Band 
Zweyter Theil [4].
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3022
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Zorr Victor.

Victor (F.). Nach dem Gemälde eines sol-chen von 1762. soll Simonett 1777. ein Blattgeliefert haben, das einen Alten vorstellt, welcherSchmuck an verschiedene Personen verkauft undvor einer Hausthüre sitzt.

(Jacob). Einen solchen führt l^orhrnagel (N°. 704.) an, der gleich dem Ludwigdes Lex. Geflügel, Fische u. a. Thiere malte.

* (Johann). Von diesem Künstler,

der in der Kirche St. Jacob zu Antwerpen eineHeimsuchung malte, nennt der Catalog der Dresd­ ner -Gallerie ein 4, 10" hohes, und 4 ^ breitesBild mit zwey Hühnern, darunter eines brütet.(Sollte er hier nicht mit dem obigen Jacob odermit dem Ludwig des Lex. verwechselt seyn?)Dann aber besaß die Gallerie von Salzrhalumsicher von dem Unsrigen drey große historischeBilder mit Figuren: Die Königin Esther an ei-nem Tische mit Confitüren; vor ihr der knieendeHaman , hinten Ahasverus; David von Sa-muel zum König gesalbt; Delila und Simson,den Kopf auf ihrem Cchooße sieht er gleichgültigauf den Philister, der mit einem Spieß auf ihnzurennt. Auch die Gallerie im Söder hat vonihm ein Mannsbrustbild mit zwey Händen, und(1809.) diejenige des H. Land - und Hofgerichts«Advokaten Schmidt zu Riel: Thisbe ersticht sichüber dem todten Pyramus, und: Eine Gans,die sich vor einem Hunde fürchtet; im Mittel-grund schreyt ein Knabe, weil die Tauben ausseinem Korbe fliehen; im Hintergrund ein Gar-ten. Dort heißt des Unsrigen Colorit (statt, imLex. frostig) sehr lebhaft. Wenigstens diebeyden erster« der genannten Bilder aus Salz-rhaluin sah man auf einem Salon der Franzö­ sischen Kunstbeuten zu Paris , im Sept. 1807.Tüb. Morgenblarr 1807. S. 1046. Auch inder Gallerie zu Ropenhagen zeigt man von ihm:Ruth und Boas, und: Jacob, der die Götzenvergraben läßt. Auch einer unserer Freunde sahzwey Bilder (ob von den vorgenannten) von ihm,deren eines: ^rctoo,-iec . 1642. das andere

Aair te. 1649. bezeichnet war.

* (Ludwig) l. oder Jacob. Von ihmbesaß (1809.) unter diesem letztem Namen cimRegister irrig Wilhelm) die obenerwähnte Gal-lerie zu Riel drey Bilder: Zwey Landschaften mitGeflügel (darunter: Ein Raubvogel schießt aufeinen Hahn, dabey zwey Hennen), und ein drittesFederviehstück *).

( ). Unter den 1810. zu Dresden

einpaffirten Fremden, erscheint im Dresdner-Anzeiger d. I. auch ein Maler, Victor von Ro-stock, welcher aus Berlin kam.

vicrorio (Johann de), mit dem BeynameTedesco , zeichnete sich i 4 o 5 . in dem Dome zuOrvieto als Bildhauer aus. cie /«, Istor.«l. Ouoino 6 i Orvieto p. 294. voc. 59.

vicum (Job. Friedrich), ein Schreib - undRechenmeister, geboren zu Rackith bey Witlen-berg (wo sein Vater Cantor war) in 1721. Der-selbe siudirte zu Wittenberg die Rechte, nahmbann seinen festen Aufenthalt zu Dresden , lebteeinige Jahre auswärts, kehrte aber 1770. nachDresden zurück und starb hier 1800, nachdem erseit 1747. in seinen Fächern Unterricht ertheilthatte. Der Dresdner politische AnzeigerJahrg. 1749. N°. i. giebt von ihm ein Avertis-sement, worin es unter anderm heißt:Es wer-ben auch von ihm Lehrbriefe, Abschiede u. drgl.mit Laub « und Zugwerke, auch Figuren aufszierlichste verfertiget und kann er davon auf Der,

Vidal.

