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Eheebberg
sjstem bezeichnet habe, und für dessen Benennung ich meine Gründe schondamals mittheilte. Das rothe Nackenauge der Räderthierchen befindet sichimmer entweder da, wo die Nackenschlinge des Hirnganglions die Haut be-rührt, oder, wenn die Schlinge fehlt, unmittelbar an jenem Hirnknotenseihst, und die Stirnaugen befinden sich immer an der Stelle, wo die beidenvon dem kleinen Nackenganglion hei Hjdntina senta entspringenden zartenFäden die Stirngegend treffen. Das so feste Zusammentreffen dieser beidenorganischen Systeme scheint zur gegenseitigen Erklärung sehr geeignet undso hinreichend zu sein, wie man es in solchen Verhältnissen nur erwar-ten kann.
Aufser der sehr verbreiteten Existenz der Organe, ihrer grofsen Be-stimmtheit und Festigkeit und ihrem directen Zusammenhänge mit einemdem Nervensystem der niedern Thiere ganz analogen deutlichen Apparatespricht noch für ihre Natur als Augen das sehr intensiv gefärbte Pigment,welches hei weitem die Mehrzahl derselben zeigt. Zerdrückt man dieseThierchen zwischen Glasplatten, so ergiefst die gleichzeitig zerplatzendeAugenkapsel oder die kleine das Pigment umhüllende Blase, eine sehr fein-körnige Masse, welche die Färbung bildet und deren Natur sich ganz genauan die Natur des Augenpigments anderer Thiere anschliefst.
Als fernere Gründe für die Meinung, dafs die bei den Räderthierensehr allgemeinen, scharf begrenzten, rothen oder farblosen Punkte Augenzu nennen sind, dient dem Beobachter die Sicherheit der Bewegungen,welche die Thiere ausführen und ihr Angriff auf bestimmte Gegenstände.Jeder aufmerksame Beobachter der Infusorien wird es viel erstaunenswertherfinden, dafs blinde Thiere so bestimmt ihren Raub zu verfolgen und zu tref-fen wüfsten, als dafs diese so kräftig und sicher zufahrenden Thiere mitAugen versehen sein sollen. Ja ich bin sogar gerade dieser Sicherheit inden Bewegungen halber in der neuesten Zeit geneigt gewesen anzunehmen,dafs auch die nicht mit Pigment oder einem bestimmt umschriebenen Punkteversehenen Gattungen der Räderthiere doch an den Stellen, wo bei ihnenwie bei den andern jene Nerven des Nackens und der Stirn die Haut berüh-ren, ebenfalls Sehempfindungen besitzen mögen.
Endlich mache ich auf eine Analogie aufmerksam, welche wie mir esscheint, alle Zweifel an der Natur dieser Organe ein für allemal abschneidet.Diese Analogie finden wir bei den Entomostracis, und diese gerade war es,