Tischbein.
tkgke er noch immer fort schöne architektonischeZeichnungen, die nachgehends fein Bruder Jo-hann Friedrich August in zwey Portefeuille»ererbte, und bey dessen Familie sie sich noch zuLeipzig (wo junge Künstler sie fleißig kopierten)befinden. Alsdann st. er unverheiralhct zu St. Petersburg (nicht 1806. wie es irgendwo heißt,sondern) 1808. Etwas verschieden, und denndoch zum Theil das Obige erläuternd, ist eine soeben erhaltene Notiz; über die Theater-Bante un-sers Künstlers, welche hier zwar ebenfalls großund schön genannt, dann aber hinzugefügt wird:„Den einzigen aber auch den größten Fehlerhat dasselbe, daß es nicht akustisch erbaut ist.Seine innere Einrichtung ist mehrmals ver-ändert worden; zuletzt durch Thomon unterdem jetzigen Kaiser. Auch hat derselbe es vonaußenher vergrößert, da es bey zunehmenderVolksmenge anfangt zu beschränkt zu werden.Reimer's Beschr. von Sr. Oerersburg I.o/,o. Endlich haben die Dekorationen dieses be-rühmten Mannes, und namentlich der Vorhangdieses Theaters, den Arbeiten und Ideen desnoch größern Meisters, des Gonzaga nämlich,Platz machen müßey".
2» Tischbein (Magdalena), altere Tochtervon Joh. Jacob, seit 179b. vermählte Srrackzu Oldenburg , soll ebenfalls Talente für die Ma-lerei besessen haben. Meusel's Mus. XVl.Ob sie solche wirklich ausgeübt, wird hier nichtgesagt. Neuere handschriftliche Nachrichten wol-len wissen, daß sie, gleich ihrer Schwester An-ronia, Blumen nach der Natur gemalt, undr 8 » 5 . noch am Leben war.
sa. 20. — — (Margaretha Christiana) geb.
zu Bremen 1797.; so wie ihre Schwester EleonoreAmalie Louise eben hier geb. 1800. ; beydeTöchter des Georg Heinrich, und beyde 1815.noch unverbeurathet zu Bremen am Leben', gebensich mit Zeichnen und Sticken ab.
— — (Wilhelm) , s. oben Heinrich
Wilhelm, Joh. Heinrich Wilhelm, und so-fort Wilhelm.
24 — — Wilhelm Eduard, gewöhnlich
Wilhelm), Sohn von Christian Wilhelm, geb.zu Breslau -791. Obwohl derselbe die Kauf-mannschaft erlernt, so besitzt er doch viel Anlagezu den bildenden Künsten, in denen er sein Ver-gnügen sucht. Vorzüglich geschickt versteht er,Thiere zu zeichnen. Er genoß in der Kunst denUnterricht seines Vaters und seines ehemaligenLehrers Friedrich August's Milhauser (von diesemkünftig); wobey er auch nicht versäumte, Riedin-gcrs radirke Blätter zu studiren. In 181Z. hielter sich bey seinem Vater zu Schmiedeberg inSchlesien auf; seither zum öftern in Meerholz ,bey der Gräfl. Isenburgischen Familie, in welcherer Unterricht ertheilt. Er malt auch in Oel undMiniatur, und wurde i8»ö. zum Kunstmitglicdevon der Hanauer-Zeichen-Akademie aufgenommen.Einen in Wasserfarben gemalten Fuchskopf, schönund fleißig, desgleichen eine» Tigerkopf, in gleicherManier nennt von ihm das T ü hing. Morgend!.1810. S. 668.
