Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
2072
JPEG-Download
 

2072 Veneziano.

Alles, was Andere über die Schicksale von Au-gustin geschrieben haben, dürfte entweder irrigoder doch unzuverläßig seyn. Irrig ist es z. B.wenn es bey Rost III. 99. heißt, er habe sich,bey Anlaß der Plünderung Roms (1827.) nachFlorenz begeben, und sich dort das obenerwähnteMißfallen A. del Sarto zugezogen. Unzuverläßig,wenn Htruch behauptet, er sey der Erfinder derManier gewesen, mit dem Grabstichel zu punkti-ren. Nichts sagend endlich, wenn wir wiederbey Rost I. c. lesen:Augustin brauchte eben dasLäfclchen seines Lehrers zu seinem Zeichen, undsetzte sein tl. V. hinein; daher (?) glaubt man,daß er entweder die Platten Marc Antons auf»gearbeitet, oder ihm dabey (bey seinen Arbeiten)geholfen habe. Die beßte Litteratur von den Blät-tern des Unsrigen findet sich allerdings, wo an-ders als bey Barrsch, durch den ganzen B. XIV.seines vortrefflichen Werks zerstreut, welches ein-zig von Marc Anton und seinen beyden vorzüg-lichsten Schüler», nämlich eben unserm Augustin,und Marc von Ravenna, in systematischer Ord-nung handelt. Des de Musis Platten sind fol-gende :

I. Aus dem alren Testamente *).

1. Abrahams Opfer, nach Rapbael **).

2. Jsaak segnet den Jakob. 1822. und sehr ver-bessert 1624. Nach Ebendemselben.

3 . Das Manna. Nach Ebendemselben ***).

II. Aus dem treuen Testamente ^).

4. Die Geburt i 53 i. nach Iul. Romans, ei-nes von A. schönsten Blättern und selten; imGeschmacke von Caraglio.

5 . Der Kindermord, nach Rapbael, mit äus-serster Feinheit gestochen. Nach Rost selten.

6. Das Abendmahl, nach einem Unbekannten,schwerlich nach Rapbael, wie Einige glauben;

-keines von A. beßten Arbeiten, aber selten.

7. Eben der Gegenstand i 5 > 4 - Copie nach A. Dürer .

8. Die Kreuztragung 1817. (a. b. i 5 ig.) nachRapbael.

9. Abnahme vom Kreuz, nach Raphael und Copiederselben Darstellung v. M. Anton. Unsicher^).

10. Grablegung, wahrscheinlich nach F. Fran-cia u. Copie eines ähnlichen Blattes von M. Anton.

11. Die Marien, welche den Leichnam bewei-nen, nach Ebendemselben, schwache Copie nacheinem Blaue von M. Anton, in Angustins frü-herer Zeit.

12. Der Leichnam unter den Händen von dreyEngeln, i 5 r 6 . Das schon mehrmals erwähnte Blattnach A del Harro.

1 3 . Christus im Grab, nach Rapbael. Dann

i 4 - Die drey H. Frauen, welche das Grabsuchen, nach M Angelo. Beyde ungewiß,von M. Anton oder von dem Unsrigen -j"^)-

Veneziano.

1 5 . Ananias, vom Schlag getroffen, nach Ra-pbael ; ein Blatt, worinn der Unsrige M. Antonam Nächsten gekommen.

16. Elymas Blendung durch St. Paul, i 5 i 6 .nach Ebendemselben.

III. Madonnen.

17. Madonna, durch einen Engel gekrönt, nachRapbael, selten.

18. Madonna, das Kind, St. Johann undzwey Engel, wie man glaubt, nach ^rancia.

19. Dasselbe Blatt, noch einmal, besser.

20. Madonna, von Christus gekrönt. Unsicher.

IV. Heilige.

2124. Die vier Evangelisten, 1618. nach Iul.Romans.

21. St. Hieronymus , nach einem Unbekann-ten. Sicher, obwohl ohne Zeichen.

26. Ebenderselbe, mit dem kleinen Löwen, nachRapbael, Copie nach M. Anton.

27. St. Michael, nach Ebendems.

28. St. Paul, nach einem ungenannten (wahr-scheinlich Florentinischen) Meister. Unsicher.

29. St. Dominic und seine Ordensbrüder beyeinem Kreuze, ebenfalls nach einem Anonymus.Sicher, doch ohne Zeichen. Selten.

3 c>. Ebendieselben, bey der H. Jungfrau; wie-der nach einem Ungenannten. Sicher, ohne Zei-chen und selten.

3 i. Der Apostel und der Franciskaner-Mönch1517-; jener, St. Paul, nach Rapbael, in obi-gem N°. 16.

22. St. Margaretha, in des Künstlers ersterManier, mit ^llAustino cli IVIum bezeichnet.

33 . Die Cumäische Sibylle, i 5 i 6 . nach Ra-pbael.

V. weltliche Geschichte. *

34. Tarpeja , mit den Schildern der Sabinerbedeckt, nach einem Ungenannten.

35 . Cleopatra i 5 i 5 . nach B. Bandinelli.

36 . Ebendieselbe, wie man glaubt nach Ra-pbael.

37. Jphigenia in Tauris, wie man glaubt nachB. Bandinelli. Rost nennt es als eines derschönsten Blätter von Augustin.

38 . Der Kaiser, der auf den Krieger stößt,wahrscheinlich nach Rapbael, eines der Blatter,welches die Manier von M. Anton am Beßtennachgeahmt.

39. Diogenes i 5 i 5 ., wahrscheinlich nach B.Bandinelli.

4 ». Camillus iz 3 i., nach B. Bandinelli *).

41. Tarquin und Laucrekia i 523 . nach Rapbael-X^Rost nennt es schön **).

42. Ebendieselbe, 1624.

be-

ob

») Unter dieser Rubrik nennt Heinecke n. zzo. ein Blatt: Die Erschaffung der Thiere, welches, nach Vasari,Augustin und Marc von Ravenna gemeinschaftlich nach Raphael gearbeitet haben.

Bey Heinecke I. c. Z75. als nach vasari, ebenfalls gemeinschaftlich mit Marc von Ravenna.

-:dkk) Noch nennt Heinecke H. Z83- ebenfalls nach Vasari : Die Königin aus Arabien bey Salem», wiederals Augustin« und Marc« de Ravenna gemeinschaftliche Arbeit nach Raphael-

-f) Hier eignet Vasari (nach Heinecke I. c. zs 6 .) vor Allem aus eine Verkündigung wieder den oberwähntenBeyden nach Raphael zu.

ff) D. h. Ungewiß, ob von dem Unsrigen.

444) Lonk. über Blätter von ähnlichem Inhalt Heinecke l. «. 400. und 401.n) Heinecke n. 47677. nennt es unter den Blättern nach Raphael.

--K) Nach Heinecke »»gemein selten.