108 Ehrenberg: Beitrag zur Erkenntnifs gro/ser Organisation
H. corpore ovato, albo, vix duplo longiore quam lato, antico fine latiore, pos-tico angustiore.
Am 5. Juni 1832 bei Berlin beobachtet.
An Gröfse ist diese Art der Holophrya Ovum gleich, Form und Farbe sind abwei-chend, auch scheint seine Behaarung länger. Im Innern waren mehrere Magen von grün-licher Speise gefärbt, aber eine allgemeine grüne Färbung durch Körnchen der Zwi-schensubstanz fehlte. H. Coleps ist länger, cylindrisch, an beiden Enden gleichförmigabgerundet und etwas kleiner. Holophrya ambigua halte ich nach fortgesetzten Un-tersuchungen für einerlei mit Trachelius ambiguus, indem ich bemerkte, dafs die vornaufgenommene gefärbte Nahrung nicht in einem inneren Kanäle, sondern in einer äufse-ren bewimperten Rinne bis fast an den Hintertheil des Körpers fortgeführt wird, woerst eine spiralförmige Mundöffnung, nicht sehr entfernt von der Analöffnung, cxistirt.Mehr Detail über diese sehr ausgezeichnete Form bei Trachelius . Vielleicht steht sienoch richtiger in der Gattung Bursaria, oder bildet durch den spiralförmigen Mundmit Bursaria spirigera eine eigene Gattung ( Spirostomum) in deren Nähe. — Kör-pergröfse der TL cliscolor V"'. Die vordere Mundstelle wird durch eine kleine, fleischige,veränderliche Warze, wie einen Rüssel bezeichnet.
31 . Lacrymaria Proteus — Trichoda Proteus Müller. Veränderliches Thrä-nenthierchen.
L. corpore oblongo, variabili, postico fine rotundato, albicante, subtilissime ru-goso - reticulato, collo longo, apice tumido, oblique truncato, ciliato.
Am 30. April 1832 bei Berlin zwischen Conferven beobachtet.
Ich habe bisher 3 Arten der Gattung Lacrymaria verzeichnet: L. Olor, Gutta,rugosa. Die erstere Species aber habe ich seitdem mit einigen später entdeckten alseine besondere Gattung mit dem Namen Trachelocerca bezeichnet, unter welchem ichWeiteres mittheilen werde. Die beiden übrigen Arten haben einen kugelförmigen oderkurz eiförmigen Leib, Gutta einen glatten, rugosa einen unebenen, gekörnten oder gefal-teten Leib und letztere ist dabei mit grünen Körnchen gefärbt, hat auch einen sehr kur-zen Hals, der, ausgedehnt, wenig mehr als doppelt so lang ist als der Körper. L. Pro-teus hat einen länglichen, durch sehr feine sich kreuzende Linien (Runzeln) spiralförmiggezeichneten Körper und bei der Contraction erstreckt sich diefs sogar über den unte-ren Theil des Halses. Der ganz contrahirte Körper ist lang eiförmig oder bimförmig,vorn mit stumpfer etwas langer Spitze, hinten abgerundet, 3 mal so lang als dick; ganzausgedehnt bildet der eiförmige Körper fast nur den fünften Theil des Thieres, indemder Hals 3^ mal so lang ist. Das Halsende ist etwas verdickt, hat am Ende die Mund-öffnung und durch schiefe Abstutzung eine Oberlippe. Der Mundrand ist bewimpertund macht einen starken Strudel. Die Bewegungen des Halses nach allen Seiten sindweniger lebhaft.