Tischbein.
Apoll als schöner weiblicher (?) Jüngling, ernst-haft (?) mit der Harfe; dann zwey kleine Skiz-zen aus Hermanns Schlacht. S- den Lsralogdieser Sammlung. Mit einer leichten und alt-genehmen Nadel, von Tischbein, nach seinereigenen Erfindung selbst geetzt, kennt man: Her kules spinnt bey der Omphale (erste Idee zu demschönen Bild in der Casseler-Gallerie, vorzüglichschön); Menelaus und Paris , und Thetis undAchilles 1767. (die Gemälde befinden sich auf demÄZcißenstein); Zephir und Flora. Alle diese Dlät-rer in Quarto. Dann in Fol. 176Z. die Aufer-stehung Christi, nach seinem großen Altargemaldein St. Michael zu Hamburg . Ferner: Weib-liche Badende in einer Landschaft 4 ". zwey Mei-sterstücke. Venus und Cupido unter einem Pavil-lon schlafend, und Venus, die dem Cupido, deneine Biene gestochen, hinwieder einen — Pfeilzeigt, 8".. Endlich ei» kleines Duodezdildniß Abr.Gotth. Kasiner's in Schwarzkceidenmanier. Einemit Einsicht und Geschmack verfertigte Beschrei-bung seiner radirten Blatter, von Pros. Jusii,findet sich in Meusel's Mus. XVI. 222.zssach ihm gestochen dann kennen wir (als das Beßcevon Geschichtlichem): Die sterbende Alcestis, vonRosaspina, roth abgedruckt, mit der Unterschrift:Axirnios auctoris niunus Acasteiuise Llemeu-rinss. Ferner: Acis und Galathea, von Poly-xhrm belauscht, Bacchus und Ariadne , Dio-gen vor seinem Faße, einen Barden am Baumesitzend, und endlich das lachende Brustbild einesEremiten, alle diese von I. H. Tischbein demJüngern (wahrscheinlich unter den Blättern beydesselben Abhandlung über die Etzkunst). Dannvon Bildnissen (ausser dem oben genannten sei-nem eigenen von Karcher) von I. Barbiö das-jenige des General-Lieut. Franzen oe Chevert;von Charpentier , dasselbe; von Gautier-Dagoty,wieder dasselbe; von Evangelisti den Erzbischofenvon Auch; von I. F. Bause Gottfried Wiuk-ler's (sibi, srti, amlcis) vor dem Katalog seinerGallerte; M. A. Veltheims und des EngländersM. Moore, wieder von I. H. Tischbein demJüngern; und wohl noch Einiges (doch Weniges)uns Unbekanntes. Andere nennen noch seinenCaw, wie er vor seinem Tode im Phadon liest,von E. F. F. Robert; und das Bildniß des Land-grafen Friedrich II. von Hessen , van W. C. Mayr.
So eben lesen lesen wir noch in Fernorv'sLeben von A. I. ssarfiens S. 8—9 ein Anek-doton von unserm Künstler, das freylich mitmanchen Zügen seines würdigen Personalcharak-ters , so wie wir ihn oben nach EngelschaU ge-schildert haben, etwas seltsam absticht, aber amEnd nichts Anderes beweist, als daß wir Alle,wenigstens in irgend — Einer Sünde empfangenund geboren sind. Da heißt es nämlich: «Alses darum zu thun war, dem jungen Tarstenseinen Lehrer zu suchen , ward beschlossen, bey demRath Tischbein in Cassel anzufragen, welcherder Zeit für einen der berühmtesten Maler inDeutschland galt; und dem Briefe an ihn wardeines der beßten Miniatur-Bildnisse des Jüng-lings beygeschlossen. Tischbein setzte (wie früherein gewisser Gewe) sieben Lehrjahre, jedoch derUnscige ohne Lehrgeld, zur Bedingung; dafür abermachte er zugleich eine andere Forderung, die derMutter sowohl als dem Sohne zu erniedrigendschien, als daß sie sich hätten entschließen kön-nen, dieselbe einzugehen. Der Lehrling nämlichsollte, wahrend der ersten drey Lehrjahre, zugleichdie Stelle eines Bedienten vertreten, und hinterder Kutsche stehen, wenn der Herr Rath aus-führe. Carstens würde sich vielleicht dazu ver-standen haben, im Hause die Arbeiten eines Be-dienten zu verrichten; aber zu dem Kutschen-dienste konnte er sein Ehrgefühl nicht überwinden,
Tischbein.
so groß auch sein Wunsch war, der Schüler ei-nes so berühmten Meisters zu werden. Also zer-schlug sich auch diese Unterhandlung", u. s. f.
