Band 
Zweyter Theil [4].
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andere der Menschen, auch nicht frey, dergleichendann wirklich (I. c.) einige gerügt werden; wiez. B. die kehre, daß die Eäulenschäfte der Io-nischen Ordnung denen der Corinthischen gleichseyn dürfen. Und überhaupt müße man nichtdenken, daß die Lektur von Virruv schon ohneWeiteres einen guten Bildhauer bilden könne.Was derselbe in seiner Kunst selbst gearbeitethabe, (heißt es dann weiter) sey, bis auf sehrWeniges, so gut als unbekannt; sicher nicht (wievon Einigen geglaubt worden) am Theater desMarcellus zu Rom , von Dorischer Ordnung,woran sich die Iahnschnitte befinden, welche vi-rruv doch an dieser Ordnung verwirft. Einzigsagt er uns selbst, daß die sogenannte Basilika(Gerichtshaus) zu Fano seine Baute sey, undgiebt davon eine ausführliche Beschreibung. Auchin der Kriegsbaukunst war er nicht weniger alsin der bürgerlichen bewandert, so viel nämlichvon der erster» damals noch bekannt war. End-lich glaubt Milizia wirklich, daß unser Römerüberhaupt mehr Theoretiker als Praktiker gewesen,und vielleicht von der Ausübung seiner Kunstdurch allerley Kabbalen abgehalten worden; end-lich daß er namentlich die Griechische Baukunstnicht von Augenschein, sondern bloß aus Bücherngekannt habe.

* virroni (Bernhard). Wenngleich das Lex.

seine Blüthezeit um i/fio. ansetzt, so denken wirdoch, daß er derselbe sey, nach dem wir ein schon1767. in qu. Foi. radirtes Platt kennen. Das-selbe ist betitelt: Vue ä'un äes guatrv ^nAlessie la d/lsison öes.juifs, illuminee; und bezeich-net: /'ÄtonuL Arckitect Inventar,

Daseyd Llaria piovanus /lreliitect äeliu.»Lsjetanus ölancns so. 1767.

oder vittone (Bernhard Anton).Ein Baumeister aus Piemont, und vermuthlichein Abkömmling des obigen. Er gab heraus:Oluäiriose istruriorn äeU' Lrckitetto civile.I.u§ 3 no 1766.

* Viktoria oder Victoria (Alexander),Bildhauer und Baumeister gebürtig von Trcnto.Sein Vater vigilius, der seine frühe Neigung;»r Kunst bemerkte, sandle ihn sehr jung nachVenedig , um zeichnen zu lernen; dort stndirte erunter Sansovino Eculptnr und Architektur. DieLobsprüche, welche er erhielt, bewogen ihn bald,seinen Meister zu verbessern, und auf eigene Faustin Vicenza zu arbeite». Bald aber söhnte ihnPeter Aretin mit dem beleidigten Lehrer aus,so daß er nun wieder nach Venedig zurückkehrte,und dort die Kirche St. Julian und Anderes vonSansovino Angefangenes vollendete. Von seinerZeichnung find ferner die Kapelle und der Altardel Rosario in St. Johann und Paul daselbst,mit Skulpturen in Marmor und Stucco ; dieGrabmäler der Priuli in St. Salvatore, und dasOratorium von St. Girolamo mit prächtigen Sta-tüen in Erz und Marmor. Die Fa?ade dieserBaute, ganz von Jstrischem Stein, mit dem schö-nen Portal, den schlechten Fenstern und nochschlechtem Altären, und diejenige von Corpus Domini von ähnlicher Schönheit und Fehler» be-schreibt Milizia (Lll. ter2.)II. I§ 344. Ebenso den prächtigen aber incorrekten Pallast Balbiam großen Kanal, dessen Eigenthümer währendder Arbeit in einem Schiff soll gewohnt haben,und dort verstorben seyn. Ueberhaupt (heißtes hier) bestand vittoria's Verdienst weniger inder Bau - als in der Bildhauerkunst, worin erünermüdet war, und in welcher er dem einzigenBuonaroti weichen durfte. Davon zeugt so Vie-les an öffentlichen und Privatstetten zu Venedig ;

von Goujou Einwendungen gemacht, wurde spätei

rereIrrthümer in Martin'« Uebersetzung aufdeckte.

Ioh. Garde und Dominic Berlin -565.

