166
Ehrenberg: Beitrag zur Erkenntnifs großer Organisation
gezogen, sie hier mit aufzuzählen, obschon sie noch weiterer Beobachtung bedürfen.Ortsveränderung ist so wenig bei diesen Formen ein die Thierbeit bezeichnender oderausschliefsender Charakter, als er es bei den Austern, Fungien und vielen andern Kör-pern ist, die, wenn sie so klein wären, uns ganz ähnliche Schwierigkeiten bieten wür-den. — Ich sah die Bläschen im Innern zuweilen in jedem Stäbchen einzeln in der Mitte,zuweilen zu 2 an den Enden, zuweilen auch 4-8 ohne Ordnung zerstreut in jedemeinzelnen. Zuweilen sah ich in der Mitte jedes Stäbchens einen hellen Längsstreifen,wie bei Fragilarien. Jedes Horn ist zuweilen so lang als die 4 Stäbchen, zuweilensind sie viel kürzer, nicht selten kaum zu erkennen. Zuweilen sah ich an den Endstäb-chen zwischen den beiden Hörnern in der Mitte noch ein drittes Horn. Meyen hatein mittleres Stäbchen gehörnt abgebildet, Fig.29. Die 4 oder 8 Stäbchen bilden inder Vereinigung ein sehr dünnes, flaches Blättchen, was. von der Seite gesehen nichtconvex, sondern wie eine Linie erscheint. All diese einzelnen Formverschiedenheitenals besondere Species zu benennen, halte ich für ein nutzloses und schädliches Vermeh-ren der Namen, aber höchst verdienstlich würde es sein, die physiologischen Charakterenoch weiter zu entwickeln, um in der Mannichfachheit dieser Formen die verbindendenoder trennenden Gesetze nachzuweisen. Selbsttheilung ist noch nicht beobachtet. Viel-leicht ist daher der achtstäbige Scenodesmus longus Meyen nicht eine Verdoppelungdes 4st*abigen durch Selbsttheilung, sondern eine besondere Art. — Lange des 4stäbigen(ohne die Hörner) f 2 - des 8stäbigen ff. Achtstäbige sah ich nie kleiner, alsosind sie doch wohl Verdoppelung der 4stäbigen! Oder soll man auch die folgendenFormen in je 2 Arten trennen?
' Turpin’s Achnanthes quadrijuga halte ich für dieselbe Art, deren Hörnchen nichtentwickelt sind, sonst würde man noch einen Sc. quadrijugus bilden müssen. Auchseine Tassarlhonia moniliformis mag hierher gehören, denn die scheinbare Kugelformkann ein kurzer Cylinder sein. Das ganze soll f ü Millimeter, d. i. etwa jgj Linie langgewesen sein, war also sehr klein. Dazu gehört Meyen Fig. 25. Vergl . Gaillonella.
87. Scenodesmus acutus Meyen. Spitziger Vierling.
S. viridis, corpusculis inaequaliter coniunctis, fusiformibus, quaternis aut octo-nis, externis interdum lunulatis.
Bei Berlin mit voriger im Sommer häufig.
Zuweilen sind 1, zuweilen mehrere Bläschen in jedem Stäbchen. Bewegung sah- ichweder innen noch äufserlich. Einmal unter zahllosen sah ich 5 Stäbchen beisammen.Diefs ist wohl Abnormität. Oder folgt es aus dem Gesetz ihrer allmäligen Selbst-theilung? — Länge ff’.
88. Scenodesmus obtusus Meyen Fig. 31. Stumpfer Vierling.
S. viridis, corpusculis inaequaliter coniunctis, cylindricis, obtusis., quaternis autoctonis, aequalibus.