16 Tischbein (Johann Heinrich, gewöhn-lich Heinrich II.) oder auch Johann Heinrich^>er Jüngere genannt, älterer Sohn des Schrei-bers Joh. Conrad, geb. 1742. (nicht 17hl. wieRost II. 161. sagt, der ihn häufig mit seinemBruder Joh. Heinrich Wilhelm verwechselt)zu Hayna. Unter der Leitung seines gleichnami-gen Oheims, Joh. Heinrich I. , lernte er dieMalerei, legte sich aber vorzüglich auf Thie-re und Landschaft, machte dann eine kurzeReise nach Holland und kehrte 1770. nach Casselzurück, wo er 177b. zum Inspektor der dasigenGallerte ernannt wurde. Zu seinem Vergnügenbeschäftigte er sich mit allerhand Versuchen, umauf verschiedene Manieren zu etzen, und Hand-zeichnungen dadurch getreu nachahmen zu können.Da seine Bemühungen Beyfall fanden, so gaber: Lurzgesaßre Abhandlung über die Aetzrkunft. Cassel 1790. kl. Fol. mit 84. selbst geetz-ten Blättern. Und schon früher (178h.) is. Dl.Versuche von verschiedenen Manieren iin Etzen.Unter den spätern nennt )vost II. 162—03. alszu den beßten gehrig, nebst einigen von denen,welche er nach Joh. Heinrich dem Aelrerngeliefert, und welche wir bereits in dem vorher-gehnden Art. dieses letztern bezeichnet haben,noch ff. Bergigte Landschaft, nach einem Kapi-talbilde von Rembrandt in der Gallerie zu Cassel;Demokrits Landhaus, und das Landhaus desSakrales, in zwey Landschaften nach der Naturauf dem Weißenstein gezeichnet; Ruinen desEckstoßes tzarrenberg, zwey Meilen von Göttin-gen. Dann von Thieren Mannigfaltiges nachPotter, H. Roos, Rosa von Tivoü, und Rut-hard; einen-Leopard mir zwey Jungen, die der-selbe 1774. i" Cassel geworfen hat. (Ohne Zwei-fel diejenigen Thiecstücke, welche Mensel III.irrig dem nachfolgenden Joh. Heinrich Wil-helm zuschreibt *). Endlich die Statue des Land-grafen Friedlich II. nach Nahl. Diesen thut derKatalog von Winkler noch hinzu: Ein abge-spanntes Pferd vor dem Wagen, leicht geetzt(dies ohne Namen des Malers), und den Hen-schreckcnzug, der 1781. bey Bender den Himmelverdunkelte, nach I. H. Münz dem ältern. Letz-tes, ei» großes Blatt, soll indessen nicht zujener Sammlung gehören, seltsam mir Grün,Gelb, Grau und Blau ausgeführt, und seile»seyn. Thiere, zeigt dann der Katalog von Bran-des noch mehrere, ohne andern Namen als denseinigen an. Eine nähere Anzeige von unsersJoh. Heinrich II. geetzken Blättern , mit W—.r.unterzeichnet, findet sich in Meusel's Mus.IX. 264. (wo die 84. St- auf in. Thlr. gewersthet sind) XIV. tio. u. ff. und eine Fortsetzungdieses Verzeichnisses im Meus. G. 208—9.,aus welcher beyläufig erhellet, daß^unser Künst-ler auch Kunstvcrleger fremder Blätter gewesensey. Er st. unverheurathet zu Cassel »8u8. Srrie-der's Hess. Gelehrrengesch. XVI. 218. rJachihm (A. /?. jun, <IeI. 1781.) hat G.
A. Liebe den Professor in Göttingen A. G. Kast-rier 8°. gestochen ; dann G- W. Weise mehrereAnsichten und Landschaften; W. C. de Mayreben solche. Sein Nachfolger, als Gallerie-I»-spektor zu Cassel, war E. F. F. Robert, der diediessallige Anwartschaft schon i 8 o 3 . erhalten halte.
Was von Zeit zu Zeit von Joh. Heinrich I. u. II. sowohl, als von verschiedenen andern Mit-gliedern der Trschbeinischen Künstler-Familie aufsieben Ausstellungen zu Cassel 1777—84. erschie-nen war, findet sich in einem Aufsätze der Men-sel schen Mrscell. XXIV. M. verzeichnet.
2 ) Die dortige Notizz: »Es sind mehr als Platten, die man alle auf etllch k<, Bogen zusammengedruckthaben kann", geht also wohl neben jenen 8z., deren der gegenwärtige Axt. Erwähnung thnt, noch einigeneuere an.