Testelin.
gliedern. Zu bedauern ist es , daß er zu denKünstlern gehörte, die, durch ein widriges Schick-sal oder durch Politik genöthigt, le Brun zu ver-schwenderisch schmeichelten, und sich dadurch inden Augen des Publikums erniedrigte. Garilrde St- Germain spricht ausdrücklich von seinerübertriebenen Bescheidenheit, und wie viel ihmsolche geschadet; meint aber denn, daß eben leBruns Großmuth ihn gehoben, und gegen seineNebenbuhler ihm Schutz verliehen habe. Wiedem immer seyn mag, entstand wahrscheinlichaus diesem Verhältnisse des Gönners zu demKlienten auch die Sage, daß nicht nur die Idee,sondern auch zum Theil die Ausführung der Larbitha des letztem (seines Hauptbildes) nicht ihm,sondern dem erster» zuzuschreiben sey. So vielist übrigens ebenfalls gewiß, daß le Brun denUnsrigen thätig unterstützte, und seinen geistreichenUmgang suchte. Seine Kunstcharakterisiik giebterwähnter Gaule de St. Germain so an:«Großer Styl, Einförmigkeit der Masse, re-gelmäßige Zeichnung, schwerfälliges Eben-niaaß, wohlverstandene Localfarben, leichtermarkigter Pinsel, und allgemeiner Effekt, nachle Bruns Weise. Gestochen nach ihm haben:G. Audran ein allegorisches Blatt für die selteneSchrift seines Bruders: Isbles äe8 xrecepte««le In kelnture: Die Zeit, welche, mit Bey-stand der Tugendliebe die Wahrheit der Malereivon den Wolken der Unwissenheit enthüllt (trövsä'^llegories!); A Bosse seine Tabitha; G- leBrun; G. Edelink das Bildniß des Königl.Bibliothekars P. de Carcary; L. Ferdinand 6.Bl. Frisen mit Genien und Blumenkränzen ; Gar-nier; B. Kilian (zu Paris ) ein in drey Blatternbestehndes sehr großes Stück: Christus am Kreuz;unten die Schlange, die in einen — Apfel undin eine» — Todtenkopf beißt; Landry; ein Ano-nymus in P. Mariette's Verlag, 6 Bl. Frisenim Geschmacke derjenigen von Ferdinand; M.Mouzin einen gekreuzigten Christ (ob denselben,wo Ferdinand?); E. Roußelet; I. Smith: DieZeit, die einer liegenden Frau erscheint (ob das-selbe, wie Audran?). Dann kennt man, vonihm selbst geetzt, nach van Obstal 9. Blätter :Die schuldlosen Tugenden; nach N. Poußin dieIsraeüten, die das Manna sammeln; nach Ra-phacl die berühmte H. Familie und den St. Mi-chael zu Paris , beyde bldß im Umrisse; end-lich nach eigner Erfindung 6. Bl. Kinderspiele,und Vignetten für seines Bruders Conference«le l'^e-iUemie *). Von dem jünger» BruderHeinrich führt von Murr in s. Libliotüeque«le peinrure (p. 182. 85 . 480. 577.) u. a. an:Die schon im Lex. bemerkten Conference Lrc.avec plu8ieur3 I)l8cour8 acastemique» bol.kari8 680. 696. Auch eine Ausgabe im Haag;dann deutsch von Sandrart in dessen Akademie,unterm Titel: Anmerkungen der furtreflich-sten Maler über die Zeichen- und Malerei-kunst. Fol. Nürnb. 699. mit 6. Bl. und inneuern Tagen 4 ° Leipz. 7»5. Ferner: 1 e 8 VertieInnocente (oben seinem Bruder zugeschrieben)vu 1eur8 k^mbole 80 U 3 6e st^ure «I'enian3»Ueceeire aux srnateur8 lle la Veinture par-lante, psr (ausdrücklich) Le-te/r» bol.
kirn3 654 -; deutsch Fol. Augsb. unter dem Titel:Invenriones von Lindlein 15 . Bl.
k"Testelini ( ), ein italienischer Kupfer-
stecher, der nach D. Tenier gearbeitet bat. S.oben den Art. Tenier, und den gleich ff. Art.
