Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1888
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T ielze,

1883

war der Schwiegersohn des Drechslers ChristianOeyelr, und hatte bc» Georg Petzelt und Chri-stoph Heller gelernt.

T >etze ( ) Ein deutscher Steinschnei-

der zu Rom , in i8ro. ungefähr 3 c, Jahre alt.Dieser geschickte Künstler schneidet vorzüglich orien-talische Muscheln schön mit Figuren, und verar-beitet solche sodann zu Halsbändern, Ohrringen,Dosen, u. s. f.

Tietzmann oder Ti'e;»nann (TheodorHeinrich) Kanzleyrath; ohne Zweifel zu Anspach,und vermuthlich von Coburg gebürtig; ein Äilet-tante in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhun-derts. Nach ihm hat I. G. Pnschner einenGrundriß pon Anspach gestochen, der sich schwarzund kolorirt findet, und den der Buchhändler Joh.Jac. Enderers zu Schwobach verlegte. Späterfügte man denselben der, von dem Herrn vonSchütz Fol. 1755. hcrausgegebnen Beschreibungvon Anspach bey; die Kupferplalle wandelte da-rauf in den Homannischcn Verlag nach Nürnberg .Schad'« pinacothek S- m. In I. G.Ludwig'« Ehre des Casiimriam zu Coburg 17-25. 8°. trift man auch eine von ihm gezeich-nete und von einem Unbekannten in Fol. radirteAnsicht des mit viele» Statuen verzierten Gym-nasien-Gebäudes zu Coburg .

Tietzsch ( ), aus Rode in Sachsen , er-

hielt i8»z. von der Akademie zu Wien den zwey-ten Preiß in der Wachspoussir-Kunst. Deffentl.Nachr.

Tiezick (Lorenz) ein Goldschmied zu Nürn­ berg um 1609. Seiner gedenkt die Leichenpre-digl seines Schülers Oaul Lose, die Marr.Geier in r6t^. zu Leipzig herausgab.

* Tiger (Johann). Sollte er etwa eine Per-son mit dem Diger unserer Zusätze seyn?

Tigian (L.), ein Maler der um 1730. zuWien lebte. Nach ihm haben A. und I. Schmu-ser (a. b. bloß letzterer) ein Bildniß des Kvnigl.Spanischen Zahnarztes I. B. Grimaldj, gr. 4°.gestochen.

Tigurinus (A.) soll ein Bildniß des Ad-mirals Caspar de Coligny in Fol. gestochen haben.

* Tihle s. Thiele im Lex. und oben.

* Til s. Thill im Lex. und oben.

* Tilacus s. Thxlacus.

Tilas ( ) ein Schwedischer Bildnißmaler,

nach welchem Ekstube das Bildniß des G. G.(Generalgouverneurs?) von Pommern , I. A.Mcyerfeid, gestochen hat.

* Tilborgh oder Tilburg , auch Till-burg (Egidius van) geb. zu Brüßel ist-ö.Sein Todesjahr ist unbekannt. Im Lex. solltees heißen:Ein Verdienst seiner Bilder bestehtauch in ihrer großen Mannigfaltigkeit". Ueber-haupt sind sie gut gezeichnet, und nicht Alle sodunkel, wie freylich Diele derselben. In Holland und Flandern sind sie gesucht, zum Theil auchin Frankreich . Descamps II. 376. führt vonihm an:Aus dem ehemaligen Kabinet vencezu Paris ein Bauern-Trinkgelag, mit r 658 . da-tirt; dann im Kabinet de la Live d'Epinay eben-daselbst ein: Der König trinkt! von sonderbarerComposition; und endlich zu Gent bey H. Dey-ne vsn Lieverghen (1704. noch) zwey sehr guteBilder, von ungenanntem Jnnhalt. In Deutsch­ land besitzen von ihm: Die Eallerie zu Mün-

Tilesius.

