106 Ehren berg : Beitrag zur Erkenntnifs großer Organisation
wovon nur eine mit Lyngbye’s Arten übereinstimmt. Der Gattungscharakter ist bis-her von der Vereinigungsform entlehnt worden, allein es scheint mir, dafs diese nurNebensache ist. Fragilarien sind offenbar nicht Fäden oder Bänder, sondern prisma-tische Körperchen, den Naviculis ähnlich, welche durch unvollständige Längstheilungallmälig eine bandartige Form annehmen, sich aber endlich plötzlich vollkommen lö-sen, ohne in halber Trennung fortzuleben, wie es die Bacillarien thun. Daher ist vonLyngbye’s Arten nur Fragilaria pectinalis eine wahre Art der Gattung, die übrigensind Bacillarien, aufser F. lineata und nummuloides, die beide zu Agardh’s Melosi-ren gehören.
Die einzelnen Stäbchen, welche in ihrer Queervereinigung eine bandartige flacheAusbreitung darstellen, sind im ausgewachsenen Zustande 8-10 mal länger als breit, beieintretender Längstheilung aber werden die einzelnen 16-20mal länger als breit. Anden Vereinigungsseiten sind die einzelnen Stäbchen flach und von ihnen aus gesehen sindsie etwas kahnförmig oder flach bauchig mit abgerundeten Enden. Von oben gesehensind ihre Seiten geradlinig parallel, ihre Enden abgestutzt und leicht gekerbt.
Im Innern zeigt jedes Stäbchen entweder 2 gelbliche, durch einen hellen Zwischen-raum getrennte Platten, die in der Mitte etwas angeschwollen sind und ziemlich voneinem Ende zum andern reichen, oder diese Platten haben sich in 2 Reihen gelblicherFlecke gegen die Mitte zusammengezogen. J ede dieser Reihen hat dann 3-4 Häufchender gelben Masse. Bei andern sah ich die beiden Platten in der Mitte stark verschmol-zen und an jedem Ende dieser ungleichen Verschmelzung war ein rundes durchsichtigesBläschen. Bei noch andern waren beide Platten in eine einfache Reihe von Häufchenin der Mitte zusammengezogen und von grüner Farbe, zuweilen bildeten sie nur eineneinfachen Streifen, zuweilen 2 oder 3 Häufchen. In einigen Stäbchen, mitten zwischenden grünen eines und desselben Bandes, waren gelbliche, kleinere, mehr gerundete Häuf-chen der gelben Masse, deren Theilchen sich bewegten. — Länge eines Stäbchens undzugleich die Breite der Bänder beträgt ^ - dg'".
Die Ernährungsöffnungen dieser Stabthierchen scheinen nothwendig an den Endender einzelnen Stäbchen oder am Rande der Bänder sein zu müssen, obschon sie nochnicht darstellbar waren. Bei Fragilaria grandis gelang mir ein schiefer Durchschnittsehr wohl. Die grüne Masse bildete beim Hervorquellen aus den geöffneten Röhreneine gallertige grüne (feinkörnige?) Wulst in der Gestalt der Euglena deses und imInnern blieben wasserbelle Bläschen (polygastrische Magen?) zurück.
28. Goniom punctatum N. sp. Punktirtes Tafelthierchen.
G. lacerna quadrata, compressa, hyalina, globulis internis quater quaternis viri-dibus, nigro punctatis.
Am 16. April 1832 bei Berlin zwischen Conferven, nur einmal gesehen.
Diese Form ist etwas kleiner als die gröfsten Exemplare des Goniurn peciorale, hateine langsamere Bewegung und die einzelnen grünen 16 Kugeln haben dunkelschwarzePunkte. — Durchmesser des Quadrats jg'".