Trotti.
Himmelfahrt bey St, Anton kn Mailand ^welche schön, und ernster ist, als es gewöhnlichdie Arbeiten des Oheims sind. Mehreres kenntman nicht von ihm. Auch starb er jung, und,wie man glaubt, von seinen eigenen Anverwand-ren, im Kerker vergiftet, um ihm (wohl vielmehrsich selbst) die schimpflichere Todesaxt zu erspa-ren, welche ihm, seines Antheils an einem Staats-verbrechen wegen, bevorstand. Lausi Lst. ters.IV. i 5 i— 5 s.
»Trotti (Johann Baptist«), LTsaloßooder richtiger Moloßo genannt, Ritter, geb. zuCremona i 555 ., lebte noch 1607. Jenen Bey-„amen erhielt er, nicht, wie es im Lex. lächer-lich heißt, weil Aug. Carracei (Fiorillo sagt irrigLudwig) ihn eines Tags an einem Beine nagendtraf, sondern weil letzterer den Unstigen für ei,nen gefährlichen Mitbuhler hielt, der ihm —manch arges Bein zu nagen geben dürfte; wasindessen Trott, sich zu solcher Ehre rechnete, daßer sich selbst bald überall Vssaloßc» schrieb, undden Erwerb dieses Namens sogar auf seinenobenangeführten Euklide« erblich übertrug. Inder That kam ex weder in der Zeichnung, nochin gründlichem Geschmacke Augustin nicht bey;dann aber haste seine Manier etwas Anlockendes,womit er sich bald neben Jedem zeigen durfte.Die Weise seines Lehrers Campi, dessen liebsterSchüler er war*), findet sich nur in seinen frü-hern Werken; späterhin studirre er mehr nachCorreggio ; und am Allermeisten wollte er demSojaro gleichen, dessen frohen, offnen, glänzen-den, in den Verkürzungen abwechselnden, und inder Stellung und Regung seiner Figuren geist-vollen Styl er in den meisten seiner Bilder nach-zuahmen sich bestrebte. Im Colorite trieb erdiese Nachahmung wirklich zu weit, da er seinWeißes, und überhaupt seine hellen Farben meistnicht genug mit dunklern zu mäßigen wußte, soLaß seine Arbeiten mit Porzellan verglichen wur-den, und ihnen das Relief, oder (wie Baldi-riucci, freylich etwas seltsam sich ausdrückt) daserrvas Härtere fehlte. Seine Köpfe waren,wie Sojaro's, sehr schön, voll graziöser Run-dung und anmuthigem Lächeln, nur daß er sol-che, bisweilen indem nämlichen Bilde, in Zügenund Färbung zu oft wiederholte, was man indessenmeist der übergroßen Eile zuschreiben muß;denn an Fruchtbarkeit der Ideen fehlte es ihmsicher nicht. Auch wußte er bisweilen allerdingsseine Antlitze zu vermannigfaltigen, wie z. B. mseiner Enthauvtung Johannis in St. Dominic zu Cremona ; und eben so auch seine Zusammen-setzung. So stellte er, beydes in St. Franciscund in St. Augustin zu^Piacenza , und, so vielbekannt ist, noch anderwärts, die unbefleckte Em-fängniß jedesmal verschieden dar. Eben so bander sich in seinen Nachahmungen ganz nicht immeran Eine Schule, und malte z. B. im Dome zuCremona ein Crucifix mit einigen HH. völligim beßten Venezianischen Geschmacke. Eineaus dem Tempel gewiesene Maria Egyptiacain St. Peter daselbst, hat viel vom RömischenGeschmacke, und eine Picta zu St. Abbondiozeigt, daß er sich bisweilen gefiel, auch Carrac-ceschisch zu erscheinen. Seine berühmteste alFresco's dann, welche ihm den Ritterorden er-warben , finden sich in dem sogenannten Garten-pallaste zu Parmck. Auch die Cuppola in er-wähnter Kirche St. Abbondio ist ein sehr weit-schichtiges Werk, wo er indessen die Zeichnungvon Jul. Campi befolgte, aber solche mit einerMejsterhaftigkeit des Pinsels und einer Stärke
Trouyain. ,9Zk
