie solche darstellt. Wennsein Beyspiel Künstlern schaden kann, die sich zumUebertriebenen neigen, so muß er hingegen denensehr nützlich seyn, die zu sehr aufs Graue zielen.Sonst hat seine Manier wirklich vieles von Ba-roccio's seiner, und von der Stärke des Feti; seineSchatten sind kräftig wie Valentins, ohne soschwarz zu seyn." Das Französische Museumbesitzt gegenwärtig von ihm einen St. Anton vonPadua, der bey Landon Annal. IX. m. be-schrieben und abgebildet ist. In Deutschland dann die Gallerie zu Wien : Die Wittwe vonSarepta mit ihren Knaben, die dem Prophetendie lären Krüge zeigt; dann, St. Johann beantwor-tet den Leviten die Frage, wer er sey; und einenLautenschläger in Spanischer Kleidung, alles le-bensgroße Halbfiguren. München (ehemalsEchleisheim): Tobias, der, auf des Engels Rath,die Galle aus dem Fische nimmt, über lebensgroßeHalbfiguren. Düsseldorf einst ein: Gebet demKaiser, was des Kaisers ist ( 5 ^ 4 " hoch, 7^ 7"breit). Dresden : David mit Goliaths Kopfe,und eine Sängerin (beydes vortrefliche, lebens-große Knieestücke, einst im Hause Sagredo zuVenedig ); dann Rebecca, die dem Knecht Abra­ hams zu trinken reicht, ganze Figuren (6< 7"hoch, i" breit) und Esther, welche bey Ahas-verus um Gnade für das Volk steht; wieder le-bensgroßes Knieestück. Salzrhalum einst: Chri-stus unter den Lehrern (8^ 8" breit, 5 ^ 7" hoch),Kniestück, und: Herodias trägt das Haupt Jorhannis auf der Schüssel, vor ihr der Leichnam;der Scharfrichter steckt das Schwerdt ein, hinterihr eine weinende Alte (lebensgroße Figuren).pommersfelden: Christus mit den beyden Jün-gern zu Emaus; und: Vier Musikanten (wiederKiestücke). Von Bildnissen, worin Bernardebenfalls vortreflich war, besitzt die Gallerie Bra-beck dasjenige eines Julius Strozzi, mit 1622.datirt. Gestochen nach ihm kennen wir nur We-niges. Don oben erwähnten Bildern bloß dieWittwe von Sarepta und den St. Johannes,der den Leviten antwortet, beyde von Prenner,(letztres auch von I. M. Kauperz geschabt), undden Lautenschläger von I. de Haugk; letztem auchvon I. C. Reinsberger; dann ein: Gebet demKaiser (aber kaum das Bild in Düsseldorf ) schöngeschabt von Hodges; die Tochter Jephta's , vorihrem Vater hergehend, von I. E. Haid geschabt;die Bekehrung des Zöllners Zachäus von P. A.Kilian; Ebendieselbe, dann eine Verkündigung,die Befreyung St. Peters, uud St. Peter em-pfängt die Schlüssel, Alle von P. Monaco; undendlich das Bildniß eines unbekannten Doge vonVenedig , von M. Boschini. Von seinen im Lex.so sehr gerühmten, eigenhändig geetzten Blätternhaben wir nirgendwo, auch nur eines derselbennamentlich angeführt gefunden.

Strozzi (Cyriacus ), ein Edelmann von Flo­ renz und dabey ein geschickter Baumeister, geb.i 5 c> 4 . Derselbe unternahm große Reisen, wurdeendlich Professor zu Bologna und Pisa , und starbdort 1669. unverehlicht. Srrozzi war in Spra-chen und in der Aristotelischen Philosophie wohlerfahren; und seine (nicht hierher gehörige) Schrif-ten wurden mit Beyfall aufgenommen. Jöcher.

* (Zenobius), lebte noch 1466.

. terr. l. 6r. Sicheres will derselbe an öf-fentlichen Orten nichts von ihm kennen, und weißnur, daß derselbe sich, unter der Leitung seinesLehrers, über den Rang gewöhnlicher Dilettantenerhoben habe.

(Herzog von), aus der immerhin Kunstliebenden Familie dieses Namens zu Florenz , be-saß noch in neuester Zeit ein Kabinec von geschnit-tenen Steinen. Morgenstern I. (2.) 44 ö.

Strudel (P.). So heißt irgendwo, ganz