Testolini (Cajetan). So heißt in einem Ver-zeichnisse meines sei. Vaters ebenfalls ein italiä-nischer Srechcr (wahrscheinlich mit obigem Te-stelini derselbe), der, nach Barrere's Zeichnung,etwas (wir denken ein Titelblatt) zu einer Aus-
Tettelbach. 1345
gab« von Palladio's Werken geliefert habe, s»wie hinwieder Vicentino nach ihm das Bildnißeben dieses Architekten. Wohl ist er einer undderselbe mit dem G. Testolini, der in 1790. einpunktirtes Blatt (auch in Farben) geliefert hat,welches zur Aufschrift führte: 1a Ouckese «leC..., «könne 8a kille au Comte «le öellemire.
* Testorino (Dartholin oder Brandolin).Lanzi (Lll. terL.) III. Z2. nennt ihn als einenKünstler ungefähr des XIV. Jahrh, und Neben-buhler von Altichiero im Gigantensaale zu Padua .
Testone (Julius), ein Kupferstecher von undzu Rom , wo er in der letzten Hälfte des XVII.Jahrhunderts arbeitete. Von ihm kennt maneinen Grundriß von Rom in gr. Querfol., dener nach der Zeichnung von L. Cruyl, und für denVerlag der Rossi gefertigt hat.
2 Teeelin ( ). So findet man biswei-
len den Namen der obigen Künstler Testelinverschrieben.
Terrodius (Wilhelm). Man will ein Blattin quer Fol. kennen, was Venus mit dem Kupidoschlafend, hinter ihnen ein Faun (in der linkenHand einen Baumast haltend) darstellte, und be-zeichnet wäre: 6 «/. Tetr-och«-llelstnie Datsvus8 cuIptor Colonia (ormulis stetrl Lonrasti Lo-lot 1674. 24.
Tereelbach (Augusia) Tochter von Gott-fried Benjamin. Sie lernte bey der DemoiselleCaroline Friedrich, Blumen, Früchte u. dgl. ma-len ; und obwohl sie ihre Kunst mit Beyfall aus-zuüben anfing, so scheint es doch, als ob sie sichjetzt, nachdem sie vor einigen Jahren den MalerIloh. Gottlieb Lärms hcirathete, weniger da-mit befasse. Sie lebte mit ihrem Manne noch1814., ungefähr 2a. Jchr alt, zu Dresden ,
— — (Clemens), s. unten Paul ClemensAlexander Terrelbach.
— — (Ernst Moritz Gustav, gewöhnlichnur Moritz) Sohn des folgenden GottfriedBenjamin; geb. zu Dresden 1794. Derselbeerlernte seit 1807. die Frucht- und Blumenmalereibey der Demoiselle Caroline Friederike Friedrich zu Dresden . Auf den dasigen Kunstausstellungenhat er sich mit verschiedener. Arbeiten in Gouachegezeigt. Dann auf dem Salon von 1814. mitFruchtstücken in Oel, welche großes Talent zuerkennen gaben.
— — (Felix) Bruder des vorflehnden ErnstMoritz Gustav, und des nachstehnden Paul Cle-mens Alexander, geb. zu Dresden 1788. Erlernte die Steinschneidekunst bey seinem Vater,und hat zeither demselben und seinen zwey gedach-ten Brudern bey ihren Arbeiten geholfen.
— — (Moritz), s. oben Ernst MoritzGustav Tereelbach.
— — (Paul Clemens Alexander, gewöhn-lich auch Clemens), Sohn des vorstehndenGorrfr. Benjamins, und ebenfalls Steinschnei-der zu Dresden , geb. daselbst 1776., ein Schü-ler seines Vaters, und, gleich demselben, Mit-glied der Akademie von St. Petersburg . Aufdem Dresdner -Salon 1807. sah man Gypsab-güsse .zweyer von ihm geschnittener Steine: Mer-kur und Minerva, als Kameen in Onyx , undGanymed, der den Adler füttert, als Jntaglioin Kornaline. Meusel III. Eine Beschreibunggedachten Salons, Meuf. Arch. II. ( 5 .) 14. nenntbeyde vorgenannte Arbeiten: Sehr glückliche Nach-ahmungen der Antike. Dann aber heißt es ander-wärts (Tübing. Morgenbl. 1807. S. 454 ):
) Darunter: l'vnion, Is celsste et terrsutre, la I» ckscouverte. Ein Paar Hand-
zeichnungen von ibm besaß noch 1810. der Erbe des Kunsidilettanten Paignon-Dijonval zu Paris ; die Eine:Verschiedene Personen, welche die Gaben des Glücks, Wells blindlings erhalten, theils ergehen; die Zweyteeine Frauensperson, welche für eine ausgehungerte Stadt Fürsorge zu treffen scheint. Beyde mit der Le-der, und ausgetuscht.