Viktoria.

vornehmlich aber seine Statuen und Verzierungenan den Stiegen des Büchersaals von St. Marcoso wie des Herzoglichen Pallastes; dann im großenRathssaale und im Squitinio; in St. Rochus,St. Sebastian und St. Franzisc della Vigna.Auch andere Venezianische Städte waren mit sei,nen Sculpturen geziert. So rühmt man seinGrabmal des Generals Contarini in der Kirchedel Sanko zu Padua , eine Staküe von St. Jo-hann Baptist« in der Kirche St. Franziscus zuTrcvigi; Anderes zu Verona , Brescia , Trau inDalmatien , u. s. f. Seiner vielen Brustbilder(Medaglioni) berühmter Männer nur nicht zu ge-denken, mit deren Fertigung er sich einen Zeit-vertrieb machte, so wie er sich auch mit der Bo-tanik belustigte (was für den bildenden Künstlernichts minder als unnütz ist) und zu dem Endebey seinem Haus einen eigenen Garten selbst baute.Wahr ist's" (bemerkt vann der geistreiche LNislizia am Schluße)daß er ein Alter von 83 I-erreichte, und immerfort jung blieb; dann (hört,hört!) ein wohl geführtes Leben ist länger,als diejenigen sich einbilden, die es nur zuvergeuden wissen! Eine, diesen Künstler (doch nurin Einer besondern Rücksicht) betreffende Kehrseitestellt dann freylich FioriUo (II. r4?48-), nachTemanza , in seinen Nachrichten von Palm»dem jünger» auf, wo es heißt:Damals hattesich Alessandro vilrori», zum Theil durch seineVerdienste in der Sculptur und Architektur, zumobersten Vertheiler der Kunstarbeiten in Venedig erhoben, wie es Michel Angelo lange Zeit hin-durch , und nach ihm Bernini in Rom , war. Be-ständig für den Senat beschäftigt, hatte er Ge-legenheit, viele von den jungen Künstlern zu Auf-trägen zu befördern. Außerdem veraltete die beymSansovino befindliche Akademie mit ihrem Ober-haupte zugleich; die jüngern Künstler hatten sichdaher ganz zum Viktoria gewandt, und machtenihm den Hof wegen seines mächtigen Einflusses.Die Republik wollte eben damals das berühmteMuseum von Alterthümern, das sie von den bey-den Grimani geerbt hatte, mit angemessenerWürde aufstellen, und Viktoria erhielt deswegenden Auftrag, alle jene antiken Denkmäler zu er-gänzen. Sein Ansehen stieg durch solche Veran-lagungen immer höher, und da er eine besondereFreundschaft für den Palma hatte, so begünstigteer ihn vor seinen Nebenbuhlern. Auch war Palma immer um ihn, hingegen Tintoret und Paul Ve-röltest als Meister vom ersten Ran^e fragten we-nig nach dem Viktoria, verschmähten es sogarmit ihm zusammenzukommen, und sahen es äußerstungern, daß er sich beynahe zum unumschränktenHerrn über die beßten Arbeiten in der Stadt ge-macht hatte. Dieß ist die Ursache, warum maneine so endlose Menge von Gemälden des Palma im Pallasic des Doge und in allen Kirchen Vene­ digs sieht."

viltoria (Dincenz), dieser Spanische Malerbefliß sich in seiner Jugend der Theologie nndPhilosopie; ging aber aus Liebe zur Malerey nachItalien , wo er Maratti's Schüler ward, Naphaelund die Antiken studirte, und sich mit der Ana-tomie und Perspektive fleißig beschäftigte. Nichtnur in der Kirche Ära Cveli (wie das Lex. sagt)sondern auch bey den Nonnen della Concezzionein Campo Marzo zu Rom sieht man verdienstlicheBilder von ihm. Bey dem Großherzoge von Flo­ renz , CoSmus III. stand er sehr in Gunst; undvollends vertraute Freundschaft schloß er mit DonOrazjo Albani, dem Bruder Clemens XI . Mitdiesem großen Dilettanten unterhielt er sich häu-fig über die Kunst, und eignete demselben seineAnmerkungen über die Felsina pirrrice *) zu,

hin von einem H. vordrer widerlegt, der zugleich meli-Ei» Epitome der x. Bücher des yitruv« geben auch

*) Oki»rv«rioi»' »oprs >1 likro ükll, kHiia» pilli-ic» tn »eile !«ir»ee erc. 8vc> kivwa 70Z.