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2 (1832) Zur Erkenntniss der Organisation in der Richtung des kleinsten Raumes / von C. G. Ehrenberg
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über die Entwickelung und Lebensdauer der Infusionsthiere.

Es war dabei durchaus nicht von mir übersehen worden, dafs Mittheilungendieser Art als Paradoxien mancher Anfechtungen ausgesetzt sind, und ichhatte defshalb mir schon damals viele Mühe gegeben, durch genaue detail-lirte Beobachtungen die wahre Natur der von mir als Augen bezeichnetenOrgane dieser kleinen Wesen aufser Zweifel zu setzen. Die Beobachtung,welche ich von meinem Urtheil unteischeide, ist diese: Bei weitem dieMehrzahl der Räderthiere besitzt in der vorderen Körpergegend, und zwarsehr bestimmt und durchgehend entweder im Nacken, d. h. auf dem Rückenhinter der Basis der Räderorgane, oder an der Stirn, d.h. vor den Räderorga-nen, meist 1 oder 2, oft aber auch 3, 4 und zuweilen viele in einem oder zweiHäufchen zusammenstehende, gewöhnlich roth gefärbte, scharf umschrie-bene Punkte. Diese besonderen Organe waren vor meinen Mittheilungenam gemeinen Räderthiere, Rotifer } schon längst, aber nur als 2 schwarzePunkte, von mehreren Beobachtern erkannt worden und man hatte dieselbenauch schon Augen genannt. In der neueren Zeit hat jedoch der umständ-lichste Beobachter der Infusorien Herr Bory de St. \incent selbst dieExistenz dieser von den meisten älteren Beobachtern abgebildeten Punktegeleugnet. Bei Otto Fr. Müller findet man noch einige andere kleine In-fusorien mit einzelnen schwarzen Punkten, die auch Augen genannt werden,allein es geschah ohne besonderen Ernst uud auf die Weise, wie auch derdie Augen leugnende neue französische Gelehrte doch eine Monadenformeines constanten dunkeln Punktes wegen Ophthalmoplanis genannt hat. HerrNitzsch in Halle hat die Natur dieser Punkte als Augen schon im Jahre1812 in Schutz genommen, und mir ist es nicht nur gelungen, dieselben alseinen wesentlichen Character von allen Arten 30 verschiedener Gattungender Räderthiere, von deren einer man ihn nur kannte, zu erweisen, sondernauch festzustellen, dafs nur 15 Gattungen derselben Thierklasse sie entbehren,mithin diese Augenpunkte bei zwei Dritttheilen sämmtlicher Gattungen derRäderthiere wirklich und in sehr verschiedenen, ganz festen VerhältnissenVorkommen.

Aufser dem Nachweisen der sehr verbreiteten Existenz dieser Organe,die aus der tabellarischen Übersicht der Infusorien hervorgeht, welche ichim vorigen Jahre bereits der Akademie vorzulegen die Ehre hatte, war esmir auch schon damals gelungen, einen directen Zusammenhang derselbenmit dem besonderen Organenverein zu erweisen, welchen ich als Nerven-