7o
Ehrenberg: Beitrag zur Erkenntnifs großer Organisation
einige Elkeime (2-3) höckrig, von denen nur einer etwas ansehnlich entwickelt ist.Auf der rechten Seite ein breiter Oviduct, zur Cloake gehend. Dicht an der Schwanz-basis eine contractile Blase, in welche sich 2 lange fadenförmige, vom Schlundkopfe,wo sie verdickt anfangen, zu beiden Seiten geschlängelt herablaufende Saamenorganeeinsenken. In der vorderen Körperhälfte vom Schlundkopfe bis zum Eierstocke sindan jedem Saamenorgane 4 fast stiellose, zitternde Kiemen.
Yon Muskeln unterschied ich im Vordertheile nur 4 Längsmuskeln, 2 auf der Rük-kenseite, 2 auf der Bauchseite; im hintern Körper konnte ich wegen getrübter Durch-sichtigkeit gar keine erkennen. Nur die beiden Zangenmuskeln waren deutlich. Zujeder der seitlichen Borsten schien ein von ihrer Insertion nach vorn gerichteter schma-ler Muskel zu gehören. Überdiefs sah ich 5 breite Queergefäfse, deren vorderes überdie Darmdrüsen hinging, deren drittes in der Nähe der Borsten war und deren letztesdicht vor der Ejaculationsblase befindlich war. — Körperlänge ein noch nicht ganzreifes Ei mafs der Körperlänge, woraus ein Entwicklungscyclus von ^ - i,"' hervor-gehen würde.
22. Notommata Myrmeleo N. sp. Doppelzüngiges Nackenauge .
N. corpore brevi, crasso, campanulato, maxillis et cauda forcipatis, forcipe cau-dae minutae brevissimo, maxillarum validissimo.
Ich fand diefs Thierchen ganz vor Kurzem, nachdem der Druck dieser Abhandlungschon begonnen hatte, am 5. Juni 1834 im Torfwasser bei Berlin . Es hat mehrerewichtige Organisations-Eigenthümlichkeiten, die ich im allgemeineren Theile nicht mehrhabe berücksichtigen können.
Im Aufsern hat es die gröfste Ähnlichkeit mit Notommata clavulala, unterscheidetsich aber durch sehr wesentliche Charactere. Es hat nicht 2 sechszahnige, sondern ein-zahnige Kiefer; es hat nicht 2 keulenförmige Darmdrüsen, sondern 4 kugelförmige; eshat keine Blinddärme am Magen; es hat keinen lang gestreckten, bandartigen Eierstock,sondern einen breiten, kurzen; endlich bat es keine hervorstehende Respirationsröhreoder Sporn im Nacken.
Am Räderorgane zählte ich 7 besondere Wirbelapparate. Zwischen den Wirbelor-ganen liegt, nach dem Rücken hin, ein rundliches Hirnganglion, dafs an seinem hinternrunden Ende ein nicht sehr grofses hellrothes Auge trägt. Der Schlundkopf ist sehreigenthümlich gebildet, grofs und schief, und enthält dicht am Munde 2 sehr grofsekrumme Zähne auf 2 kleinen kräftigen Kiefern. Beide Zähne gleichen einem Taster-zirkel. Diese Zange liegt im gewöhnlichen Zustande mit den Spitzen nach oben undvorn gerichtet, fast horizontal, kann aber ganz heraus-gesteckt werden, wenn das Thier-chen etwas kräftig ergreifen will. Ein langer dünner Oesophagus endet in einem ku-gelrunden Magen, von dem ein dünner, meist leerer, aber langer Dickdarm zum Aftergeht. Am Magen ist keine Spur von Blinddärmen; beim Magenmunde sind jederseits2 kuglige Speicheldrüsen. Bei einem Thierchen nahm der sehr ausgedehnte Magen fastden ganzen Körperraum ein, und als ich es genauer um diese Bildung untersuchte, er-