1774 Stürmer.
sten und keckesten Pinsel ausgeführte Zeichnun-gen ersichtlich waren, deren eine den Porticus desRömischen Pantheons, die beyden andern aberden Grundriß und Durchriß eines Arsenals dar-stellten, und alle drey von dem edelsten Geschmackeund einem Geiste zeugten, der in die Geheimnisseseiner Kunst einzudringen wußte. Meusel'sArch. 1 l. (i.) 3 .
Stürmer (Eervastus), s. den ff. Art.
— — (I C. von), Doktor. In dessel-ben Beschreibung der Ueberschrvemmung,welche in i8oZ. die Stadt Nürnberg betrof-fen bar, 4°. Nürnb. i8oä. findet sich ein Blatt:Aufriß des Wassermeffers, das mit: ste Stürmer«lel. et sculp. curavit bezeichnet ist.
— — (Wolfgang), Formschneider zu Leipzig .In (L lo tz sch) versuch einer (tbursachslschenMünzgeschichre (Chenwitz 1779. I- 3 bg.) wirdbemerkt, daß ein solcher (zufolge einer Verord-nung der Ober- und Niedersächsischen Münzsiände,datirt Jüterbogk 1671.) die Stöcke zu zweyMünz-bilderbüchern schnitt, welche alle erlaubten undvervoieucu Münzen, die damals in gedachten Krei-
- sen herumliefen, mit Angabe ihres Werthes dar-stellten. Wir geben den Titel des erstem nachLlotzsch: »Verzeichniß vnd Gepräge der Groben»und Kleinen Münz -Sorten, welcher sich die»Churfürsten- - in dem Ober-Sächsischen Kreis,»vermöge des heiligen Reichs Münzordnung - -»verglichen" u. s. f. Leipzig W72. 4 ° Dann desletztem, was wir selbst kennen, also nach dem Au-genschein : »Niedersächsischer Valvation Druck,»Allerhand Grober vnd Kleiner Müntzsorten, So»nun hinfürder" u. s. f. 4° 3 » Ende steht: »Ge-druckt zu Leipzig , Im Iar N. l). T.XXII." Vor-gedruckt ist ein ausschließendes, mit Lüneburg 1572. datirtes Privilegium auf zwey Jahre fürStürmer. Beyde Schriften nennt Rlotzsch sehrselten, und werth in jeder Bibliothek aufbewahrtzu werden. Noch haben wir ferner folgende Münz«bilderbücher Srürmer's vor uns liegen: »Vcr-»zeichniß vnd Gepräge der Groben vnd Kleinen»Müntzsorten Welcher sich die Röm. Key. - -» Kön. Mayest. rc. sampt den Churfürsten - - ver-»gliechen" u. s. f. Gedruckt zu Leipzig , MitRöm. Key. May. Befreyung, in zehcn Jaren nichtnachzudrucken 1570. 4 °. (In diesem ganzen Bucheist jedoch Srürmer's Name ungenannt). Weiter:»Nachfolgende Gülden - - sind in dem Nieder-»sechsischen kreiß, - - von dem Generalkreis-»Wardin Georg Grumpfeldt, auffgezogen,»probiert, vnd nach ihrem rechten Werbt gesetzt»worden, - - Actum Braunschweig den 12. Okt.»Anno i578. Leipzig . Cum Qratia üc privilexio,»öco. Bey WolffStürmer Formsch. zu finden".40. Stürmer hatte mehrere Formschneider, diefür seinen Verlag arbeiteten. So brauchten er u.a.deren vierzehn, »gute und böse", wie er selbst ineinem Briefe von 1^74. schreibt, behülflich seinerMünzbücher, und bezahlte ihnen für jeden Stockeinen halben Thaler. Möhsen's Beptr. zurGesch. derWissenschafren in der Mark Bran-denburg. Hier heißt es auch noch, daß er 600.Stöcke, nach Thurneisser's Zeichnung, zu schnei-den übernommen, welche lctztrer zu seiner: Ickisto-ria s. Oescriptio plsntsrum oinulum (kerol.1678. Fol.; hiervon erschien aber nur der ersteTheil, zugleich in einer lateinischen und in einerdeutschen Auflage) bestimmt hatte; i 574 - warendavon über Zoo. fertig. — Wir entsinnen unsauch, mehrere, mit Holzschnitten versehene Flug-schriften aus Stürmers Leipziger - Verlage gese-hen zu haben. So eben finden wir irgendwo eineAbhandlung von zwey Dogen in 40. rubrizirt.»Practica Deutzsch D. Burckbardi Mirbobii,«MathematicivndPhisici. Auffdas V/I.V.XXXIX.»Jhar". Die Endanzeige: „Zu Erffnrd TrucktS«Wolffgang Sthürmer, zu dem bunten Löwen»bei S. Paul". Daraus ersehen wir, das Stür-mer auch zu Erfurt sich früherhin «inige Zeit auf-
S t u m p e.
