7
über die Entwickelung und Lebensdauer der Infusionsthiere.
selben das Gläschen Nr. 4., dessen weitere Beobachtung gerade das gröfsteInteresse noch hatte, und so schlofs sich denn die ganze Reihe dieser Beob-achtungen yon selbst.
Das Resultat dieser dritten Beobachtungsreihe war jedoch folgendes:In dem Glasröhrchen Nr. 4. war ein und dasselbe einzelne Individuum derJlydätina senta in klarem Wasser und ohne besonderen sichtbaren Nahrungs-stoff 18 Tage lang, oder 432 Stunden in fortdauernd zusammenhängenderLebensthätigkeit beobachtet worden. Da das Individuum, als es abgesondertwurde, ein erwachsenes war, so mufste ich es damals wohl, als 2 bis 3 Tagealt schätzen, und da es nicht starb, sondern zufällig vernichtet wurde, sostellt diese Versuchsreihe die Lebensdauer eines Individui direct auf 18, mitgröfster Wahrscheinlichkeit aber auf mehr als 20 Tage fest.
Ein zweites Resultat derselben Versuchsreihe ist folgendes: Währendder ersten 9 Tage der Beobachtung änderte sieh der Zustand der Thierewenig zum Guten für sie; 3 waren gestorben; 1 hatte 1 Junges und 1 Eihervorgebracht; 1 anderes war kräftig und rund aber einzeln geblieben;1 endlich war durchsichtig geworden, augenscheinlich zusammengeschrumpftund ebenfalls einzeln geblieben. Als ich nun dem offenbaren Hunger derThierchen am 21 sten durch einige mit grünen Monaden dicht erfüllte Tropfen,die ich vorher unter dem Microscop als von allen Spuren jener Thierart freierkannt hatte, zu Hülfe kam, und zwar nur denen, welche in Nr. 1. undNr. 2. waren, so wurde ihre Lebenskraft sogleich so sehr gesteigert, dafs beiNl. i. aus 3 Individuen am folgenden Tage, hinnen 24 bis 30 Stunden 10,und am 3 ten Tage 22 Individuen durch Eibildung hervorgegangen waren.Auch in dem Glase Nr. 3. trat starke Vermehrung ein, aber um 24 Stundenspäter. Das ohne oder vielmehr bei sehr karger Nahrung gebliebene Thier-chen im Glase Nr. 4. erhielt zwar seine Individualität mit Bestimmtheit län-ger, als es bei den übrigen Stammthierchen beobachtet werden konnte, aberes vermehrte sich nicht. So erscheint also reichliche Nahrung als Bedingungzur Fortpflanzung, aber nicht als Bedingung zu langer Erhaltung der Indivi-dualität.
Vierte Beobachtungsreihe.
Am 2T ten November setzte ich in das leer gewordene Gläschen Nr. 6.ein neues altes Individuum der Hydatina senta, dessen Körper 1 ausgebilde-