Buch 
2 (1832) Zur Erkenntniss der Organisation in der Richtung des kleinsten Raumes / von C. G. Ehrenberg
Entstehung
Seite
79
JPEG-Download
 

in der Richtung des kleinsten Raumes.

79

festigt bleiben. In solchen Eiern sah ich ganz entwickelte Junge und Fötusbewegun-gen. Augen und Schlundkopf waren im Ei schon ganz entwickelt, aber die Barten undder Griffel schienen mir schon entwickelten, aber künstlich von der Eischaale entblöfs-ten Thierchen noch zu fehlen. Diesen Zustand, der einer Metamorphose gleicht, habeich auf Tafel VIII abgebildet ('). Die Barten und der Griffel sind drehrund, spitz aus-laufend und überall wie durch seltne, sehr kurze, anliegende Borsten rauh. Körper-länge ohne den Schwanz bis xi", mit demselben ohne die Barten, bis Ei ^ - V'".Entwicklungscyclus -g - lj'".

Die Bewegungen dieses Thierchens sind hüpfend, wie bei Daphnia, aber die bei-den Barten hängen dabei herab, bewirken jedoch allerdings durch schnellende Bewegungdas Hüpfen.

Neue Familien und Gattungen von Räderthierchen.OECISTINA Nova Familia. Familie der Hülsenthierchen.

Character Familiae: Rotatoria , Monotrocha, loricata.

I. Oecistes Novum Genus. Hülsenthierchen.

Character Generis: Rotatorium Monotrochum, loricatum; lorica singulissingula (urceolus), ocelli duo frontales, evanescentes.

32 . Oecistes crjstallinus N. sp. Crjstallenes Hülsenthierchen.

O. urceolo cylindrico, hyalino, viscido, affixo, animalculo longissime pedicellato,hyaliuo.

Zuerst gefunden am 10. Juni 1832 auf Hollonia palustris bei Berlin , dann wiederam 30. September 1832 auf Wurzeln von Lemna minor.

Es waren bis zum Jahre 1832 noch keine gepanzerten Einräderthierchen bekanntgeworden. Zwei mir später vorgekommene, diesen Charakter tragende Formen (OeciV-tes crystallinus und Conochilus Volvox) bilden mithin eine den Ichthydinen oderWdmperfischchen entsprechende neue Familie. Die erste dieser Formen, das cry-stallene Hülsenthierchen, hat einen cylindrischen, unten ansitzenden, oben offenenPanzer oder Büchse, in deren Grunde es mit dem Ende seines schwanzförmigen langenFufses frei angeheftet ist und die es, wenn es heftig beunruhigt wird, verlassen kann,um aufserhalb beliebig fortzuschwimmen, vielleicht auch, um eine neue zu bilden. DieseBüchse ist wenig dicker als der Körper, gallerartig und scheint äufserlich klebrig zusein, weil sie immer mit allerlei Schlammtheilchen des Wassers verunreinigt war. Das (*)

(*) Als ich im October 1833 Herrn Hofrath Carus eine solche künstliche Geburt sehen liefs,schien es uns aber doch, als ob auch schon die Barten beim Foetus voihanden und nur eng angeschlos-sen wären mithin würde sich doch die Metamorphose nur auf die weitere Entwicklung des Räder-organs beschränken.