Velde.
Blatter aus der Geschichte des Tobias nach Vy-tenbrock,: und (ebenfalls vier Blatter): Geschichtedes Jonas, wieder nach Buykenwegh. Dannvon Einzelnen: Den Stern der Könige, und diemagische Laterne, schöne Nachtstücke, beyde nachP. Molyn; St. Johann den Einsiedler, abermalsnach Buykenwegh. Hienächst: Den barmherzigenSamariter, die Pfannenkuchenbäckerin, den Bret-spieler beym Lichtschein, und die Zauberin welcheihre Zubereitungen macht ( ein mit 1626. datirtesHauptblatk von ihm); alle vier vorgenannten ohneandern Namen, als den (einigen; eben so wieetliche Landschaften mit Mondschein, welche, sowie überhaupt die Wirkungen verschiedentlich^Feuer in Elzheimers Geschmack, sein Lieblingsthemazu seyn scheinen. Oonf. der noch meh-
rere, als Rosi mit seinem freygebigen — belle(wir glauben gerne, hier ziemlich verdient) beehrt,winkler enthalt von dem llnsrigrn bloß Bildnisse;Malpe hat nichts Neues, und nach Gewohnheitwenig Bestimmtes. Dagegen conf. über ihn denCatalog von paignon - Dstonval, wo über so.Blatter von seiner eignen Erfindung, und anderenach Andern von ihm genannt werden. EtlicheAnsichten aus Italien lassen vermuthen, daß Jo-hann Rom gesehen habe. Vieles von ihm hatI. C- Visscher, Anderes auch der Künstler selbstverlegt. Seine Monogramme, meist das V.bald getrennt, bald verschlungen, führt Malpean. jIach ihm gestochen kennen wir, für sicher,bloß eine St. Catharina, von W. Ackerloot, unddes Künstlers eigenes Bildniß (ssr. Z6.) von I.Matham gestochen. Noch bemerkt einer unsererFreunde: „Dieser Künstler muß in sehr jungenJahren gearbeitet haben. Vor uns liegt ein figu-rirtes Titelkupfer, vor dem fünften Theil eines unsunbekannten, schon 1616. ausgefertigten Werkes,mit seinem Namen und kec. bezeichnet. Auch sollClaus Janson Visscher bereits 161h. Landschaf-ten mit Baurenhütten, Ruinen und Wasser nachihm gestochen haben." Dann führt die eben er-wähnte Notizz von seinem Spathern, neben demschon oben verzeichneten noch an: Discessus His-psn. ?rLS5ick. Vrajecti sä iVlc>8sm i 63 s. nach JanMarsen dem Jungen (6. Dl. zum Zusammensetzen);den Grafen Johann von Nassau, 16Z0. geschlagenund gefangen, nach Ebendemselben; einen Grund-riß der großen Kirche in Hartem, nach P. Wiis;die Geschichte des Propheten Jonas, auf vierOktavblätkchen, nach W. Dauer. In des L>am.Ampzing: Desckr^vinßis enäs los cler 8tsäDarlem (4°, Dlarlem 1O28.) und dessen Anhangvon P. Scriverius u. s. f. finden sich trefflichgeetzte Blätter von ihm, darunter Eines auf dieErfindung der Buchdruckerkunst nach P. Zaenredam.
velde (Johann van de). So hieß auch einkünstlicher Echreibmeister. Wir sahen von ihm:Deliciös varisrurn, ingi^niumg. scrlptursrurnAutors A'oaune scriptors clsberrimc»,
6ersrtius sculpsit, Rurlsrnensig i6c>H.
quer 4R Im Texte schreibt sich der VerfasserI. van velde; das Ende dieses schön gestoche-nen Schriftenbuches ist mit i 6 o 5 . datirt. InLreirkops's Geschichte d Schreibekunstherausgegeben von Roch S. HZ. heißt es,dasselbe Werk sey auch bey L. Nicolai zu Amster dam 1604. erschienen, und eben hier auch ein:Spiegel der Gchryfkonft rc. 160h. fol. Letzte-res Werk war dann ins Teutsche übersetzt: Spie-gel der Hchriftkünsie. Rotterdam 1606. fol.Hier nennt sich der Verfasser in teutscher Schreib-art: Hans von dem Felde.