chen: Dreyerley Spielgesellschaften, alle dreykleine Bilder. (Der H. von sstzannlich sagt vonihm: Er habe von Brouwer wohl die Behand-lung und den mechanischen Theil der Kunst, Le-ben und Ausdruck aber nicht viel besser, als an-dere Nachahmer der Nachahmung erreicht). Da-gegen besitzt Dresden von ihm (wohl eine Sel-tenheit!) ein 7< br. und 5 ' hohes Bild, welchesein Dorffest vorstellt. Dann von Partikularen z.B. Herr Hof- und Landgerichts- Advokat Schmidzn Aiel (1809.) eine lustige Daucrngcsellschaft(p. ,i 65 s).) die nun (heißt es freylich im Kata-log) wirklich so gut als ein Brouwer seyn soll.Gestochen nach ihm haben: I, G. Wille, ein Fa-milenkonzert; Lucas, die unvorhergesehene Zurück-kunft; C. Gauchcr, den Flamändschen Nachmit-tag oder das Kartenspiel; I. Schmutzcr (Paris ,bey Nille) das Flamandsche Abendessen; Jac.Danzel (Paris 1706.) der König trinkt (wohldas oben erwähnte Bild); A. Zenger, zn Wien ,die lächerlichen Musikanten. LrauAeL.

* Tile s. Thiele im Lex. und oben.

Tilens (Johann), ein Niederländischer Land-schaftsmaler; lebte um die Hälfte des XVII. Jahr-hunderts. Man sieht von ihm eine Berggegendmit Wasser (2^ 11" br. und 10" hoch) aufHolz gemalt, in der K. K. Bildergallerie zuWien .

Tilesl'»« (Christian), s. den gleich nachfol-genden Art. s. Bruders.

(Wilhelm Gottlieb), geb. 1769- zu

Müllhausen in Thüringen , Sohn eines Aktuarsam dortigen Stadtgericht. In 1789. bezog der-selbe die Universität Leipzig, um Medizin zu stu-diren. In 1795. machte er als Gesellschafter desGrafen Hofmannsegg eine Reise nach Portugall,kehrte 1797. wieder nach Leipzig zurück und gabdiese Reise, vorzüglich in naturwissenschaftlicherHinsicht, nebst Mehrern ans Licht. Dieß warUrsache daß er vom Rnßischen Hofe mit sehrvortheilhaften Anerbietuugen, worunter auch einelebenslängliche freye Pension begriffen war, nachPetersburg berufen wurde, um mir dem Kapital»Krusenstern die bekannte Reise um die Welt zumachen. Da bey dieser Reise schon in 1804. derbeygegebene Maler, S. Kurlandzoff und der Bo-taniker Brikin in Kamtschatka ans Land traten,.so wurden ihm die Aemter beyder übertragen.In der darüber erschienenen prächtigen Reisebe-schreibung sind daher auch die Prospekte, Costü«mes rc nach seinen Zeichnungen. Von seineneigenhändig radinen botanischen u. a. Blätterntrifft man in seinen Schriften; reihender sindaber noch die kleinen hisiorirten Landschäftchen rc.die er in Leipzig , u. s. f zu seinem Vergnügengelegentlich gectzt hat. Er poussirt auch schön inWachs. Nach ihm haben zn verschiedenen Schrif-ten, ausser obiger Reisebcschreibung, Thönert,Endner, G. Geißler rc. geetzt Nachdem er 1814.einen kurzen Besuch bey seinen Freunden und An-verwandten in Sachsen und Thüringen gemacht;kehrte er nach St. Petersburg zurück*). Seinjüngerer Bruder, Christian, der ebenfalls vieleAnlagen für die Knust zeigte, studirte, gleich demältern, die Medizin zu Leipzig , und st. als Arztin seiner Geburtsstadt i 8 i 3 . ungefähr 28 I. alt.Auch in den Gort. gel. Anzeigen 1810. S.674 75.«lesen wir von wilh. Gottliebs Reisemit Lrusenstern, was folgt:Da der Rnßi-sche, zu dieser Expedition verpflichtete, Malerschon bey der ersten Ankunft in Kamtschatka dasSchiff verließ, so hätte die Reise eine ihrer schon-

*) Einer späihern Berichtigung zufolge hielt er sich noch 18-5. zu Leipzig auf, und war es noch zweifelhaft,ob er nach Rußland zurückkehren würde- Noch eine späthere Berichtigung eines unserer Freunde enthält:«Er malte auch etwas in Oel , und hat überhaupt die Kunst in Leipzig unter Leier erlernt, der ihm auchanlag sich ganz der Kunst zu widmen. Tilesius lebte noch i8>6. zu Mühlhausen in Thüringen und warnicht gesonnen nach St. Petersburg zurückzugehen. Sein Bruder, der ebenfalls viel Talent zu den zeich-nende» Künsten blicken ließ, st. als Arzt vor ungefähr drey Jahren in Misthaufen.