Votwerg.
Vorwerg (Michael), ein Steinmetzgesclle,der 1671. zu Dresden arbeitete.
Vorzüge (Jacob). In dem uns zu Handengekommenen Manuscript eines Georg Brück-ner über die Kirche St. Peter und Paul zu Gör-litz, lesen wir: „Vor des Raths Gestühlen istein Kruzifixbild in rechter Mannslänge aus Thonevon einem Goldschmied Jacob Vorzüge so for-mirt, daß es fast einem Menschen den gliedern,gräder Runzeln und gestalt (sie!) gleich sieht. IstA. i 58 r. den 12. Oktobris dahin gesetzt worden."
vos (Ward Hinderich de), vermuthlich einHolländischer Maler, der um die Mitte des XVIl.Jahrhunderts zu Heidelberg arbeitete. In demhier 1660. in kl. Fol. erschienenen Buche: ksr-2S88US H6illsIberAen8. omnium lllu 5 tr. pro-ks88vr. Icori68 finden sich von Joh. Schweizermittelmäßig gestochen, ungefähr 6 der dortigenProfessoren; als Joh. Freinsheim, H. D. Chuno,P. Burchard, I. C. Fausius, u. a. dunkele Män-ner. S. auch unten I. de vos.
— — (B.) Ein solcher malte, nach Des-camps Bericht, für die Augustiner -Kirche zuAntwerpen eine Anbetung der Könige.
— — (Cornelia), die älteste Tochter des be-rühmten Polyhistors Gerhard vos (od. vossius)zu Leiden, lebte in der ersten Halste des XVIl.Jahrhunderts. Dieselbe war nicht allein in sechsSprachen und in der Musik bewandert, sondernschrieb auch sehr zierlich, und wußte den Maler-pinsel wohl zu behandeln. Sie starb zu Leidenvor Schrecken, als bey einer Schlittenfahrt dasEis gebrochen war; des Amoranrhes Frarren-zimmerlexikon sagt 18, Jächer aber 22 I. alt.
* — — (Cornelius de). In der Galterie zuBerlin findet sich von ihm ein mit 1629. datirtcsGemälde, was, bey einem Garten im blühendenFrühling, ein sich bey den Handen haltendes,schwarz gekleidetes, trauliches Paar darstellt.Duhlmann S. 12j. sagt davon: „Die Köpfesind voller Leben und Wahrheit, von größtemEffekt, ficißig und meisterhaft gemalt, mit vielerSimplicität. Hätte Cornelius dies Stück nichtmit seinem Namen bezeichnet, so würde man essicher das schönste Portrait von van Dyk genannthaben." In der zu Cassel, ein vor einem Buchesitzender Mann, der in der einen Hand ein Glas Weinund in der andern eine Tabackspfeife halt, aufHolz (io^ hoch, 8 sr" br.) Hingegen dürfte dasim Lex. bemerkte Bild in der Dresdner -Gallerieein Mißverstand seyn, und wird wenigstens vonLebninger nicht angezeigt. Dann aber besaßvon ihm diejenige von Salzrhalum noch: Bör-delst das Fainilienbild von Rubens , seiner Gat-tin, und zweyer Kinder, in ganzen lebensgroßenFiguren: Der Knabe, mit dem einen Fuß auf ei-nem großen — Sack voll Geld stehend, machtSeifenblasen aus einer Muschel; die Frau, mitder einen Hand gestützt, halt in der andern Per-len, und Schmuck auf dem Schooße; die ganzeStaffirung zeigt ein prunkhaftes Haus an. DannMars, von der Viktoria gekrönt, ebenfalls Fi-guren in Lebensgröße. Auch das FranzösischeMuseum zeigte von ihm (außer dem Bildniß ei-nes Abwärrers der Maler-Akademie zu Antwer-pen ) ein historisches Bild, welches die Seklircrvon Tangelin darstellt, die, nach ihrer Bekeh-rung durch St. Norbert, diesem Heiligen den 16.Jahre vorher verübten Kirchenraub zurückstellen.Eine Nachbildung davon im Umrisse siehe beyLands» XV. No. 6g. Anfangs wurde dasselbeirrig für eine Arbeit von Martin de vos gehal-ten, und eben so irrig zeigt Descainps (Vo^s^epittoiL8gue <le klrmclrs p. 171.) solches für dasWerk von Simon de vos an, und urtheilt üb-rigens davon, es gleiche einem sehr guten vanDyck. S. über alle dies Quid pro Quo auchLandon l. c. XVll. p. i 55 — 56 . im Register.