— — (Peter). Ein solcher erscheint in einemVerzeichnisse mehrerer auswärtiger Maler, welchegegen Ende des XVI. Jahrh, in England gear-beitet haben. Fiorillo V. 2H2. Anm. S. obenden Schluß des Art. Esajas v. d. velde. Ueb-rigens will auch das Kabinet des H. Hof - undLandgericht-Advokat. Schmidt zu L>el (180g.) ein
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mit R V. V. bezeichnetes gutes Bild: FrischeSee mit Schiffen und Böten, auf Hol; gemalt,besessen haben, welches dort einem perer v. d.veloen zugeeignet wird.
velde (R. van de). So nennt Rost Vl. 45.einen Verleger, bey dem ein von Erasm. Quelli'nradirtes Blatt nach Rubens , Simson der denLöwen tödtet^ zu finden war.
* — — (Wilhelm), der ältere. Irgendwowird sein Todesjahr ganz irrig in i 65 o. gesetzt.Man weiß nicht, ob dieses in seiner Gattung sel-tene Kunstgenie irgend einen Meister gehabt. Aufeinmal sah man Zeichnungen von ihm, welchealler Gattung Schiffe mit einer Wahrheit undGenauigkeit darstellten, die jedermann in Erstau-nen setzte. Wie er sich diese Kenntniß verschaffte,erzählt schon das Lex. In der leichten Fregatte,welche die Staaten von Holland zu diesem Zweckezurüsten ließen, fuhr er nicht selten, mitten inGefechten, von der holländischen Flotte zu derfeindlichen hinüber, und wieder zurück. EinesTags spies er auf dem Schiffe des Admiral Op-pendam, der erstaunte, ein Mann zu sehen, wel-cher bald täglich sein Leben aufs Spiel setzte, umeinen ganz andern als den Waffenruhm zu gewin-nen ; und wirklich wenige Stunden nachher sprangdies Schiff in die Luft. Wie seine noch so ge-naue Abschilderunq des Seegefechts vor Ostende (1666.) den Seeoffizieren im Verfolge von großerBelehrung seyn konntt, wie Descamps u. A.melden, wünschten wir irgendwo näher erläutertzu sehen. So viel ist desto gewisser, daß dieseArbeit ihm den Ruf Carls ll. nach England er-warb ; nur wünschten wir, daß ein Anekdotongrundfalsch seyn möchte, daß er eines Tags dieEnglische Flotte geleitet habe, um Schelling auf-zubrennen. Von gedachtem Monarchen erhielt er(wie wir hoffen, für seine Kunst) eine jährlicheBesoldung von 100 Pfund die auch seinem Sohnausbezahlt wurden. Von seinen in England hin-terlassenen Werken, s. unten den Art. Wilhelmsdes jnngern. Er selbst trug dort, um sich vondiesem zu unterscheiden, den Namen Wilhelmder Alre. Einige seiner Bilder, die sich um 1760.noch in Holländischen Privat Kabinetten der HH.van Slingelandt, Lormier, Half-Wassenar undVerschuring im Haag — bey H. van der Lindenvan Slingelandt zu Dorr — bey den HH. Braam-kamp, Leender de la Neufville und Lubbeling znAmsterdam — und bey H. Bissop zu Rorrer,dam befanden, werden bey Descamps II. 184bis 85. angeführt. In Deutschland besitzt vonihm, unsers Wissens, die einzige KK. Galerie zuWien eine kleine Marine, mit seinem Monogrammund dem Datum il))Z. bezeichnet. Das Fran-zösische Museum hat vollends nichts von ihmauszuweisen. Die Litteratur des (wahrscheinlichWenigen) nach seinen Zeichnungen Gestochenens. unten, vermischt mit demjenigen nach demSohne. Fünf Zeichnungen von ihm (Marinen)mit der Feder oder Bleyweiß, und ausgetuscht, besaßiZio.noch das Kab. Paigiion-Dijon val zu Paris .
— (Wilhelm van de), der jüngere,welcher im Lex. unter dem Art. seines Vaters er-scheint; ebenfalls unstreitig einer der größten Mei-ster in Seestücken, und, als Maler, bekanntlichseinem Vater weit vorzuziehen, oder, besser zusagen, mit demselben nicht zu vergleichen. Wal-pole glaubt, daß derselbe sich stets bey seinemVater in Greenwich aufgehalten habe, weil die-ser Ort für sein Fach der gelegenste war. Auchfür ihn war das Meer (nur in einem etwas min-der fürchterlichen Sinne als dem Vater) seineeigentliche Werkstätte. Vor ungefähr zwanzigJahren lebte noch ein alter Themse -Schiffer,der sich seiner erinnerte, und ihn oft inseinem Boot den Sturm auf- und nicdergefahrenhatte, um die Erscheinungen der Lust zu studiren.