gehalten hat, vielleicht auch von dort gebürtigwar. Sonder Zweifel ist Gervasius Stürmerein Anverwandter (ob aber auch Künstler?) vonihm. Ihn finden wir auf folgenden Schriften;„Eine christliche Trostschrift an den Churfürsten»zu Sachse », Herzog Johans Friedrichen rc.»durch Magistrum Casp. Aquilam - - geschrie-»den rc. M. 1 ). XI^VII. 4 °-" (Die Endanzeige:„Gedruckt zu Erfurt bey Geruasius Sthürmer,»zu dem bunten Lawen, bey Sankt Paul").»Lpitapkium oder Grabschriften der löblichen - -„Churfürsten zu Sachsen rc. 4°." (Die Endanrzeige: »Gedruckt zu Erfurd durch Geruafium»Stürmer Anno IVI. v. Icklll ") Unser Wolf-gang Stürmer lebte übrigens noch 1592. zuLeipzig ; vergl. hierüber oben den Art. Äbrah.Ließe.
Stuhr (Johann), ein Sohn und Schüler desNachfolgenden, malte Seestücke u. a., was abermit den Werken seines Vaters nicht zu vergleichenist. Hamburg . XünLtlerosdir. 8. 74.
— — (Johann Georg), geb. zu Hamburg um 1640, lebte noch in seiner Vaterstadt zu An-fang des XVIII. Jahrhunderts. „Gewiß" (heißtes in den Hamb . Xunstlernackr. 8. 72—7/,.)„einer der talentvollsten Künstler seiner Zeit. Land-schaften, besonders aber Seestücke und Hafenan-sichten sind die Gegenstände seiner Darstellung,worin er Abraham Storck oft gleich, und Lingel-bach sehr nahe kam. Manche seiner Bilder könnteman für Arbeiten dieser Meister ausgeben. Pro-spekte, perspektivische und historische Vorstellungen,Federviehstücke, malte er zur Abwechselung, letz-tere ganz im Geschmacke Hondekoete's. SeineErfindungen sind leicyt und wahr, sein Pinsel istdreist und meisterhaft, sein Kolorit hell und natürlich, und die Ausführung zuweilen sehr sorg-fältig. Kein Künstler seiner Zeit malte wohl mehrals er. In Lübeck , Bremen , und durch ganzNiedersachicn, sonderlich aber hier in Hamburg ,sieht man noch eine Menge seiner Werke in allenManieren. In jeder großem Sammlung, ja fastin jedein Hause, wo eine kleinere zur bloßen Zierdedienen soll, findet man ein Bild oder gar mehrerevon ihm. Er malte auch Porträts. Von ihmbesaß noch 1809. tz. Hof- und LandgerichtsAsscssorSchmidt zu Brei fünf Bilder: Einen italieni-schen, perspektivischen Garten mit Figuren, vons.'bcßten Zeit; einen andern schönen Garteuprospekt; zwey welsche Seehaven mit Schissen, undendlich einen morgenländischen, mit einer Cara-vans mit Kameelen u. s. f, der ebenfalls zu sei-ner beßten Arbeit gehörte. S. den Laralog diesesKabinetts N°. 98. roo. 79b. 799. u 891.
Srukeley( ), Doktor, ein Engländer.In W. Gllpln's Naturschönheiten Englands undSchottlands , übers. von Lunch (Th. II. Leipzig 179Z. S. 148.) heißt es, daß unweit Edinburg ,an den Ufern der Carron, ein merkwürdiges altesRömisches Gebäude gestanden habe, welches derEigenthümer desselben, Sir Michael Bruce, 1743— abtragen ließ, um die Steine anderwärts zubenutzen. Hierüber sey nun 0 . Srukeley (der ge-lehrte Verfasser eines Werkes über die Etonehege)dergestalt erzürnt worden, daß er eigenhändig eineZeichnung entworfen habe, wie der Teufel, mitdem Stachel eines Ochsentreibers (Bravo !) denBruce sammt seinen Römischen Steinen vor sichwegtreibt. Diese Zeichnung fand Beyfall, unddie Gesellschaft der Alterthumsforscher ließ sie inKupfer stechen und ihren Schriften beyfügen.
Stulle (Donat, Maurermeister, und GeorgBeger Rathszimmermeister, baueten den neuenThurm der St. Annenkirche zu Dresden , welcher1619. vollendet wurde. Wecke Dresden S. 269.
Grumpe (Johann Gottfried ), geb. zu Jauerin Schlesien 1708., wurde zu Augsburg als Bau-meister ansäßig, wo er das von Köpfische (jetztvon Münchische) Haus an der St. Aauastraße,