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Gestochen nach Cornelius von P. Jode kennenwir das Bildniß der Herzogin von Orleans,Margarethe» von Lothringen ; dann einen St. Se-bastian von N- Lauwers; die Verlobung von St.Carharina und die Marter St Anton, von un-genannten Meistern; die Kartenspieler, neben demschon im Lex. bemerkten Stiche von Voet, nocheinen von Eugenia de Beer (1637 ) und von dem-selben Gegenstand vier andere wieder von anony-men Meistern, im Verlage von G. Donck (1622),M. van Enden, P. de Jode, und F. Mazot./^rnk/er. /ffre.
vos (Johann de), ein aus Friesland gebür-tiger Goldschmied; lernte zu Augspurg bey Da-vid Attemstetker. Er arbeitete um 1610. in Dien-sten Kaiser Rudolph II. von Sterren S. 466 .
* — — (I. de), lebte in der ersten Hälftedes XVll. Jahrhunderts. Nach ihm nennt manvon Suyderhoef die Bildnisse des Theologen Joh.Coccejus, Ruv. Heggerus und des Juristen Adr.Beeckerts; andere noch dunklere Männer (darun-ter zwey Aerzte) von I Schweizer. S- übrigensoben A- H. de Vos, mit dem er vielleicht hierverwechselt wird.
* — — (Martin de). Einige setzen seineGeburt schon in i 5 L».. Seinen Tod Einige in1600. Zu Venedig malte er viele landschaftlicheGründe und Thiere in die Bilder von Tinkoret;und diesem Umstände hatte er wohl vornämlichseinen Ruf in Italien zu danken. Von seinendortigen Arbeiten nennt Lanz, (b.6. rerr.) 111 .i 56 . in der Kirche St. Francesco a Ripa zuRom eine Empfängniß Maria als zu sehr (höchstunschicklich!) mir Figuren angefüllt, aber sonstschön und von guter Färbung. Besser indessenseine vier Jahrezeiten in der Gallerte Colonna,angenehme Bilder, welche eine hübsche Mischungverschiedener Schulen darstellen; schöne Fluren,gutes Relief, correkte und graziöse Zeichnung.Auch in der Großherzoglichen Galerie zu Florenz soll sich von ihm ein Paradies befinden, das fürLandichafr sowohl als für Thiere gerühmt wird.Bey seiner Rückkehr ins Vaterland stifte!« er zuAntwerpen eine gute Schule, worin sich sein NeffeWilhelm, den auch das Lex. kennt, und W.Koeberger vorzüglich auszeichneten. Fr 0 rrI!o'sDeutschland ll. 4/9 Ebend. I. 5 x 8 . zahlt ihn,mit mehr ander» Niederländern und Deunchen,wohl mit Grund unter die verfehlten Nachahmervon M. Angel». Bey Wareler heißt es: „SeineKöpfe gliechcn sich zu sehr, aber sie waren gra-ziöse. Seine Compostcion war etwas kalt, abernatürlich. Seine Vorzüge waren überhaupt nichtvom ersten Range, aber seine Gebrechen deswe-gen nicht so anstößig, daß sie nicht die Nachsichtder Italiener , welche sonst gegen Ausländer ebennicht greß ist, erhalten^ hätten." Noch Des-camps I. 119—21. befände sich denn doch seinBeßkes zu Antwerpen ; in der einzigen dortigenCathedrale 14 Bilder, meistens Altarblatter: Inder Pfister-Kapelle eines seiner schönsten > das— Brodtwunder; in der Wcinschenken-Kapelle —das Weinwunder zu Cana; in der Kürsncr-Kapclleden ungläubige» Thomas; in einer andern die Ver-suchung von St. Anton; in der Armbrustcr-Ka-pelle Christus mit Sr. Peter, St- Paul, St.Georg, und St. Margaretha; in der Weber-Ka-pelle eine Auferstehung; sn derjenigen des Na-mens Jesus die Anbetung dieses heiligen Na-mens. Dann in der Pfarrkirche St. Jakob ei»Abendmal. In einem Kloster zu Dudenarde,neben Anderm, eine Geburt und eine Anbetungder Weisen. — Dann kannte Descamps vonihm (1758.) Zu s)ari's in der Gallcrie Drleanszwey große Bilder; das Eine: Die vornehmstenFlüsse von Asien und Afrika , mit Najaden —Tygern und Krokodlllen, Alles in Lebensgrößesiaffirt; das Zweyte: Syrinx, welche den Panhindert, die Lyger zu bekämpfen. Bey dem Mar-
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