25 — — Wilhelinlne Caroline, gewöhn-
lich Amalie), ältere Tochter des Johann Hein-rich I. geb. zu Cassel, eine geschickte Zeichnen,»und Malerin in Miniatur. Sie henrathete »778.den Kammerassessor David Apell (nachherigcnGeheimen Kanimerrath und in den Adelstand er-hoben) zu Cassel, und wurde von der dasiaenKunstakademie 1780. als Ehrenmitglied aufge-nommen. Dort lebte sie noch » 8 » 5 . zwar nichtgeschnieden, doch getrennt von ihrem Manne)mit dem sie mehrere Kinder erzeugte. Sie warin ihrer Jugend eine sehr schöne Person. Ihr
") Die bey dem Einheften dieser Stammtafel, (hierebenfalls in der Schlußanmerk. die HH. Buchbivl
Tischbein. 1907
Vater hatte den Göttinen auf seinen Gemäldenoft ihr Dildniß gegeben, und dabey versichert,er würde im Olymp selbst keinen reitzendern Kopfauffinden können. In diesen Suppl. ist ihrer schonunter Apell gedacht. Bey Rost II. 160. heißtsie: „Eine brave Miniaturmalerin Dann führtder einzige winklersche Katalog zwey sehr sel-tene Blatter, als von ihr selbst in Helldunkelgeetzt, und mit Weiß erhöhet, an; nämlich einejunge Zigeunerin mit einen: eingewickelten Kindauf dem Schooß, und einen schmauchenden Bauerin Ostade's Geschmack. Ob ihre 1816. noch le-bende Schwester, Wilhelmine, Erneftine,Friedrike, verheirathet »780. mit dem Franzö sischen Prediger und Professor Joh. Fried Lan-gender in Cassel, ebenfalls eine Dilettantin seynmag, ist uns unbekannt.
26 Tischbein ( ), die jüngste Tochter
von Johann Anton in Hamburg ; sie ist einsgeschickte Stickerin, und gab darin i8ib. Unter-richt.
27— — ( ), von einem solchen, ohn«
Taufnamen, wohl entweder Heinrich Wilhelmzu Hanau , oder Wilhelm Eduard in Schlesien,wurden »8»o. in der dorrigen WetterauischcnGesellschaft f. d. Naturkunde zu Hanau , natur-historische Gemälde und Zeichnungen ausgestellt.
— —. Ohne bestimmte Angabe der Vor-
namen , finden wir in einem Verzeichnißc folgendeBlätter »ach Tischbeinen angegeben: Zwey Töchter,Halbfiguren, in einem Garten, die sich an einemDenkmal ihr Haar mit Blumen zieren , von einemder Heinrich Tischbeine selbst geetzt; ferner : Dieangenehme Anordnung und das Versprechen derZurückkuuft, 2. B>- von F. A. oder A. F. Davidgestochen; dann die Bildniße des Landgrafen vonHessen , Wilhelm VIII. , ebenfalls nach einem derbeyden Job- Heinriche, von W- C. Mayr(schon); Friedr. Boerner'ü, Arzks, von Sysang;des Grafen Chr. Crako von Hohenlohe, von I.I. Haid; Heinrichs Christophs von Ochsenstein,von I. E. Hajo; C- G. Heyne's, von Geyser;des Hofraths Geßner von Naspe.
Zu besserer Erläuterung fügen wir die Stamm-karte dieser Familie bey , in der wir, des durch-gängig in derselben herrschenden Kunstsinnes We-ge» , auch die weiblichen Glieder mit angebrachthaben. Sie ist größtentheiis aus des verdientenStrleder' s Hessischer GelehrrengeschichreTheil XVI. entlehnt; Nachträge dazu gabenMeusel's Lünstlerlexikon N. A. Th. III.und eingeholte handschriftliche Nachrichten. Manwird aus folgender Stammtafel entnehmen, daß,die beyden Söhne Johann Antons und dieelwanigen Söhne von Georg H. ausgenom-men, über welche uns wenigstens jede nähere Kun-de mangelt, alle andre männliche Glieder (an deeZahl »8.) Kmistbeflißene waren. Don den 19 weib-lichen Gliedern sind uns ebenfalls 8. wo nicht alswirkliche Künstlerinnen, doch als Kunstdilertanti-nen bekannt, und daher, gleich jenen, in der bcy-gebogne» Stammtafel*) mit gesperrter Schrift be-zeichnet. Es giebt aber deren unter ihnen vielleichtnoch mehrere, obwohl uns ein Näheres darüberzur Zeit noch abgeht. Daß indessen einige dersel-ben, die als Mägde zu Cassel dienten, stets Bley-feder und Papier in der Tasche führten, um nachGefallen alle die Merkwürdigkeiten gleich abzeich-nen zu können, welche in oder außer der Kücheihnen ausfielen, soll, einer nähern Notiz; zufol-ge, unrichtig seyn. Wer von den Personen, dieauf den Namen Tischbein getauft worden, nocham Leben sey, wird uns die schon erwähnteSchlußanmerk. in der Stammtafel belehren; undeben so über die angeheirathcken Frauen sowohl,als über die Männer der Tischbeiiitschen Töchter,
zwischen S- >906. u. 7.) erfoderllche Sorgfalt, habe» wir,er, zu bccbachten, besonders ersucht.
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