langen Proben produciren." Derselbe hat mehrereVorschriftenbücher in Kupfer stechen lassen, diewir hier und da folgendermaaßen aufgezeich-net finden, und zum Theil nach Schmotter'sche»Grundsätzen bearbeitet, sonst aber ziemlich mittel-mäßig gerathen sind: »Der getreue Gchreib-meister 27. Bl. qu. fol.; der kanzlepmaßigeund geographische Schreibeschüler (1772.)24 Bl. 40. (20 Groschen); die selbstlehrendeDresdnische Gchreibeschule 25 Bl. fol. (,8Groschen); der Gchreibemeister für die Ju-gend zum Scharf- und Schönschreiben fol.(1 Thlr. 6 Groschen), vicum gab auch Rechen-bücher heraus, in denen er aber nur andre solcherBücher excerpirt haben soll. Wir selbst kennennach ihm, von einem Unbekannten in Fol. gesto-chen, ein Bildniß des Königs von Pohlen undChurfürsten von Sachsen , August III. zu Pferde.Das ganze Bild, mit Ausnahme des Kopses, istaus lauter Zügen und Schnörkeln formirt.

« Virus, s. im Lex. und oben vico.

vidal (Diego) ei viejo, geboren zu Valmarseda 1583 . und gest. i 6 i 5 . war Maler und Racio-nero bey der Cathedrale von Sevilla und anfäng-lich für die Wissenschaften bestimmt. Um einePräbende zu erhalten gieng er nach Rom , wo erdie Malerey erlernte, und einige wenige Sachenausgeführt hat, die aber sehr geschätzt werden,vacheco spricht mit vieler Achtung von den Ta-lenten und dem heiligen Lebenswandel dieses Künst-lers, der leider in der Blüthe seiner Jahre starb.Er hatte den Beynamen el viejo (der Alte), umihn von seinem Neffen gleichen Namens zu unter-scheiden, der ebenfalls Nacionero bey der Cache-drale in Sevilla war. Fiorillo IV. 180i8r.

el Mozo (der jüngere), ge-boren zu Valmaseda 1602. und gest. iv 48 . hakteden Namen von seiner Mutter, einer Schwesterdes Diego vidal el viejo; denn sein Vater hießJuan de Liendo. Vielleicht studierte auch erdie Malerey zu Rom , wo er sich eine Präbendeerwarb; denn vou seinem Oheim konnte er weniglernen, weil er ihn in feinem dreyzehnken Jahrverlor. Er malte theils große Bilder für die Ca-thedrale zu Sevilla , theils Miniaturen, die vonpacheco den Werken eines Julio Clvvio gleichgeschätzt werden, und hinterließ eine kostbareSammlung von Gemälden Handzeichnungcn undKupferstichen. Florillo IV. 181.

(Dionysius), ein Spanischer Maler,geboren um >670. genoß den Unterricht des Pa-lomino zu Madrid , und kehrte mit vielen Kennt-nissen ausgerüstet in seinen Geburtsort zurück.Dann schloß er sich wieder an seinen Lehrer, alsderselbe den Ruf erhalten hatte, die Kirche vonSt. Juan del Mercado zu schmücken, und beglei-tete ihn in der Folge nach Murviedo, Villareal,u. s. w. Um eben diese Zeit erhielt vidal denAuftrag, die Kuppel der Parochiallirche von SänNicolas mit einer Freskomalerey zu zieren, undfragte Palomino um Rath, der ihm auch die Skiz-zen entwarf und den Gedanken zu dem Ganzenangab, wie er selbst umständlich erzählt **). AlleMahlereyen daselbst enthalten Scenen aus denLegenden der HH. Nikolaus de Bari und Petrus des Märtyrers, und verdienen von Seiten derErfindung und Ausführung das größte Lob.Andere Werke von ihm zu Valenzia und in derNachbarschaft sind von Lermudez beschrieben.FioriUo IV. 072273.

* ( ) des Lex. hieß Geraud, Ste-

cher mit dem Grabstichel und in punktirter Manier,

aber gewöhnlich (und vielleicht ganz richtig)Dieses Künstlers kleine Bilder sind sehr

-') In dem Catvlog dieses Cabinets wird häufig das Ler. citirt;Allerley hinzugethan, was sich dort nicht findet. Hier r. B>fleißig, und die großen nicht weniger natürlich."

S. I'. II. 166. »4.