des Colorits ausführte, welche der schönen Er-findung gleich kömmt, oder solche gar noch über-trifft ; denn Julius besaß die Kunst noch nicht,seine Engelsgruppen so abzuwechseln, wie es spä-terhin die Carracceschische Schule gethan, son-dern er und dessen Schüler stellten sie oft in EineLinie, wie die Pferde an den drey - und vierspän-nigen Wagen der Alken. Zaist dann sucht un-sern Trotti von dem Vorwürfe der Härte zu ret-ten, die man ihm wegen einiger Bilder macht,welche Baldinucci ihm zuschreibt, jener hinwie-der seinen Schülern giebt. Von einigen dieserBilder mag es wahr seyn, von andern nicht;wie j. B. von dergleichen zu Piacenza , wel-che ausdrücklich seinen beygesetzten Namen tra-gen. /.Et Lcl. terx. IV. 148 — 51. Dort wer-den noch seine bedeutendsten Schüler, Her-nienegild Lodj, Manfred Looi, Jul. Calvi , St.Lambri, Christoph Augusta, und sein vorerwähn-ter Neffe Euclides genannt, und denselben Lobund Tadel kurz zugemessen. Nach FioriUo II.420. arbeitete unser Trorri Vieles zu Verola fürden Grafen Lucrezio Gambara, der sein besonde-rer Gönner war. Dann gab er sich auch mitKunstlitteratur ab, «tzd stellte z. B. noch bey Leb-zeiten seines Lehrers, Bernard Campi, die Bio-graphie desselben von Alex. Lamo an's Licht *).In Deutschland findet sich vpn ihm, unsersWissens, kein einziges Bild; und auch gestochennach ihm kennen wir einzig eine Venus und Ado-nis von Scacciati»
Trou ( ) Henry genannt (sie Henri) —
wir denken doch, weil er — so hieß! Derselbeerscheint, unsers Wissens, zuerst im HImanaclilles 6eanx-Hrt8 i8yä. unter den damals zu Pa-ris lebenden Baumeistern, und werden dort vonihm: Das Haus der Opera-Zöglinge, und dannsein eigenes angeführt. Noch findet er sich ebenfallstM Almanach ste Lvipmerco 1811.
Trouad ( ). Ein solcher wird bey Gaule
de Gx. Germain, ohne Weiteres, unter denje-nigen Französischen Kunstliebhabern des XVIII.Jahrhunderts gengnnt, welche Sammlungen be-sessen hatten.
Trouard ( ), ein Architekt zu Paris ,
wie wir irgendwo lesen, der 1780. den Preiß,wegen eines Risses zu einem Kollegiengebäube,davon trug, der nachher auch in einem gestoche-nen Blatt erschien. A-xc.
* Troudai'n, irrige Benennung des untenfolgenden A. Tcouvaiu.
Troughton kThomas). So nennt FiorilloV. 60g. einen Englischen Künstler neuerer Zeit(St. 1797.), der, nebenbey, durch die Erzäh-lung außerordentlicher Grausamkeiten, welche erund andere, nach einem Schiffbruche, als Scla-ven, in Marocco von 1747—50. erlitten, wo siedurch den dortigen Englischen Gesandten befreytwurden, bekannt ist. Eine neue Ausgabe dieserSchrift erschien zu Exeter 1797.
Troutllard (I). So heißt irgendwo einMaler, nach welchem I Gole das Bildniß desGottesgelehrten I. Lensant geliefert habe.
* Trouvain (Anton), geb. zu Montdidier um i(iü7. ». k. 1670., wahrscheinlich weit früher(Basan, Lki. 8vo. sagt, somit gewiß irrig, 1676.)und gest. zu Paris -710. Derselbe führte seinen
, 2) Auch gab er ihn»'bekanntlich seine Nipotin zur Gattin, welche irgendwo »eine eben so schöne als geistreicheTochter" heiße. ll. 5-. Noch bemerken wir, daß dieser Bivgraphe der Cremonesischen Künstler denUnsrigen, nicht bloß Maler, sondern auch Baumeister nennt, was sich indessen vornehmlich auf seine beson-dere Kunde der Perspektive zu beziehen scheint.
A) viscorso intorno slla acoltura e xltturs, stovo 51 raxlonn stelln visn « vxere sti Lern, (Än-p, 4to, tirs»mona 584.